Horst Neumann ist seit Anfang August für die Verkehrsentwicklungsplanung zuständig
Stades Verkehrsplaner

Für Horst Neumann ist Radverkehr ein wichtiges Thema. Aber auch die Fußgänger sollen nicht zu kurz kommen  Foto: jd
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jd. Stade. Rund anderthalb Jahre wurde händeringend nach ihm gesucht, jetzt hat Stade ihn endlich gefunden: Seit Anfang August ist der lang herbeigesehnte Verkehrsplaner im Amt. Mit Horst Neumann kümmert sich künftig jemand um die weitere Verkehrsentwicklung in der Hansestadt, der sich vor Ort bestens auskennt. Der gebürtige Stader lebt nach studien- und berufsbedingtem Wegzug seit vielen Jahren wieder in seinem Heimatort und ist hier nach eigenem Bekunden gern und oft mit dem Fahrrad unterwegs.

Neumanns Einstellung sind drei Stellenausschreibungen vorausgegangen. Bei zwei Durchgängen im März und September 2018 fand sich kein geeigneter Bewerber. Erst als für die dritte Runde Anfang dieses Jahres das Anforderungsprofil geändert wurde, gab es einen größeren Bewerberkreis mit entsprechender Qualifikation. Die Wahl fiel am Ende auf Neumann, weil dieser neben seinen Ortskenntnissen jede Menge Fachkompetenz mitbringt. Der studierte Vermessungsingenieur war nach verschiedenen Stationen in Hamburger Behörden zuletzt beim Bezirksamt Harburg für die Planung und Umsetzung von Straßenbaumaßnahmen zuständig.

Zudem bekleidete der 56-Jährige in Harburg den Posten des Radverkehrsbeauftragten. Gerade das in Stade viel diskutierte Thema Radverkehr wird ihn auch bei seiner neuen Aufgabe begleiten. In der Politik gab es in der Vergangenheit immer wieder Kontroversen darüber, inwieweit Radfahrern im innerstädtischen Verkehrsnetz mehr Platz eingeräumt werden soll. Er freue sich darauf, sich hier mit neuen Ideen einbringen zu können. In Harburg sei sein Arbeitszeitkontingent für diesen wichtigen Bereich sehr begrenzt gewesen. "Ich hoffe, beim Thema Radverkehr nun richtig Gas geben zu können."

Um zu sehen, wo es hier hapert, will Neumann in den kommenden Wochen häufiger mit dem Drahtesel auf den Stader Straßen unterwegs sein, um die Verkehrssituation "durch die Brille des Radfahrers zu betrachten". Der Dienst-Fahrradhelm sei bereits bestellt. Neumann macht aber deutlich, dass die künftige Verkehrsplanung nicht nur aus der Radler-Perspektive betrachtet werden darf. Auch die Belange der anderen Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Autofahrer dürften bei der Überarbeitung des Verkehrsentwicklungsplans nicht zu kurz kommen.

Dieser Ansicht ist auch Bürgermeisterin Silvia Nieber: "Wenn wir allein die Sichtweise der Radfahrer übernehmen und den Autoverkehr vernachlässigen, stürzen wir die Stadt ins Chaos." Gerade die Pendler aus den ländlichen Kommunen im Umland seien auf den Pkw angewiesen. Nieber warnt davor, an die Arbeit des neuen Verkehrsplaners gleich zu hohe Erwartungen zu stellen und ihn mit Wünschen und Forderungen zu überfrachten. "Wir müssen Herrn Neumann Zeit geben, sich in die komplexe Materie einzuarbeiten." Ein strategisches Gesamtkonzept für den Stader Verkehr könne nicht von einem Tag auf den anderen entwickelt werden.

"Wir sollten jetzt erst einmal gezielt auf die neuralgischen Punkte schauen", meint Gerd Allers, im Bauamt als Abteilungsleiter für Straßen und Brücken zuständig. Als Beispiele nennt er die Harsefelder und die Thuner Straße. Der Bau des Bildungscampus Riensförde erfordere ein Nachdenken darüber, wie Radfahrer künftig sicher dort hingeführt werden. Das könne auch eine alternative Trasse abseits der Harsefelder Straße sein, so Allers. Eine harte Nuss hat Neumann auch hinsichtlich der Thuner Straße zu knacken: "Daraus einfach eine Fahrradstraße zu machen, würde den Autoverkehr nur in andere Straßen verlagern. Da muss ein durchdachtes Konzept her."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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