Vorläufiges Aus für den "Treffpunkt"

Der "Treffpunkt" hat seine Räume in dem Wohnblock am Mühlenweg 38
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Lücke bei Kofinanzierung / Ortsrat Bützfleth will mit Türkischer Gemeinschaft Alternativen ausloten

tp. Bützfleth. Der öffentliche "Treffpunkt" in einem Mehrfamilienhaus am Mühlenweg 38 in Bützfleth wird nach mehr als 20 Jahren vorläufig geschlossen. Die Stadt Stade hat den Mietvertrag aus Kostengründen zu Dienstag, 30. Juni, bei der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) gekündigt. Vorausgegangen war zum Jahresende 2014 die Kündigung seitens der Kirche. Laut dem Bützflether Ortsbürgermeister Sönke Hartlef ist die Zukunft der Einrichtung ungewiss.

Bislang hatten sich die Stadt Stade, die Ortschaft Bützfleth und die örtliche Kirchengemeinde die Mietkosten von rund 7.000 Euro pro Jahr für die von diversen Gruppen genutzte Wohnung in der Brennpunktsiedlung "Mühlenweg" geteilt. Die Türkische Gemeinschaft Stade (TGS) steuerte ebenfalls einen Obolus bei. Die WEG übernahm zusätzlich die Kosten für eine Hausaufgabenhilfe.

Durch die Einführung der Ganztagsschule in Bützfleth gingen die Besucherzahlen jedoch so weit zurück, dass laut Bürgermeister Hartlef "der finanzielle Aufwand in keinem gesunden Verhältnis zum Nutzen mehr stand". Es folgten Beratungen im Bützflether Ortsrat, der mit der Stadt und der WEG ein neues Finanzierungsmodell entwickelte. Anstelle der Kirche sollte zu ähnlichen Konditionen eine Tagesmutter die Wohnung vormittags nutzen. "Als diese von dem Vorhaben zurücktrat, kippte die Finanzierung", so Hartlef.
Die TGS würde die Räume im Erdgeschoss des Wohnblocks gerne weiter nutzen, sieht sich aber außerstande sich an der Miete angemessen zu beteiligen. "Die Ortspolitik ist sich ihrer sozialen Verantwortung ausländischer Mitbürger bewusst", sagt Hartlef. Daher habe man der TGS in Aussicht gestellt, an freien Terminen die Räume des Dorfgemeinschaftshauses zu nutzen. Diese würden auch dem Verein "Sozial e. V." offen stehen, dem viele türkische Mitbürger angehören. Es gibt jedoch Terminkollisionen: Der Ortsrat schließt u.a. aus, dass die TGS das Dorfgemeinschaftshaus, wie zuvor für den "Treffpunkt" geplant, samstags und sonntags von 10 bis 22 Uhr als Stadtteilkaffee nutzt.
Eine Wiederanmietung der Wohnung kann sich der Ortsbürgermeister nur bei einer deutlich höheren Kostenbeteiligung der TGS als die zuletzt angebotenen 70 Euro pro Monat als Hauptnutzer vorstellen. "Außerdem wird in unserer örtlichen Einrichtung 'Diele' sehr gute Jugendarbeit geleistet. An einem zweiten Standort innerhalb Bützfleths Jugendarbeit für Kinder mit Migrationshintergrund anzubieten, ist nicht das, was ich mir unter Integration vorstelle", so Sönke Hartlef.

Der "Treffpunkt" hat seine Räume in dem Wohnblock am Mühlenweg 38
Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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