Landkreis Stade will Verkehrskonzept erstellen
Wohin mit den vielen Autos?

Auf den Straßen im Landkreis kommt es gerade im Berufsverkehr häufig zu Staus  Foto: archiv/jd
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd). Die Nähe zu Hamburg bringt für die Bürger im Landkreis Stade viele Vorteile. Die Fahrt zum Arbeitsplatz in der Elbmetropole ist verhältnismäßig kurz und wer in der City shoppen will, benötigt oft nicht mal eine Stunde, um auf dem Jungfernstieg zu flanieren. Der große Nachteil: Die Verkehrsbelastung im Hamburger Umland ist erheblich. Viele Gemeinden ächzen unter dem wachsenden Pkw- und Lkw-Verkehr - gerade auf den kleineren Straßen. Im Navi-Zeitalter führen schließlich alle Wege nach Hamburg, auch die Kreisstraßen, die für solche Automassen und vor allem für die dort fahrenden Schwerlaster gar nicht ausgelegt sind. Die leidgeprüften Anwohner der K 39 wissen ein Lied davon zu singen. Alle Initiativen, zumindest die Brummis aus dem Alten Land zu verbannen, schlugen bisher fehl. Nun aber will der Landkreis den großen Wurf wagen: Ein Verkehrskonzept soll erarbeitet werden.

Gerade die Freie Wählergemeinschaft (FWG) hat in den vergangenen Jahren beim Thema Verkehr immer wieder den Finger in die Wunde gelegt. Bei den Anträgen und Anfragen stand vor allem die zunehmende Belastung durch Lkw im Mittelpunkt. Die Trucker wählen für ihre Fahrtroute zum Hamburger Hafen die wirtschaftlichste und kostengünstigste Strecke - und die führt eben oftmals über Kreisstraßen.
Doch wie können Verkehrsströme - nicht nur bei den Schwerlastern - umgelenkt werden? Mit dieser Frage haben sich kürzlich die Politiker im Kreistags-Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr beschäftigt. Es wurde auf Antrag der Grünen beschlossen, sozusagen einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen und den gesamten Landkreis unter die Lupe zu nehmen. Antworten soll eine Arbeitsgruppe geben, deren Zusammensetzung voraussichtlich bis Ende des Jahres geklärt sein wird.

Allen Politikern ist aber schon jetzt klar: Ohne Experten, also ein Ingenieurbüro für Verkehrsplanung, wird es nicht gehen - und das kostet Geld. Die Kreisverwaltung spricht von mindestens 250.000 Euro, es könnte aber auch eine halbe Million Euro werden, je nachdem, welche Aspekte in die vorbereitenden Untersuchungen aufgenommen werden. Daher gilt es vorab zu klären, ob zusätzlich zum Lkw- und Pkw-Verkehr auch Busse und Bahnen sowie - ganz im Zeichen des Klimaschutzes - auch Radfahrer in die Betrachtung einbezogen werden.

Die Federführung in der Arbeitsgruppe wird voraussichtlich der neue Erste Kreisrat Thorsten Heinze haben. Er leitet im Kreishaus das zuständige Amt für Wirtschaft, Verkehr und Schulen. Die Arbeitsgruppe könnte folgendermaßen vorgehen: Nach der Aufnahme des Ist-Zustandes und der Erstellung einer Prognose für das kommende Jahrzehnt wäre der nächste Schritt eine Schwachstellenanalyse. Dabei müsste genau betrachtet werden, auf welchen Straßen und Streckenabschnitten es besonders "hakt" und wo die Belastungen am größten sind.

Je nach Zielsetzung des Konzeptes (liegt der Schwerpunkt beispielsweise auf der Steuerung und Umlenkung des Schwerverkehrs oder sollen mehr Autofahrer auf die Bahn umsteigen?) müssen dann Maßnahmen entwickelt werden. Am Ende steht die Umsetzung. Die liegt aber noch in weiter Ferne. Nach dem vorläufigen Zeitplan soll erst nach der für Mitte 2022 geplanten Öffnung der A 26-Anschlussstelle Neu Wulmstorf eine Verkehrszählung erfolgen, um eine verlässliche Datenbasis zu haben. Auch die aufgrund des Auftragsvolumens erforderliche EU-weite Ausschreibung kostet Zeit. Ein Gesamtverkehrskonzept für den Landkreis wird daher nicht vor 2023 vorliegen.

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