Geheimnisvoller Männerbund?
Ausstellung bietet Einblicke in die Arbeit der Stader Freimaurer
- Dieser Wandteppich hängt im "Tempel" der Stader Freimaurerloge. Auf ihm sind die typischen Freimaurer-Symbole dargestellt - wie z.B. Winkel, Dreieck und Zirkel
- Foto: jd
- hochgeladen von Jörg Dammann
Verschwiegene Rituale, geheime Zeichen und zahllose Mythen – um kaum eine Gemeinschaft ranken sich bis heute so viele Spekulationen wie um die Freimaurer. Dabei betonen die Mitglieder seit Jahren immer wieder, dass sie kein Geheimbund, sondern ein Wertebund seien. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, bekommt dazu jetzt eine seltene Gelegenheit: Im Stader Rathaus eröffnet Anfang Juli eine Ausstellung, die Geschichte, Selbstverständnis und Traditionen der Freimaurerei verständlich erklärt.
Die Schau steht gleich im Zeichen zweier Jubiläen. Während die Freimaurerei in Stade im kommenden Jahr auf eine 250-jährige Geschichte zurückblickt, feierte die bis heute bestehende Loge „Friederike zur Unsterblichkeit“ bereits 2025 ihr 180-jähriges Bestehen. Diese beiden Anlässe bilden den Rahmen für die Ausstellung, die von Freitag, 10. Juli, bis Freitag, 14. August, im Foyer des Stader Rathauses zu sehen ist. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 9. Juli, um 19 Uhr statt. Eine Anmeldung ist bis zum 8. Juli erforderlich.
Einzige Freimaurerloge der Region
Die Loge „Friederike zur Unsterblichkeit“ ist heute die einzige Freimaurerloge in der Region. Bereits 2017 hatte das WOCHENBLATT mit ihren Mitgliedern gesprochen. „Wir sind keine Geheimbündler“, heißt es in einem WOCHENBLATT-Bericht aus dem Jahr 2017. In dem Artikel wurde mit einigen Vorurteilen aufgeräumt. Zwar pflegen die Freimaurer traditionelle Rituale und nehmen neue Mitglieder nicht öffentlich auf, ihre Grundwerte sind jedoch keineswegs geheim: Im Mittelpunkt stehen Humanität, Toleranz, Brüderlichkeit und persönliche Weiterentwicklung.
- Das Logenhaus der Stader Freimaurer befindet sich an der Freiburger Straße
- Foto: Hansestadt Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Geschichte, Symbole und Werte
Die Ausstellung möchte genau dieses Bild vermitteln. Anhand von Texten, historischen Dokumenten und Bildern werden die Ursprünge der Freimaurerei ebenso erläutert wie ihre Entwicklung in Stade. Besucher erfahren, welche Bedeutung die verschiedenen Symbole haben, wie eine Loge aufgebaut ist und was Freimaurer mit dem Begriff „Tempel der Humanität“ verbinden. Auch das Verhältnis der Freimaurerei zu Staat und Religion wird thematisiert.
Eine fast 250-jährige Geschichte in Stade
Die Geschichte der Freimaurer in Stade reicht bis ins Jahr 1777 zurück, als die erste Loge gegründet wurde. Zwei weitere Logen entstanden 1790 und 1822, konnten sich jedoch nicht dauerhaft etablieren. Erst die 1845 gegründete Loge „Friederike zur Unsterblichkeit“ besteht bis heute und prägt das Freimaurerleben in Stade.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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