Landkreis Stade sorgt sich um Tierschutz
Mähroboter – praktisch für den Menschen, gefährlich für den Igel
- Das Naturschutzamt des Landkreises Stade weist auf die Gefährdung von Igeln durch Mähroboter hin
- Foto: Adobe Stock/andre
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Sie summen leise, arbeiten fleißig und sparen Zeit – Mähroboter sind längst aus vielen Gärten nicht mehr wegzudenken. Doch was für Hobbygärtner bequem ist, kann für kleine Gartenbewohner wie Igel oder Frösche tödlich enden. Darauf macht das Naturschutzamt des Landkreises Stade aufmerksam – und appelliert an die Verantwortung aller Gartenfreundinnen und -freunde.
Denn: Besonders nachts, wenn die stacheligen Gesellen auf Nahrungssuche gehen, rollen viele Mähroboter ganz unbehelligt durch den Garten. Das Problem dabei ist laut Einschätzung des Landkreises Stade klar: Die Geräte erkennen Wildtiere im Gras oft nicht als Hindernis – mit fatalen Folgen. Igel etwa fliehen nicht, sondern rollen sich bei Gefahr zusammen. Gegen rotierende Klingen hilft das leider wenig.
Landkreis verweist auf Studien
Die Kritik des Landkreises stützt sich auf Studien, wie etwa der Universität Aalborg in Dänemark. Dort wurden 18 Modelle getestet – keines davon erkannte Igel zuverlässig. Die Folge: schwere Verletzungen wie Schnittwunden, abgetrennte Gliedmaßen oder sogar tödliche Bauchverletzungen. Auch das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung sieht Mähroboter inzwischen als ernstzunehmendes Problem für den Arten- und Tierschutz. Da Igel laut Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Tieren gehören, dürfen sie weder gefangen, noch verletzt oder getötet werden.
Einige Städte wie Erfurt, Leipzig oder Köln haben bereits Konsequenzen gezogen – dort ist der nächtliche Einsatz von Mährobotern zum Schutz der Tierwelt verboten. Der Landkreis Stade setzt bislang auf Aufklärung und Eigenverantwortung.
Stauden und Wildkräuter statt sterilem Rasen
Wer Igeln, Insekten und Vögeln einen sicheren Lebensraum bieten will, sollte laut Landkreis auf automatisierte Rasenpflege verzichten – oder zumindest tagsüber mähen und vorher den Rasen absuchen. Noch besser: den Garten insgesamt naturnaher gestalten. Wildkräuter, heimische Stauden und „wilde Ecken“ mit Laub oder Ästen bieten nicht nur Schutz, sondern fördern auch die Artenvielfalt. Ein Garten mit Blühwiesen lockt Insekten an, die wiederum Nahrung für Igel und Vögel sind. Außerdem sollte auf Pflanzenschutzmittel und Pestizide verzichtet werden – Schneckenkorn ist auch für Igel giftig.
Und ganz nebenbei ist auch das ein Argument: Zu kurz geschnittener Rasen benötigt mehr Wasser – gerade in trockenen Sommern ein echtes Problem. Wer also einen Beitrag zum Tier- und Umweltschutz leisten will, lässt den Rasen einfach mal etwas wachsen, verzichtet auf eine Bewässerung und lässt den Mäher öfter im Schuppen stehen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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