Was sind zurzeit überraschende Verkaufsschlager?
Mehr Appetit auf Stullen, Geflügel und Vitamine im Landkreis Stade

Sie präsentieren die Verkaufsschlager Holzlasuren, 
Einweghandschuhe und Schutzanzüge: Frank Lehnert (li.), 
Fachberater Farbe, und Geschäftsführer Lutz Hönemann 
von Scholz Raumgestaltung
4Bilder
  • Sie präsentieren die Verkaufsschlager Holzlasuren,
    Einweghandschuhe und Schutzanzüge: Frank Lehnert (li.),
    Fachberater Farbe, und Geschäftsführer Lutz Hönemann
    von Scholz Raumgestaltung
  • Foto: jab
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

jab/sb. Stade/Buxtehude. Corona zwingt uns alle, zurzeit anders einzukaufen. Viele Läden und Gastronomiebetriebe mussten ihre Türen schließen und haben sich auf Telefon- und Onlineberatung sowie Lieferdienste verlegt. Andere dürfen verkaufen, haben jedoch ihr Sortiment der Situation angepasst. Aber hat sich - abgesehen von Nudeln, Mehl und Klopapier - auch die Nachfrage der Kunden geändert? Das WOCHENBLATT hat nachgefragt.

"Zu Beginn der Beschränkungen haben wir unglaublich viel Wandfarbe und Tapete sowie das gesamte Zubehör zum Malern und Tapezieren verkauft", sagt Lutz Hönemann, Geschäftsführer von Scholz Raumgestaltung in Stade und in Buxtehude. "Man hat richtig gemerkt, dass die Leute mehr Zeit zuhause verbringen und diese zum Renovieren nutzen." Seit das Wetter zum Rausgehen animiert, hat sich die Nachfrage etwas auf den Gartenbereich verlegt. "Jetzt streichen die Leute ihr Holz im Garten und benötigen dafür Farbe, Lasuren und Öle für den Außenbereich", so Hönemann. Zudem fänden Einweghandschuhe reißenden Absatz.

Im Reformhaus von Glahn in Stade dreht sich zurzeit alles um den Immunschutz. "Gerade jetzt wollen unsere Kunden auf natürlichem Weg ihr Immunsystem stärken. Naturheilmittel wie Manucahonig oder Cistustee und antivirale Präparate sind deshalb derzeit unsere Verkaufsschlager", sagt Inhaber-Ehepaar Frauke und Harald Titz und nennt als Beispiele Präparate mit Vitamin C, Vitamin D, mit Zink sowie mit ausgewählten Aminosäuren, Mineralien und Spurenelementen. Stark nachgefragt werden auch Gesichtsmasken, die aus hypoallergenem Stoff von dem deutschen Hersteller Jentschura von Hand gefertigt werden.

Carsten Richter, Bäcker- und Konditormeister und Inhaber der Bäckerei Richter in Himmelpforten, beobachtet seit einigen Wochen eine steigende Nachfrage nach Brot. "An Anfang haben sich die Leute natürlich bevorratet und einen Laib mehr gekauft, den sie dann eingefroren haben", sagt er. "Aber auch jetzt wird vermehrt Brot gekauft." Er vermutet dahinter eine Rückkehr zum klassischen Abendbrot mit der belegten Stulle. Abends essen gehen sei ja derzeit nicht möglich und das Zubereiten einer warmen Mahlzeit am Abend sei vielen bestimmt zu aufwendig. "Da kehren bestimmt viele zum klassischen deutschen Abendbrot zurück", meint Carsten Richter.

Für den Inhaber des Asia-Restaurants "Mister Vu", Anh Vu, ist mit dem kürzlich eingeführten Abhol- und Lieferservice alles neu. Nach der Schließung investierte er in das Außer-Haus-Geschäft, um die Corona-Zeit zu überbrücken. Statt Kunden am Büfett heißt es nun Bestellung à la carte. Dabei bemerkt der junge Gastronom Unterschiede. "Wir haben festgestellt, dass die Kunden mehr Nudeln, Ente und Huhn bestellen statt wie zuvor Reis und Rind", so Vu. Woran das liegt, könne er sich allerdings nicht erklären.

Zwei, die nicht öffnen durften

(wd). Das Fachgeschäft A&S Wasserbetten in Buxtehude gehörte zu den vielen Geschäften, die in den vergangenen Wochen wegen der Corona-Krise schließen mussten. Für den Geschäftsführer Manfred Ahrens ist das nur schwer nachzuvollziehen. "Mehr als zwei bis drei Beratungen zurzeit, das heißt vielleicht vier bis sechs Kunden insgesamt, führen wir in der Regel ohnehin nicht durch und bei einer Ausstellungsfläche von über 500 Quadratmetern können wir auch für die erforderlichen Sicherheitsabstände garantieren", sagt er. "Die Kriterien dafür, wer öffnen darf und wer nicht, sollten sich vielmehr an dem Verhältnis Geschäftsfläche/Kunden orientieren und nicht nur an der Größe (Quadratmeter) eines Geschäftes."
Auch Beatrice Kietzmann hatte versucht, ihr Fachgeschäft Sie Dessous und mehr in Buxtehude wenigstens für die Beratung ihrer schwangeren Kundinnen öffnen zu dürfen. "Schließlich brauchen schwangere und stillende Frauen auch in Coronazeiten einen gut sitzenden BH", so die Expertin. "Aber ich habe die Genehmigung nicht bekommen." Zwei, die nicht öffnen durften

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen