Beschäftigung im Elbe-Weser-Raum auf Rekordniveau

Der Beschäftigungsaufbau im Elbe-Weser-Raum steigt immer langsamer | Foto: AdobeStock / vegefox.com
  • Der Beschäftigungsaufbau im Elbe-Weser-Raum steigt immer langsamer
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Im Elbe-Weser-Raum hat sich der Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre fortgesetzt. Allerdings ist der Zuwachs im vergangenen Jahr erneut geringer ausgefallen als in früheren Jahren, teilt die IHK Elbe Weser mit. Bei den beiden Gruppen Frauen und Ausländer lässt sich hingegen ein überdurchschnittliches Wachstum an Einstellungen feststellen.

Zum Stichtag 30. Juni 2024 – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – sind nach Angaben des Statistikservice der Bundesagentur für Arbeit 260.723 Menschen im Elbe-Weser-Raum einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen. Das sind 0,5 Prozent bzw. 1.343 Personen mehr als Ende Juni 2023. „Die Beschäftigung ist auf Rekordniveau. Sie wächst noch, aber geringer als in früheren Jahren", sagt Henrik Gerken, Volkswirt der IHK Elbe-Weser.

Entwicklung in den Landkreisen unterschiedlich

In den einzelnen Landkreisen war die Entwicklung unterschiedlich. So konnte der Landkreis Cuxhaven am stärksten zulegen, wohingegen die Anzahl der Beschäftigten in den Landkreisen Rotenburg (Wümme) und Verden stagnierte bzw. leicht gesunken ist.

„Beim Blick auf die Branchen fällt auf, dass in erster Linie der öffentliche Sektor zum Beschäftigungsaufbau beiträgt“, berichtet Gerken. Zuwächse hat es im Elbe-Weser-Raum neben der Energie- und Wasserversorgung sowie Entsorgungswirtschaft insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen sowie der öffentlichen Verwaltung gegeben. Im Bereich der Unternehmensdienstleistungen, vornehmlich bei der Arbeitnehmerüberlassung, und im Baugewerbe ist die Anzahl der Beschäftigten hingegen zurückgegangen.

Mehr Frauen, mehr Ausländer

Für die Arbeits- und Fachkräftesicherung in den Unternehmen ist es wichtig, alle verfügbaren Potenziale zu berücksichtigen. Obwohl Männer und Frauen in der Bevölkerung des Elbe-Weser-Raums annähernd gleichverteilt sind, ist der Anteil der Männer bei der Beschäftigung etwas größer. „Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen nimmt aber beständig zu“, berichtet Gerken. In den vergangenen zehn Jahren ist ihre Anzahl im Durchschnitt stärker gewachsen als diejenige der Männer. Mit Blick auf die Arbeitszeit entfalten Frauen allerdings nicht ihr volles Potenzial. Mehr als die Hälfte von ihnen (56 Prozent) ist in Teilzeit beschäftigt.

Während die inländische Beschäftigung nahezu stagnierte, konnte die ausländische Beschäftigung vergleichsweise stark zulegen (Zuwachs von 4,1 Prozent). In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Anteil der Ausländer an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verdoppelt und liegt nun bei zwölf Prozent. „Ob diese Entwicklung auf die Neuerungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes zurückzuführen sind, ist anhand der Statistik nicht erkennbar,“ so der IHK-Volkswirt.

Herausforderungen machen sich bemerkbar

„In den vergangenen Jahren ist der Eindruck entstanden, dass sich Konjunktur und Arbeitsmarkt immer weiter voneinander entkoppelt hätten“, sagt Gerken. „Gegenwärtig sind die Auswirkungen der vielfältigen konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt allerdings zu sehen.“ Einerseits steigt die Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt 2024 waren im Elbe-Weser-Raum 21.915 Personen arbeitslos gemeldet, rund 2.700 Menschen mehr als im Vorkrisenjahr 2019. Andererseits sind die Beschäftigungspläne der Unternehmen zurückhaltend. Zwei Drittel wollen ihren Personalbestand überwiegend konstant halten. „Dazu passt, dass die Anzahl der offenen Stellen im Verlauf der zweiten Jahreshälfte deutlich zurückgegangen ist“, so Gerken. Bei den regionalen Arbeitsagenturen sind zum Jahresende 2024 rund 6.000 offene Stellen gemeldet (ca. 560 weniger als Ende Dezember 2023). Damit wird deutlich, dass zwar neues Personal gesucht wird, allerdings hat der Bestand nach einem Höchststand im Januar 2021 (ca. 9.100 offene Stellen) beständig abgenommen.

Hinzu kommt, dass es für die Unternehmen zunehmend schwieriger wird, passende Arbeits- und Fachkräfte zu finden. „Die Herausforderung dürfte noch größer werden, wenn zunehmend die Baby-Boomer in Rente gehen und weniger junge Menschen nachkommen“, gibt Henrik Gerken zu bedenken. Gegenwärtig sehen rund 55 Prozent der Unternehmen im Arbeits- und Fachkräftemangel eines der größten Risiken für die künftige Geschäftsentwicklung.

Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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