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Neue Chance zur Reaktivierung der Moorexpress-Linie für Pendler

Die Chancen für eine Reaktivierung der evb-Bahnstrecke zwischen Bremervörde und Stade stehen nicht mehr so schlecht wie noch vor ein paar Jahren (Foto: tp/Montage MSR)
 
Der Moorexpress wird derzeit ausschließlich touristisch genutzt (Foto: EVB/Torsten Klose)
lt. Fredenbeck. Von einer neuen Chance zur Reaktivierung der Moorexpress-Strecke für den Pendlerverkehr, ohne die Kommunen finanziell zu überfordern, sprach Fredenbecks Samtgemeinde-Bürgermeister Ralf Handelsmann kürzlich bei der Sitzung des Verkehrs- und Tourismusausschusses der Samtgemeinde. Sowohl Fredenbeck als auch die Stadt Stade positionieren sich derzeit zur Beteiligung an nötigen Investitionen, um die Moorexpress-Linie mittel- oder langfristig auch außerhalb von Wochenenden und Feiertagen nutzbar zu machen.
Im Gegensatz zur Situation vor ca. vier Jahren, als die Strecke beim Ranking für eine Wieder-Inbetriebnahme abgeschlagen auf Platz 25 landete, stünden nun einige neue Türen offen, so Handelsmann.
Das Land Niedersachsen habe offenbar erkannt, dass in dem Bewertungsbogen, der seinerzeit für das Ranking herangezogen wurde, der ländliche Raum nicht genügend berücksichtigt wurde. Es gebe jetzt Signale, dass sich die gesetzlichen Spielregeln zur möglichen Aufwertung des touristischen Schienenverkehrs im ländlichen Raum ändern könnten. Und davon könnten auch potenzielle Pendler profitieren.
Fakt sei, dass die so genannte Moorexpress-Linie auf rund 80 Kilometern zwischen Stade und Bremervörde schon jetzt täglich genutzt werde, zum Beispiel von Güterzügen, betonte Ralf Handelsmann. Die Kosten für einen täglichen Zug-Betrieb auf diesem Streckenabschnitt stündlich von morgens bis abends würden allerdings mit 2,3 Mio. Euro pro Jahr deutlich über dem liegen, was für die Kommunen machbar sei. Um aber möglicherweise einen Betrieb zu Stoßzeiten im Berufsverkehr ermöglichen zu können, sei es nun wichtig, dass die Kommunen ihre Bereitschaft zur weiteren finanziellen Unterstützung signalisieren, so der Samtgemeinde-Bürgermeister.
Im Austausch mit allen betroffenen Kommunen entlang der Moorexpress-Strecke zwischen Stade und Bremen sowie mit Vertretern aus dem Niedersächsischen Landtag und der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB) zeichne sich ab, dass eine kurzfristige Reaktivierung nicht realistisch sei. Es gebe aber durchaus Möglichkeiten, die Strecke perspektivisch für die Bevölkerung und den Tourismus stärker als bisher nutzbar zu machen.
Der Fredenbecker Rat wird noch in diesem Jahr darüber entscheiden, ob die Samtgemeinde sich in einem "angemessenen und leistbaren" Rahmen an den Kosten zur Reaktivierung des Streckenabschnitts Stade-Fredenbeck-Bremervörde beteiligen wird. Der Ausschuss hat sich bereits dafür ausgesprochen.
Auch in Stade wird der Rat noch in diesem Jahr über eine Beteiligung am Investionsbedarf der EVB für die Moorexpress-Strecke entscheiden. Hier geht es konkret um eine Summe in Höhe von 8.000 Euro jährlich während der Förderperiode von 2019 bis 2023. Der Moorexpress sei ein "Zugpferd" des Tourismus in unserer Region, heißt es in der entsprechenden Vorlage.
• Wie berichtet, beschäftigt sich auch die regionale Lenkungsgruppe für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILE) der europäischen Förderregion Moorexpress-Stader Geest mit dem Thema. Ihr gehören u.a. Ralf Handelsmann, Harsefelds Samtgemeinde-Bürgermeister Rainer Schlichtmann und Detlev Fischer, Bürgermeister von Bremervörde, an.
Zu den Ideen der Gruppe gehört eine einheitliche Kennzeichnung der Bahnhöfe und möglicherweise eine Instandsetzung, etwa im Geest-Dorf Essel und in Stade-Hagen. Zudem ist der Bau eines Bahnhofs in dem neuen Stader Wohngebiet Heidesiedlung Riensförde in vager Planung.

Auf der Schiene durchs Moor
Am 1. Oktober 1898 wurde die Bahn-Strecke zwischen Bremervörde und Stade in Betrieb genommen. Die Züge der Deutschen Bundesbahn verkehrten über Bremerhaven und Stade und führten teilweise Kurswagen in Richtung Hamburg, die in Stade an Züge aus Richtung Cuxhaven überstellt wurden.
Am 27. September 1992 übernahm die EVB die Strecke. Da die Anliegergemeinden für eine Finanzierung des Personenverkehrs keine Zuschüsse leisten wollten, wurde er ein Jahr später eingestellt. Die Personenzüge von Bremerhaven fahren seitdem über Harsefeld nach Buxtehude.
Seit Mai 2006 fährt der Moorexpress von Stade über Bremervörde und Osterholz-Scharmbeck bis nach Bremen. Seinen Namen erhielt er, weil die Strecke durch das Teufelsmoor führt. (Quelle: Wikipedia)