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Stader Wetternviertel: Wohnquartier mit ganz eigenem Charakter

Die marode Fahrbahn in der Wetternstraße ist sanierungsbedürftig Fotos: jd
 
Das weitgehend einheitliche Erscheinungsbild soll erhalten bleiben

Stadtviertel soll gegen Wildwuchs bei der Bebauung geschützt werden / Straße wird saniert

jd. Stade. Eine schöne Wohngegend mit schlechten Straßen - so lässt sich das Stader Wetternviertel kurz und knapp beschreiben. Mit dem Wohnquartier rund um die Wetternstraße befasste sich jetzt die Politik: Die Stadt will den besonderen Charakter dieses Viertels mit seinen überwiegend im gleichen Baustil errichteten Einfamilienhäusern aus den dreißiger Jahren und der Nachkriegszeit erhalten. Da es für dieses Gebiet keinen B-Plan gibt, sind die baurechtlichen Vorgaben in einem sogenannten Gestaltungsrahmen verankert worden, der am Montag vom Rat beschlossen wurde.

Gestaltungsrahmen für das Wetternviertel

Das Wetternviertel gehört zu den ganz wenigen Wohngebieten in Stade, die sich ihren ursprünglichen Charakter über die Jahrzehnte bewahrt haben und weitgehend frei von einer Bebauung jüngeren Datums sind. Prägend für das Viertel ist die ähnliche Optik der Gebäude und Grundstücke mit kleinen Vorgärten und größeren Gärten im rückwärtigen Bereich.
Diese einheitliche Gartenlandschaft soll nach dem Willen von Verwaltung und Politik unbedingt erhalten bleiben, obwohl sich das Areal für eine Lückenbebauung in zweiter Reihe eignen würde. Aus städteplanerischer Sicht ist dieser Bereich mit seinem in sich geschlossenen und nahezu ungestörten alten Baubestand aber äußerst wertvoll, sodass hier der Erhalt Vorrang vor einer zusätzlichen Bebauung hat. In der Begründung für den Gestaltungsrahmen wird diese "besondere städtebauliche Qualität" des Wetternviertels ausdrücklich hervorgehoben.
Anlass für die Festsetzung eines Gestaltungsrahmens ist ist letztlich die Befürchtung, dass das Quartier durch eine überdimensionierte Bebauung, wie sie wohl schon in einigen Bereichen von privaten Investoren beabsichtigt war, quasi optisch "verschandelt" worden wäre. Bauvorhaben, die sich nicht in die Umgebung einfügen, ist nun ein Riegel vorgeschoben. Es gelten gestalterische Richtlinien, an die sich Bauherren bei Um-, An- und Neubauten zu halten haben.

Sanierungspläne für die Wetternstraße

Was aber von Grund auf neu gestaltet wird, ist die Wetternstraße selbst. Die Fahrbahn ist uneben und mit Rissen übersät, zum Teil liegt die Gosse mittlerweile höher, sodass Regenwasser gar nicht abfließen kann. Die Planungen für die Sanierung wurden kürzlich im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltfragen (ASU) vorgestellt. Die Bauarbeiten sollen in zwei Abschnitten erfolgen. Angefangen werden soll im kommenden Jahr im vorderen Bereich zwischen Freiburger Straße und Parkstraße. Der zweite Teilabschnitt umfasst dann den Rest bis zum Wendehammer hinter dem Stadeum. Gleichzeitig wird die marode Kanalisation umfassend erneuert.

Für beide Bereiche hat die Verwaltung jeweils zwei Ausbauvarianten erarbeitet, eine Vorzugsvariante und einen Alternative. Welche Variante zum Zuge kommt, soll nun weiter in der Politik und danach auch mit den Anwohnern diskutiert werden. Eine Anliegerversammlung ist im Februar vorgesehen. Die Baukosten für die Straße belaufen sich auf knapp 700.000 Euro, einschließlich Kanalisation ist mit 1,5 Mio. Euro zu rechnen.

Das sind die möglichen Optionen:

Abschnitt 1

Vorzugsvariante:
Tempo-30-Zone
Gehweg auf der Südseite (2,10 Meter breit)
Schaffung von Parkbuchten
Fahrbahnbreite zwischen 4,10 und sechs Meter
Begegnungsverkehr Pkw/Lkw nur in Teilbereichen möglich

Alternative:
Gehweg auf der Nordseite (2,10 Meter breit)
Autos parken auf Fahrbahn (keine Buchten)
Fahrbahnbreite zwischen 5,55 und 6,50 Meter
Begegnungsverkehr Pkw/Lkw überall möglich


Abschnitt 2


Vorzugsvariante:
Verkehrsberuhigter Bereich (Spielstraße) oder Tempo-30-Zone
gemeinsame Fläche für alle Verkehrsteilnehmer
kein Gehweg
Straßenbreite 4,20 bis 8,25 Meter
markierte Pkw-Stellflächen

Alternative:
Tempo-30-Zone
durchgängiger Gehweg
Fahrbahnbreite 3,55 bis 6,10 Meter
Begegnungsverkehr nur stellenweise möglich