Alarmstufe rot
Feuerwehren im Landkreis schlagen Alarm

Volker Bellmann, Kreisbrandmeister des Landkreises Harburg | Foto: Matthias Köhlbrandt
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  • Volker Bellmann, Kreisbrandmeister des Landkreises Harburg
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Skrupelloser Diebstahl
Großen Marmorstein eines Grabes geklaut - Polizei bittet um Hinweise

Auf dem Friedhof in Stelle/Ashausen an der Straße Duvendahl haben Unbekannte in der Zeit vom Freitag, 29. auf Samstag, 30. Mai, eine Marmorkante eines Grabes entwendet. Der Stein ist rund 2,20 Meter lang und dürfte aufgrund des Gewichts von zwei Personen getragen worden sein. Der Wert wird auf rund 400 Euro geschätzt.  Hinweise nimmt die Polizei in Stelle unter Tel. 04174 668980 entgegen.

Blaulicht

Betrunken und mit falschen Kennzeichen unterwegs
Mercedesfahrer flüchtet nach Unfall in Winsen

A1. Maschener Kreuz. Gleich mehrere Straftaten haben Polizeibeamte der Autobahnpolizei Maschen am gestrigen Donnerstagabend, 4. Juni, auf der A1 festgestellt. Gegen 21.45 Uhr sicherten die Beamten im Bereich des Maschener Kreuzes einen Schwertransport ab, als ihnen ein Honda Accord auffiel, der ohne eingeschaltete Beleuchtung auf dem Einfädelungsstreifen von der A39 unterwegs war. Nach Angaben der Polizei versuchte der Fahrer, am Sicherungsfahrzeug und dem Schwertransport vorbeizufahren. Trotz...

Blaulicht
Polizeisprecher Matthias Bekermann | Foto: Polizei
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Schießerei in Buxtehude
Festgenommener wieder auf freiem Fuß - Mordkommission ermittelt

+++ Update Donnerstag, 4. Juni, 8.30 Uhr +++ Die Ermittler haben für das Verfahren jetzt ein digitales Hinweisportal geschaltet. Dort können relevante Dateien direkt hochgeladen sowie Personalien und ergänzende Hinweise übermittelt werden. Link zum Hinweisportal: https://nds.hinweisportal.de/20260601_schiesserei_buxtehude/de/upload +++ Update Mittwoch, 3. Juni, 15.50 Uhr: Festgenommener wieder auf freiem Fuß +++ Im Zusammenhang mit dem versuchten Tötungsdelikt in der Buxtehuder Bahnhofstraße...

Blaulicht

Großeinsatz in Drage - Zeugen gesucht
Einbrecher auf Kamera erkannt – Festnahme nach Fahndung mit Hubschrauber und Diensthund

Ein mutmaßlicher Einbrecher ist am Donnerstagmorgen, 4. Juni, nach einer groß angelegten Fahndung in Drage/Schwinde festgenommen worden. Auf die Spur der Täter brachte die Polizei die Überwachungskamera eines Hausbesitzers in der Schwinder Straße. Der Komplize des Einbrechers ist vorerst entkommen. Gegen 8.10 Uhr hatte der betroffene Hausbesitzer Bilder von zwei verdächtigen Personen auf seinem Smartphone erhalten und die Polizei alarmiert. Als die ersten Streifenwagen eintrafen, hatten sich...

Blaulicht

Autobahn A7 / Elbtunnel
Vollsperrung zwischen Heimfeld und Stellingen

Es erfolgt eine 55-stündige Vollsperrung der Autobahn A7 zwischen AS HH-Stellingen (26) und HH-Heimfeld (32) von Freitag, 12. Juni, 22 Uhr bis Montag, 15 Juni, 5 Uhr. Wegen der Sperrung gibt es weiträumige Ausweichempfehlung über B205, A21 und A1. Die Durchfahrt für Großraum- und Schwertransporte (GST) ist nicht möglich. Die DEGES wurde durch die Autobahn GmbH des Bundes mit der Planung und Baudurchführung der achtstreifigen Erweiterung der A7 beauftragt. Im Zuge dessen baut die DEGES auch die...

Blaulicht

Polizeieinsatz in Seevetal
2,6 Promille, eine Ananas und ein Platzverweis zu viel

Eine 40-jährige Frau ist am Mittwochabend, 3. Juni, in Maschen von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Zuvor war sie in einem Einkaufsmarkt an der Schulstraße durch einen Diebstahl sowie aggressives Verhalten aufgefallen. Nach Angaben der Polizei hatte die Frau gegen 18.30 Uhr eine Ananas entwendet. Anschließend soll sie Mitarbeiter des Marktes beschimpft und bedroht haben. Ein Atemalkoholtest ergab später einen Wert von mehr als 2,6 Promille. Da gegen die 40-Jährige bereits ein...

Blaulicht

Schwerer Unfall bei Hollenstedt
21-Jährige nach Frontalcrash mit Lastwagen schwer verletzt

Bei einem Frontalzusammenstoß auf der Kreisstraße 62 zwischen Wohlesbostel und Hollenstedt ist am Donnerstagmorgen, 4. Juni, eine 21-jährige Autofahrerin schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei geriet die Frau gegen 7 Uhr mit ihrem VW aus bislang ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr und kollidierte mit einem entgegenkommenden Sattelzug. Während der Lastwagenfahrer unverletzt blieb, erlitt die 21-Jährige schwere Verletzungen. Nach der Erstversorgung durch einen Notarzt wurde sie mit...

Blaulicht

Polizei stoppt Fahrer
E-Scooter mit 65 km/h auf K39 gestoppt

In der Nacht zu Mittwoch, 3. Juni gegen 0.45 Uhr fiel einer Streifenbesatzung der Polizei Buxtehude auf der K39 in Richtung Hamburg ein E-Scooter auf, der ihnen auf dem Radweg mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit entgegenkam. Die Beamten wendeten und nahmen die Verfolgung auf. Trotz des Vorsprungs konnten sie den Fahrer schließlich auf Höhe der JVA Hahnöfersand stoppen und kontrollieren. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass an dem E-Scooter ein Versicherungskennzeichen angebracht...

Blaulicht
Das Gebiet um das Winsener Gymnasium wurde weiträumig abgesperrt | Foto: jf
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Großeinsatz an Winsener Gymnasium
Schulgebäude an der Bürgerweide wurde evakuiert. Anrufer bereits in Gewahrsam

Winsen. Am Gymnasium an der Bürgerweide in Winsen läuft derzeit ein größerer Polizeieinsatz. Hintergrund ist nach Angaben der Polizei eine Bedrohungslage. Mutmaßlicher Anrufer befindet sich in PolizeigewahrsamDas Schulgelände wurde abgesperrt. Das Gebäude wurde am Vormittag evakuiert und wird aktuell von Polizeikräften durchsucht. Dabei kommen nach Augenzeugenangaben auch Diensthunde zum Einsatz. Zudem war über dem Schulgelände zeitweise eine Polizeidrohne zu hören beziehungsweise zu...

Fehlende Lehrgänge, unbesetzte Dozentenstellen, sanierungsbedürftige Unterkünfte – die Situation an den Ausbildungsstandorten der Feuerwehr in Niedersachsen ist alarmierend. Während die Politik Verbesserungen verspricht, bleibt die Realität für die Feuerwehren ernüchternd. Die CDU-Landtagsabgeordneten Birgit Butter und André Bock fordern eine schnelle Lösung, doch vor Ort wächst die Frustration.

Henning Klensang, Kreisbrandmeister im Landkreis Stade, und Volker Bellmann, Kreisbrandmeister im Landkreis Harburg, erleben die Probleme tagtäglich. „Wir stehen vor einer echten Herausforderung“, sagt Klensang. „Aktuell ist die Einsatzbereitschaft zum Glück noch nicht gefährdet, aber das liegt vor allem daran, dass wir auf Kreis- und Gemeindeebene versuchen, möglichst viel selbst aufzufangen. Doch das kann nicht die Lösung sein!“

Fehlende Lehrgänge – Feuerwehrleute bleiben auf der Warteliste

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Bereich Technische Hilfeleistung wurden für das Jahr 2025 insgesamt 81 Lehrgänge im Landkreis Stade beantragt – nur 10 wurden genehmigt. „Das bedeutet, dass 71 Feuerwehrkameraden und -kameradinnen, die dringend ausgebildet werden müssen, leer ausgehen. Und das ist nur eine Lehrgangsart!“, so Klensang. Besonders betroffen seien auch Gruppenführer- und Zugführerlehrgänge. Laut Bellmann lag die Zuteilungsquote für Gruppenführerlehrgänge früher bei bis zu 90 Prozent, heute wird nur noch rund die Hälfte des Bedarfs gedeckt. „Das ist ein massiver Rückschritt“, so Bellmann.

Die CDU-Landtagsabgeordneten Butter und Bock sehen das ähnlich. „Die Feuerwehrkameraden warten immer noch zu lange auf notwendige Aus- und Fortbildungslehrgänge. Die Versprechen der Landesregierung bleiben bisher leere Worte“, kritisiert Bock. Die ursprünglich geplante Kapazitätssteigerung von 30 Prozent durch die Abschaffung der Truppführerausbildung an der Niedersächsischen Landesbehörde für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) sei bislang wirkungslos geblieben.

Mangelhafte Infrastruktur: Schimmel, alte Kasernengebäude und Dreibettzimmer

Neben den fehlenden Lehrgängen ist auch die Situation an den Ausbildungsstätten ein großes Problem. „Die Standorte Celle-Scheuen und Loy sind teilweise in einem katastrophalen Zustand“, so Klensang. „Es kann nicht sein, dass Feuerwehrleute, die ehrenamtlich ihr Leben für andere riskieren, in Unterkünften mit Schimmel oder kaputten Heizungen untergebracht werden.“

Zudem seien Dreibettzimmer in der Erwachsenenbildung nicht mehr tragbar. „Das ist schlichtweg nicht zeitgemäß“, so Klensang weiter. „Und wenn Lehrgangsteilnehmer abends noch durch die Stadt fahren müssen, weil sie an einem Standort schlafen und an einem anderen unterrichtet werden, dann sorgt das für zusätzlichen Unmut.“

Bellmann ergänzt: „Seit 2013 versucht man, die Kapazitäten zu steigern, aber in Wirklichkeit passiert zu wenig. Die Bauarbeiten an den Schulstandorten ziehen sich viel zu lange hin. Man hätte längst handeln müssen!“

Butter sieht darin ein klares Zeichen mangelnder Wertschätzung für die Ehrenamtlichen: „Wenn unsere Feuerwehrleute am Standort Loy Räumlichkeiten niedrigsten Standards vorfinden, defekte Heizungen und Räume, die wegen Schimmel geschlossen sind, so ist das weder eine Wertschätzung noch Werbung fürs Ehrenamt.“

Personalmangel verschärft die Lage

Auch die personelle Ausstattung an den Ausbildungsstätten lässt zu wünschen übrig. 13 Dozentenstellen sind aktuell unbesetzt. Klensang sieht das Problem klar: „Es ist logisch, dass weniger Dozenten weniger Lehrgänge bedeuten. Es gibt einfach nicht genug Kapazitäten. Dass darunter auch die Qualität leidet, ist nur eine Frage der Zeit.“

Bock ergänzt: „Die Landesregierung muss dringend gegensteuern! Schon jetzt sind die Funktionsträger, auch im Landkreis Harburg, massiv belastet.“

Ein weiteres Problem: Die Berufsperspektiven für potenzielle Ausbilder sind wenig attraktiv. „Berufsfeuerwehrleute haben oft wenig Anreize, an den Schulen zu unterrichten, da sie im Einsatzdienst besser verdienen und Zuschläge bekommen. Man müsste gezielt Fachkräfte aus anderen Bereichen gewinnen, um die Lücken zu füllen“, schlägt Bellmann vor.

Digitale Ausbildung – Chance oder Risiko?

Um den Engpass zu entschärfen, setzt das Land verstärkt auf digitale Lehrgänge. Eine Lösung? Ja, aber nicht für alles, meint Klensang: „In bestimmten Bereichen macht das durchaus Sinn, aber Feuerwehr ist Praxis. Wir müssen im Brandhaus mit echtem Feuer üben, mit Drehleitern arbeiten, verschiedene Geräte in die Hand nehmen. Das kann kein Online-Kurs ersetzen.“

Bellmann sieht das ähnlich, weist aber darauf hin, dass digitale Angebote eine wichtige Ergänzung sein können: „Gerade für Kameraden mit Familie, die sich so flexibler weiterbilden können, ist das sinnvoll. Aber man muss aufpassen, dass die Praxis nicht zu kurz kommt.“

Bürokratie und mangelnde Flexibilität: Ein hausgemachtes Problem?

Ein weiteres Problem ist der bürokratische Aufwand. Früher wurde die Lehrgangsvergabe noch auf Papier erledigt – heute läuft alles über das Verwaltungsprogramm „FeuerOn“. Eine Erleichterung? Nicht unbedingt. „Die digitale Anmeldung ist zeitgemäß, aber das System ist nicht optimal. Alle müssen nacheinander freigeben, erst die Gemeinde, dann der Kreis, dann das Land. Das zieht sich durch das ganze Jahr und macht den Prozess träge“, kritisiert Bellmann.

Besonders frustrierend: Die Lehrgangsplätze für ein Jahr werden bereits im Oktober oder November des Vorjahres verteilt. „Danach gibt es kaum noch Spielraum für Anpassungen. Wer sich im Frühjahr oder Sommer anmeldet, hat oft Pech“, so Bellmann. „Wir müssen heute schon für 2026 kämpfen. Das ist absurd!“

Feuerwehren fordern schnelle Lösungen

Die Kritik an der Landesregierung wächst. Zwar wurden Sanierungen und bessere Strukturen versprochen, doch die Umsetzung lässt auf sich warten. Klensang bringt es auf den Punkt: „Wenn alle geplanten Baumaßnahmen wirklich mal umgesetzt werden, dann hätten wir eine Feuerwehrschule, die im Vergleich mit anderen Bundesländern richtig gut dasteht. Aber aktuell sind wir meilenweit davon entfernt.“

Auch Bellmann fordert mehr Tempo: „Wir brauchen nicht noch mehr Ankündigungen, sondern endlich Taten. Die Ausbildung unserer Feuerwehrleute ist nicht irgendein Randthema – sie ist die Basis für unsere Sicherheit!“

Butter und Bock fordern ebenfalls ein entschlosseneres Vorgehen. „Die von der Innenministerin angekündigte Fertigstellung der Baumaßnahmen für Ende 2029 ist nicht ambitioniert genug. Wir brauchen schnelle und konkrete Verbesserungen – insbesondere bei den Unterkunftsgebäuden“, so Bock abschließend.

Bis es soweit ist, bleibt den Feuerwehren nur, mit den vorhandenen Ressourcen das Beste herauszuholen. Doch wie lange das noch gut geht, ist ungewiss.

Volker Bellmann, Kreisbrandmeister des Landkreises Harburg | Foto: Matthias Köhlbrandt
Stades Kreisbrandmeister Henning Klensang | Foto: Daniel Beneke
Redakteur:

Anika Werner aus Winsen

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