"Furcht ist unbegründet"

Referierten über ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen (v. li.): Thorsten Völker, Christian Berndt, Angela Rehaag, Frank Soetebier
und Wilfried Haensch  Foto: thl
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Winsener Bürgerdialog zum Thema Flüchtlinge: Kaum Polizeieinsätze wegen der neuen Mitbürger

thl. Winsen. "Wenn jemand sagt, Flüchtlinge würden viele Straftaten begehen, ist das reiner Populismus", sagte Winsens Polizei-Chef Wilfried Haensch jetzt im Rahmen des Bürgerdialoges zum Thema Flüchtlinge, zu dem die Stadt eingeladen hatte. "Wir verzeichen bei uns im Wachbereich rund 17.000 Einsätze pro Jahr. Bis Ende September hatten gerade einmal 130 Einsätze mit Asylbewerbern zu tun. Von daher ist die Furcht also völlig unbegründet." Die meisten Einsätze fänden in den Unterkünften statt, wenn sich dort Bewohner verschiedener Nationalitäten, die auf engstem Raum wohnen, in die Haare bekommen.
Neben Haensch berichteten Bäckermeister Frank Soetebier, Superintendent Christian Berndt und Angela Rehaag vom Herbergsverein über die Erfahrungen mit Flüchtlingen.
Thorsten Völker von der Ausländerbehörde des Landkreises Harburg versogte die rund 80 Besucher zunächst mit nüchternen Zahlen. Von den 36.529 Einwohnern Winsens seien 3.412 Ausländer und 2.231 sogenannte Mehrstaatler. 2.417 Nicht-EU-Ausländer hätten einen Aufenthaltstitel, davon seien 258 anerkannte Asylbewerber. 187 Menschen hätten eine Gestattung im laufenden Asylverfahren, 112 weitere seien ausreisepflichtig, würden aber aus den unterschiedlichsten Gründen derzeit geduldet werden. Insgesamt kämen die Ausländer in Winsen aus knapp 100 Herkunftsländern.
Völker wies darauf hin, dass der Landkreis im kommenden Jahr mehrere Asylunterkünfte schließen würde. Die drei in Winsen (Bürgerweide, Lüneburger Straße, Scharmbecker Weg) blieben aber erhalten.
Bäckermeister Frank Soetebier berichtete, dass die Zusammenarbeit mit Ausländern zuerst enorme Probleme bereitet habe. "Es gab z.B. unterschiedliche Auffassungen, was die Arbeit betrifft", so Soetebier. "Aber auch wir haben gelernt." Heute seien elf seiner 220 Mitarbeiter Flüchtlinge, die teilweise auch schon Führungsaufgaben übernehmen würden. "Das ist ein wertvoller Beitrag für unseren Betrieb. Und wir haben mit ihnen weniger Probleme, als mit manchen deutschen Auszubildenden", so der Unternehmer weiter. Zumal kaum noch jemand das Bäckerhandwerk lernen wolle.
Die Willkommenskultur bei der Kirche sei ein großer Erfolg, war sich Superintendent Christian Berndt sicher: "Das Internationale Café hat Menschen zusammengebracht, das hat sich bewährt." Es seien Ängste abgebaut worden, zudem seien zahlreiche Patenschaften gewachsen. Angela Rehaag vom Herbergsverein betonte allerdings: "Das ist nur mit Hilfe von Ehrenamtlichen zu schaffen. Und davon können wir immer welche gebrauchen."

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Das Interesse der Bürger war groß

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