Graue Steinwüsten statt grüner Gärten

Trotz Verbots gibt es die Steingärten immer noch

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Neue Beete in Winsen
Insektenfreundlich oder nur gut gemeint?

Von dem Schottergemisch soll bald nichts mehr zu sehen sein, so Theo Peters, Pressesprecher der Stadt Winsen | Foto: Anika Werner
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  • Von dem Schottergemisch soll bald nichts mehr zu sehen sein, so Theo Peters, Pressesprecher der Stadt Winsen
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Liebe Leserinnen und Leser,

neulich erreichte mich eine Nachricht von einer aufmerksamen Leserin: Im Baugebiet Norderbülte, genauer gesagt am Zuckerkamp, seien neue Beete mit Schotter angelegt worden. „Ich dachte, das sei gar nicht erlaubt – und für Insekten sicher auch nicht gerade eine Freude“, schrieb sie.

Ich gebe zu: Beim ersten Blick war ich ebenfalls skeptisch. Große Flächen mit Split und Steinen lassen oft vermuten, dass hier ein pflegeleichter, aber ökologisch fragwürdiger Schottergarten entstanden ist – also eine Art Steinwüste, die weder Regenwasser durchlässt noch Insekten Nahrung bietet. Doch weil der erste Eindruck bekanntlich täuschen kann, fragte ich direkt bei der Stadt nach.

Und siehe da – die Antwort überraschte mich. Theo Peters, Pressesprecher der Stadt Winsen, erklärte mir:
„Es handelt sich nicht um klassische Schotterbeete, sondern um extensiv angelegte Flächen mit Schottergemisch. Unter der Mulchauflage aus Splitt befinden sich keine Folien oder Vliese – die Fläche ist wasserdurchlässig, das Bodenleben wird nicht verhindert.“

Ich war neugierig und machte mich selbst auf den Weg dorthin. Tatsächlich: Unter dem Splitt liegt kein Plastik, sondern Erde. Und aus der schauen bereits jetzt Gräser, Bodendecker und junge Bäume heraus. Kein Vergleich zu den leblosen Schotterflächen, wie wir sie aus Vorgärten kennen. Theo Peters betont weiter:
„Diese Staudenmischpflanzungen sind auf zunehmende Hitze und Trockenheit ausgerichtet – sie sehen anfangs karg aus, entwickeln aber mit der Zeit eine geschlossene Pflanzendecke und bieten vielen Insekten Lebensraum.“

Ob diese Lösung wirklich so gut funktioniert, wie sie klingt, wird die Zeit zeigen. Ob der Boden darunter wirklich lebendig bleibt und wie viele Wildbienen & Co. sich dort ansiedeln – das lässt sich wohl erst in ein paar Monaten oder Jahren beurteilen. Aber ich finde: Es ist ein Anfang. Und es zeigt, dass auch städtische Bepflanzung nicht automatisch „Betonwüste“ bedeuten muss.

Wenn Sie sich übrigens selbst ein Bild machen wollen, was Insekten brauchen, dann empfehle ich Ihnen die Broschüre „Insektenvielfalt in Niedersachsen“, die der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) herausgibt. Sie kann kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden – unter diesem Link. Darin finden sich viele Tipps für Garten, Balkon und öffentliche Flächen – und eine Portion Inspiration dazu, wie wir Lebensräume schaffen können, die brummen und summen.

Ich bin gespannt, wie sich das Beet am Zuckerkamp entwickelt.

Beste Grüße
Anika Werner

Von dem Schottergemisch soll bald nichts mehr zu sehen sein, so Theo Peters, Pressesprecher der Stadt Winsen | Foto: Anika Werner
Die Fläche ist wasserdurchlässig, hält den Boden länger feucht und verringert das Anwachsen von Unkräutern | Foto: Anika Werner
Redakteur:

Anika Werner aus Winsen

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