Stöckter Hafen
Neues Leben für den alten Speicher

Blick aus der Mitte des Hafenbeckens auf Marina und Speicher-Gebäude | Foto: Jan Filter
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  • Blick aus der Mitte des Hafenbeckens auf Marina und Speicher-Gebäude
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Am Stöckter Hafen in Winsen weht ein frischer Wind: Hermann Vaick verwandelt das historische Hafenareal aktuell in eine lebendige und nachhaltige Mischung aus Wohnen, Gewerbe und maritimer Geschichte. Herzstück des Umbaus ist der alte Hafenspeicher aus den 1930er Jahren, wo in diesen Tagen moderne Lebens- und Arbeitswelten entstehen. Der Hafen bleibt so ein offener, zugänglicher Treffpunkt mit rustikalem Charme – auch wenn sich hinter den Kulissen baulich gewaltig etwas dreht.

Der Stöckter Hafen ist eine kleine Erfolgsgeschichte. Die Liegeplätze an den neuen Schwimmstegen sind nahezu ausgebucht. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung sei hoch, sagt Hafen-Eigentümer Vaick erfreut. Davon zeugen nicht zuletzt gut besuchte Veranstaltungen wie mehrere Konzerte, die über den Sommer dort stattfanden - zuletzt das Fahrradkonzert der Ortsteile Stöckte und Hoopte im August. Sondern selbst im tiefsten Winter ist der Hafen wichtig: Das durch das Sperrwerk an der Ilmenaumündung geschützte Becken dient als sicheres Winterlager für mehrere Pontons aus der Umgebung, sowie die Elbfähren.

Der Instandhaltungsaufwand für das Hafenbecken ist erheblich. Bedingt durch die Elbvertiefung und den damit verbundenen größeren Tidenhub haben sich die Fließgeschwindigkeiten erhöht und der Sedimenteintrag verdoppelt. Dies erfordert regelmäßige, aufwendige Spülmaßnahmen, die an strenge Umweltauflagen gebunden sind und dem Lauf der Gezeiten angepasst werden müssen.

Der wuchtige alte Speicher, der seit Jahren aufwendig umgebaut wird, ist ein auffälliger Mittelpunkt des Hafens. Ursprünglich war hier Gastronomie geplant. Corona und die allgemeine Situation der Gastronomie erzwangen inzwischen eine Änderung des Konzeptes hin zu Gewerbe- und Wohneinheiten. Im Inneren trifft Industrie-Charme auf Moderne. Mit Spezialgerät wurden tiefe Fensteröffnungen in den massiven Beton geschnitten. Die alten Betonwände und Silo-Trichter bleiben so sichtbar und kontrastieren mit edlen Natursteinböden. Vier Statuen, welche die Jahreszeiten symbolisieren, zieren nun als Blickfang die Fassade.

Wie viel Herzblut in den historischen Details steckt, zeigt auch der um 1900 erbaute und heute von Tochter Rebekka Vaick als Werkstatt ihrer Möbeltischlerei genutzte Schuppen, der erweitert und innen modern ausgebaut wurde. Die Baumstamm-Konstruktion außen wurde freigelegt und traditionell mit reinem Leinöl und blauem Pigment gestrichen, innen greift der Anbau Form und Konstruktion originalgetreu auf.

An der Nordseite liegt die alteingesessene Werft Eckhoff, die den ursprünglichen Industrie-Charme des Hafens bewahrt. Daneben findet sich das Atelier „Zeitreich“ in einem Containerbau. Als weiteres historisches Highlight des Hafens ist 2024 auch noch das Museumsschiff „Ilmenau“ hinzugekommen. Der alte Frachter von 1890 ist der letzte Zeuge der Ilmenau-Schifffahrt nach Bardowick. Fahrtüchtig ist der Kahn wegen strenger Sicherheitsauflagen nicht mehr. Aktuell sucht Vaick händeringend ein Nutzungskonzept, damit das Schiff sich wirtschaftlich trägt und so nachhaltig erhalten bleiben kann.

Wenn Hermann Vaick heute auf den Stöckter Hafen blickt, sieht er seine ursprüngliche Vision fast vollständig verwirklicht: Einen lebendigen, von der Bevölkerung geschätzten Mix aus Wohnen, Gewerbe, Kunst und Freizeit, der sich wirtschaftlich selbst trägt und so sicherstellt, dass der Hafen auch künftigen Generationen erhalten bleibt.

Redakteur:

Jan Filter aus Winsen

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