Unfallschwerpunkt in Winsen
Wenn der Rechtsabbieger zur Falle wird

Fünfmal krachte es in diesem Jahr bereits an der Kreuzung Bahnhofstraße/Hansestraße - viermal davon war der Hergang ein ganz bestimmter | Foto: Jan Filter
  • Fünfmal krachte es in diesem Jahr bereits an der Kreuzung Bahnhofstraße/Hansestraße - viermal davon war der Hergang ein ganz bestimmter
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In diesem Jahr hat es an der großen Kreuzung Bahnhofstraße, Hansestraße und Lüneburger Straße in Winsen bereits fünfmal gekracht. Besonders gefährdet sind Rad- und E-Scooter-Fahrer auf dem Weg in Richtung Borstel. Die Polizei schlägt aufgrund der auffälligen Häufung nun Alarm und will die Situation gemeinsam mit den Behörden entschärfen.

Im Fokus der Ermittler steht der sogenannte „freie Rechtsabbieger“. Wer mit dem Auto aus der Innenstadt kommt und von der Bahnhofstraße in die Hansestraße einbiegt, muss hier besonders aufpassen. In vier von fünf Fällen wiederholte sich zuletzt exakt derselbe Unfallhergang: Pkw-Fahrer nahmen Radlern oder E-Scootern die Vorfahrt. Das Tückische an der Verkehrssituation: Die Zweiräder waren ordnungsgemäß auf dem linksseitigen Radweg in Richtung Borstel unterwegs und kamen für die Autofahrer von rechts.

Warum knallt es an dieser Stelle so oft? Polizeihauptkommissar und Pressesprecher Jan Krüger hat nach der Auswertung der Unfälle eine klare Erklärung. „Anzunehmen ist, dass die Fahrer im Abbiegevorgang den Fokus mehr auf den für sie von links kommenden Verkehr legten“, so Krüger. Wer jedoch nur nach links schaut, um sich zügig in den fließenden Verkehr der Hansestraße einzufädeln, übersieht schnell die von rechts herannahenden Fahrräder oder E-Scooter.

Ein Blick in die Statistik der Polizei rückt das Problem ins richtige Licht: Seit 2024 gab es im gesamten Kreuzungsbereich zwar 13 Unfälle, doch dass es an exakt diesem Rechtsabbieger so oft scheppert, ist eine völlig neue und besorgniserregende Entwicklung in diesem Jahr. Zuvor gab es in der mehrjährigen Betrachtung nur einen einzigen vergleichbaren Fall. Zwar kracht es an großen Knotenpunkten generell häufiger, weil Ampeln, Spuren und verschiedene Fahrzeuge gleichzeitig im Blick behalten werden müssen, doch diese plötzliche Häufung am freien Rechtsabbieger lässt aufhorchen.

Die Polizei nimmt die Gefahr ernst. „Die Häufung ist auffällig und wird seitens der Polizei mit den zuständigen Behörden thematisiert werden“, verspricht Jan Krüger. Es wird also geprüft, wie die Ecke baulich oder verkehrstechnisch sicherer gemacht werden kann. Bis es so weit ist, gilt für alle Autofahrer: Fuß vom Gas beim Rechtsabbiegen und unbedingt ein bewusster Schulterblick nach rechts. Rad- und Scooter-Fahrer sollten an dieser Stelle zur eigenen Sicherheit entsprechend defensiv fahren und einmal mehr den Blickkontakt zu den Autofahrern suchen, bevor sie die Straße kreuzen.

Redakteur:

Jan Filter aus Winsen

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