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Niedersachsenstraße Winsen
Anwohner-Wut: Kommt jetzt Tempo 30?

Durch das erlaubte Gehwegparken wird der Platz knapp in der Niedersachsenstraße | Foto: Jan Filter
  • Durch das erlaubte Gehwegparken wird der Platz knapp in der Niedersachsenstraße
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Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Winsen fordert in einem neuen Ratsantrag eine drastische Verkehrsberuhigung für die vielbefahrene Niedersachsenstraße. Neben einer durchgehenden Herabsetzung der Geschwindigkeit auf 30 km/h soll auch das umstrittene Parken auf den Gehwegen komplett abgeschafft werden. Grundlage für den Vorstoß ist eine aktuelle Haustürbefragung der Partei, bei der rund 90 Prozent der betroffenen Anwohner die Pläne unterstützen. Bereits am 2. Juni wird das Thema im städtischen Bau- und Verkehrsausschuss heiß diskutiert.

Fast alle Teilnehmer der Befragung bewerten die aktuelle Situation als unsicher. Laut der Anwohner brettern viele Fahrzeuge regelmäßig mit deutlich mehr als den erlaubten 50 km/h durch die Straße oder setzen zu riskanten Überholmanövern an.

Auch für Radfahrer ist die Strecke ein Spießrutenlauf. Weil auf der Fahrbahn der Platz fehlt, weichen viele aus Angst auf den Bürgersteig aus. Dazu kommt der ständige Krach: Die Hälfte der Befragten klagt über massiven Verkehrslärm, der die Lebensqualität einschränkt.

„Die Zahlen sprechen für sich: Wer täglich auf der Niedersachsenstraße unterwegs ist, fühlt sich schlicht nicht sicher,“ sagt Malte Tödter, der für die Grünen Mitglied im Bau- und Verkehrsausschuss ist.

Verkehrspolitisch ist die jetzige Regelung für viele Bürger kaum nachzuvollziehen. Die Niedersachsenstraße liegt mitten in einem Wohngebiet, das ringsherum ohnehin schon komplett als Tempo-30-Zone ausgewiesen ist. Und an der Kreuzung mit der Eckermannstraße wird es besonders kurios: Hier beginnt die verlangsamte Zone kurz vor der Einmündung und endet direkt dahinter wieder – Autofahrer dürfen also sofort wieder beschleunigen.

Dabei ist die Straße, vor allem an der Kreuzung zur Dorotheenstraße, eine der zentralen Achsen für Fußgänger und Radler aus der östlichen Kernstadt in Richtung City. Seit nunmehr 20 Jahren gibt es immer wieder Vorstöße der Winsener Ortspolitik, hier etwas zu verändern – passiert ist aber bislang nichts.

Ein weiteres großes Ärgernis für viele Anlieger ist nach der Umfrage der Grünen das Gehwegparken. Das ist zwar erlaubt - Autos blockieren jedoch damit die ohnehin schmalen Wege täglich. Wer hier mit dem Kinderwagen, dem Rollator oder dem Rollstuhl durchkommen will, steht oft vor unüberwindbaren Hindernissen. Die Grünen schlagen deshalb vor, die parkenden Autos komplett auf die Fahrbahn zu verbannen. 

Der Antrag der Grünen sieht vor, dass die Stadtverwaltung die rechtlichen Möglichkeiten für Tempo 30 und die Aufhebung des Gehwegparkens prüft. Gibt die Verwaltung grünes Licht, sollen die Maßnahmen zügig umgesetzt werden.

Redakteur:

Jan Filter aus Winsen

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