Halbzeit im Winsener Stadtrat
"Ich habe mir das Mandat schon anders vorgestellt"

Christoph Fascher  Foto: CDU
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"Neue" Ratsmitglieder ziehen nach zweieinhalb Jahren ihre ganz persönliche Halbzeitbilanz

thl. Winsen. Im November 2016 hat sich der neue Stadtrat konstituiert. Wie üblich, gab es auch einige neue Gesichter in dem Gremium. Jetzt ist die erste Hälfte der Legislaturperiode vorbei. Grund genug für das WOCHENBLATT, bei einigen "Neuen" mal nach der persönlichen "Halbzeit-Bilanz" zu fragen. Im ersten Teil kommen Christoph Fascher (CDU) und Johanna Fast (FDP) zu Wort.
• Christoph Fascher:
"Als Neuling im Winsener Stadtrat kann ich rückblickend auf die vergangenen zweieinhalb Jahre von vielen positiven Erfahrungen berichten. Man lernt viele Prozesse und Hintergründe aus völlig neuen Blickwinkeln kennen, welche einem vorher in Art und Umfang so nicht bekannt waren. Zu Beginn muss man sich natürlich in viele Themen erst einarbeiten, aber da man innerhalb der Fraktionen auch einige 'alte Hasen' an Bord hat, ging dies bislang immer problemlos. Mit der Position als Vorsitzender des Bauausschusses wurde der Kontakt zum Rathaus noch enger, welcher ebenfalls bislang immer reibungslos funktionierte. Als Gruppe ist es nicht immer einfach, Entscheidungen mit Blick auf gesamte Stadtgebiet zu treffen, doch wenn man mal einen Blick über den Tellerrand wirft, kann ich für mich behaupten, dass ich gern in Winsen wohne und ich denke, so mach anderer tut dies auch. Für die Zukunft werde ich weiterhin meine Meinung in die Ausschüsse einbringen und hoffe, auch hier weiterhin Glück bei der richtigen Entscheidung aller kommenden Themen zu haben. Abschließend gesagt, schätze ich sehr, dass man trotz so manch hitziger Diskussion und Uneinigkeit im Rat anschließend mit allen Mitgliedern des Gremiums fernab der politischen Themen auf einer persönlichen Ebene nette Gespräche führen kann."
• Johanna Fast:
"Sagen wir mal so, ich habe mir das Ratsmandat schon anders vorgestellt. Keine Frage, es macht mir nach zweieinhalb Jahren noch Spaß – allerdings nicht immer. Als Neuling musste ich viele Dinge lernen. Zum Beispiel, dass der 'Job' teilweise undankbar ist: Man opfert seine Freizeit (und das grundsätzlich gerne) und trotzdem genießt das Amt in der Bevölkerung keinen besonders guten Ruf. 'Die da oben' heißt es oft und das, obwohl das Ratsmandat ein Ehrenamt neben dem Job und anderen Verpflichtungen ist. Ich finde es schade, dass sich viele so wenig mit der Kommunalpolitik beschäftigen und sich nur dann regen, wenn sie persönlich von etwas betroffen sind. Das und viele andere Dinge musste ich lernen in der ersten Halbzeit – und hoffe, dass ich mit diesem Wissen noch einiges anstoßen kann. Mein Highlight während der ersten zweieinhalb Jahre im Rat war auf jeden Fall die Gruppenbildung mit Fatih Sarikaya, was uns nicht nur einen tollen Mitstreiter beschert hat, sondern auch das Stimmrecht in den Ausschüssen. So konnten wir im letzten Jahr den Haushalt maßgeblich mit gestalten und ermöglichen, was mich sehr gefreut hat. Wenn ich etwas ändern könnte, wäre es die Schnelligkeit, mit der Entscheidungen umgesetzt werden. Ich weiß nicht, wie viele Konzepte ich schon gesehen habe in den vergangenen Jahren – und wie wenig davon tatsächlich umgesetzt wurde. Weniger Konzepte, mehr umsetzen wäre mein Wunsch. Aber da muss man sich auch an die eigene Nase fassen und selbst mehr hinterher sein. Für die zweite Halbzeit nehme ich mir vor, mehr eigene Ideen und Anträge einzubringen und so das für mich Beste aus dieser tollen Gelegenheit herauszuholen. Und ich will mich als junge Frau noch mehr durchsetzen in dem eher männlich geprägten Rat – damit hoffentlich auch andere junge Frauen Lust auf so ein Amt bekommen."

Christoph Fascher  Foto: CDU
Johanna Fast  Foto: Fast

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