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Erste Hundeklappe im Landkreis Stade

Heidi Aschmuteit mit einem ausgesetzten Hund (Foto: ig)

Tierschützerin plant in Kehdingen anonyme Tier-Abgabestelle / Zwinger mit Dach, Futter und Briefkasten

tp. Drochtersen/Stade. Eine Collie-Hündin, angebunden an einem Baum im Rüstjer Forst bei Harsefeld, um sie herum ein halbes Dutzend Welpen - dieses traurige Hundeschicksal rührte vor einigen Jahren Tierfreunde zu Tränen. Nach Bekundungen der Tierschützerin Heidi Aschmuteit (58) aus Kehdingen ist dies nur die Spitze des Eisbergs. Um die sich häufenden Fälle ausgesetzter Tiere in geordnete Bahnen zu lenken, plant sie auf ihrem "Tierhof Stade" in Drochtersen-Dornbuschermoor die erste Hundeklappe im Landkreis Stade.

Heidi Aschmuteit, Vorsitzende des Vereins für den Tierschutz Stade und Umgebung, nennt erschütternden Beispiele, bei denen Halter aus der Region Stade/Cuxhaven ihre ungewollten Tiere achtlos im Freien entsorgten: Dackel-Terrier-Mix Wendelin, der auf dem Tierhof lebt, wurde bei Harsefeld ausgesetzt, zuvor hatten ihn die Besitzer bis zur Unkenntlichkeit kahlgeschoren. Eine betagte York-Terrier-Hündin erfror im Winter in einer Hundebox unter einer Parkbank auf eine Rastplatz. Vor dem Tierhof wurde nachts ein Waschmaschinenkarton voll weißer Mäuse abgestellt. Hunderte Tiere wurden von den Artgenossen totgetrampelt. Diverse Male banden Hundebesitzer ihre Tiere im Schutz der Dunkelheit an einen Zaunpfahl vor dem Tierhof an. Die Helfer fanden zudem frühmorgens eine Katze mit einem Wurf in einem Jutesack. Auch Exoten wie Geckos und Schildkröten wurden anonym auf dem Tierhof-Gelände ausgesetzt.

Dem Beispiel von Großstädten folgend, plant Aschmuteit jetzt mit einfachen Mitteln eine Hundeklappe, in der auch andere Tierarten abgegeben werden können: Ein gebrauchter Zwinger mit Schutzdach, Futter und Trinknapf reichen. Vorgesehen ist ergänzend ein Briefkasten, in dem die Halter freiwillig Notizen über Herkunft, Alter und Eigenarten der Tiere einwerfen können.

Aus Sicht des Landkreises Stade kann eine Hundeklappe den positiven Effekt haben, dass weniger Tiere ausgesetzt werden, so Pressesprecher Christian Schmidt. Erforderlich sei eine Tierhaltungserlaubnis, ein Nachweis der Sachkunde und der erforderlichen Räume und Anlagen.

Da es sich um die erste Hundeklappe im Landkreis handeln würde, wäre die möglichen Genehmigung zunächst zeitlich befristet und unterliege der intensiven Kontrolle durch das Veterinäramt. Eine Kostenbeteiligung des Landkreises an der Hundeklappe sei nicht möglich.

Heidi Aschmuteit vermutet, dass mit der Hundeklappe die Zahl der abgegeben Tiere eher steigen wird und verweist auf die Stadt Cuxhaven. Dort habe der Verein Katzenhilfe die anonyme Tierklappe aus diesem Grund wieder schließen müssen, so Aschmuteit: "Ich möchte es trotzdem probieren."

Der Tierhof Stade, der zur Zeit 35 Hunde und 30 Katzen beherbergt und vermittelt, sucht Unterstützer, Tel. 04143 - 5243.