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Anwohner in Groß Sterneberg bleiben verschont

Die ursprünglich favorisierte Transportroute (blau) über die K80 von der Sandentnahmestelle (Mitte li.) zur Rotschlammdeponie (oben re.) gilt als verworfen. AOS plant nun den Bau (rot gestrichelt) und Ausbau (rot) von Wirtschaftswegen. Ein fertiger Abschnitt der Trasse liegt am Hammaher See (Mitte) (Foto: Karte: Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten/Grafik: MSR)

Sandtransport: AOS plant siedlungsferne Alternativstrecke zwischen Rotschlammdeponie und Tagebaugrube

tp. Hammah. Die Anwohner der Kreisstraße 80 (K80) zwischen Hammah und Groß Sterneberg können aufatmen. Nach aktuellen Plänen, die kürzlich bei einer Info-Veranstaltung im Rathaus in Hammah ausgerollt wurden, ist der von ihnen befürchtete Schwerlastverkehr durch Sand-Lastwagen des Industrieunternehmens Aluminium Oxid Stade (AOS) mitten durchs Dorf so gut wie vom Tisch.
Nach massiven Protesten der Anwohner und einer Bürgerinitiative, u.a. bei einer Trecker-Demo, rückte die AOS von ihrer ursprünglich favorisierten Trassenführung über die K80 und K3 ab und will einen weit von der Wohnbebauung entfernten privaten Wirtschaftsweg durch das Moor bauen.

Die AOS benötigt Sand zur Erhöhung des Schutzdeiches seiner Rotschlammdeponie im Stadermoor. Die Sandentnahmestelle liegt südlich von Groß Sterneberg neben dem Hammaher See, einer ehemaligen Sandabbaugrube. Vorgesehen ist die Gewinnung von rund einer Million Kubikmeter Sand innerhalb von 15 Jahren. Von dem Schwerlastverkehr an sechs Tagen in der Woche mit Lkw oder Traktoren bleiben die Anwohner, darunter viele junge Familien, nun aller Voraussicht nach verschont. Bis auf wenige Einzelhäuser an der künftigen Kreuzung mit der K80 liegt die Alternativtrasse laut Hammahs Bürgermeister Rainer Jürgens "überwiegend mindestens 300 Meter von den Wohnhäusern entfernt".

"Ganz ohne Belastung geht es allerdings nicht", räumt Jürgens ein. Ein Teil der rund 1,5 Kilometer lagen Strecke liegt direkt am Hammaher See, einem heutigen Naturschutzgebiet, in an dem seltene Vögel beheimatet sind und der als Naherholungsgebiet für Angler, Spaziergänger und Radfahrer dient.

"Nun drängt die Zeit", sagt Jürgens. Ein neuer Bebauungsplan, der auch den Rückbau des Transportweges nach 15 Jahren regelt, muss noch in diesem Jahr aufgestellt werden. Entsprechende Sitzungen will die Verwaltung bis November einberufen. Andernfalls greife die alte, inzwischen als verworfen geltende alte Wegeplanung der AOS.