Sparen ohne Verzicht
Energiewegweiser des Landkreises Harburg gibt Tipps
- Energieberater Gert Schulz (li.) von der Verbraucherzentrale sowie Carolin Kersten und Oliver Waltenrath von der Stabsstelle Klimaschutz des Landkreises bieten Tipps zum Energiesparen
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Die täglichen Nachrichten und der Blick an der Zapfsäule machen es deutlich: Der Iran-Krieg führt die Verletzlichkeit und Folgen der Abhängigkeit von fossiler Energie vor Augen. In kürzester Zeit sind die Preise in die Höhe geschnellt, und Fragen zur Versorgungssicherheit beherrschen die Debatte. „Die Menschen sind verunsichert und haben viele Fragen, wie sie Energie sparen können“, stellt Oliver Waltenrath, Klimaschutzmanager des Landkreises Harburg, immer wieder fest. Viele Menschen würden denken, das gehe nur mit Verzicht oder umfangreichen Bauarbeiten in der eigenen Wohnung. „Ein weitverbreitetes Vorurteil: Im Alltag lässt sich oft mit einfachen Tricks und ohne Komfortverlust effektiv Energie einsparen“, sagt Waltenrath. „Das nützt dem eigenen Geldbeutel und dem Klima gleichermaßen.“ Die virtuelle Energieagentur des Landkreises will dabei unterstützen und gibt unter www.energiewegweiser.de einfache Tipps und Tricks zum Energiesparen.
Die Tipps ergänzen das umfangreiche Beratungsangebot, das der Landkreis gemeinsam mit der Verbraucherzentrale ebenfalls noch ausgebaut hat. So gibt es ab sofort in jeder zweiten Kommune im Landkreis einen Beratungsstützpunkt: In sechs Kommunen werden regelmäßige kostenfreie Energieberatungen angeboten, bei denen die Bürger auch erste Fragen zu den individuellen Gegebenheiten in ihrem Zuhause klären können.
„Klimaschutz und Energiesparen scheinen eine große Herausforderung zu sein“, weiß Oliver Waltenrath aus vielen Beratungsgesprächen nur zu gut. „Aber oft sind es die kleinen Entscheidungen und Alltagsgewohnheiten, die einen Unterschied machen und viel bewirken können“, betont er. „Schon kleine Veränderungen im Alltag sparen Energie, Geld und CO₂.“ Das zahlt sich aus – nicht nur im Portemonnaie: „Mit jeder gesparten Kilowattstunde wird man unabhängiger von globalen Krisen, bewusster im eigenen Konsum und nachhaltiger im Umgang mit Ressourcen – und gestaltetet ein Stück weit Zukunft.“
Das Sparpotenzial im eigenen Zuhause ist groß. Denn immerhin 25 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto privater Haushalte, die so rund 70 Milliarden Euro jedes Jahr für Energie ausgeben – bei steigender Tendenz.
Die meiste Energie verbrauchen die Bürger, damit sie es in den eigenen vier Wände warm und gemütlich haben: „Mehr als 85 Prozent der Energie in privaten Haushalten werden für Heizung und Warmwasser benötigt“, sagt Waltenrath. Besonders viel lässt sich natürlich durch Maßnahmen an der Gebäudehülle und -technik sparen. „Das meiste bringt eine moderne Heizung auf Basis erneuerbarer Energien in einem sanierten Haus.“ Aber auch wer keine Sanierungen plant, kann viel erreichen: „Die meisten Menschen schätzen ihren Verbrauch und den Einfluss schon kleinster Maßnahmen auf die Kosten falsch ein. 47 Prozent der Deutschen wissen gar nicht genau, wieviel Heizenergie sie eigentlich verbrauchen“, so Waltenrath. Hinzu kommt: Mehr als zwei Drittel der Heizungsanlagen in Deutschland arbeiten ineffizient. „Schon mit wenig Einsatz lässt sich viel erreichen – zum Beispiel mit programmierbaren Thermostaten, richtigem Lüften und einem Sparduschkopf.“
Allein das Absenken der Raumtemperatur um kaum spürbare ein Grad Celsius spart etwa sechs Prozent der Heizkosten. Und ein häufiger Fehler beim Lüften lässt sich ebenfalls vermeiden: Das Fenster nicht kippen, sondern mehrmals täglich bei abgedrehter Heizung stoßlüften. Wahre Stromfresser sind auch die viele Geräte im Stand-by-Modus. Besser ist es, Fernseher, Computer & Co. komplett auszuschalten. „Dabei helfen schaltbare Steckdosenleiste“, rät Waltenrath. Gerade der Stand-by-Verbrauch werde unterschützt: In vielen Haushalten liefen zehn bis 20 Geräte dauerhaft im Hintergrund. „Aber das summiert sich. Ein Energiefresser, den kaum jemand auf dem Plan hat, ist beispielsweise der Internetrouter. Sein jährlicher Stromverbrauch ist ähnlich hoch wie der eines Kühlschranks.“
Diese und viele weitere Tipps finden sich unter https://www.energiewegweiser.de/energiespartipps. Auch ansonsten bietet der Landkreis mit seiner virtuellen Energieagentur www.energiewegweiser.de ein vielfältiges Informations- und Beratungsangebot rund um Klimaschutz und Energiefragen. „Der Bedarf an fachlich fundierter und neutraler Beratung zu Energiethemen ist anhaltend groß“, stellt Oliver Waltenrath fest. „Mit Serviceangeboten wie dem Energiewegweiser wollen wir die Menschen unterstützen und Orientierung geben.“
Dazu bietet die Plattform rund um die Uhr Informationen, praktische Tipps und interaktive Tools. Auch Anmeldungen zu Online-Vorträgen in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale sind dort möglich, um so einen ersten, niedrigschwelligen Einstieg in ein Thema zu erhalten. Speziell zum Energiesparen wird am Mittwoch, 13. Mai, von 19 bis 20 Uhr ein Online-Vortrag „Energiesparen im Alltag“ angeboten“. Dort geht es darum, mit welchen einfachen Maßnahmen der Strom- und Heizverbrauch gesenkt werden kann. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Fragen an die Referentin, eine Energieberaterin der Verbraucherzentrale, zu stellen.
Wer den eigenen Energieverbrauch unter die Lupe nehmen will, ist bei den Checkangeboten richtig: Der Heizspiegel gibt einen Überblick, wo man mit den eigenen Heizkosten im Vergleich steht. Der Stromverbrauchs-Check zeigt auf, wieviel Storm man einsparen könnte und wo der eigene Haushalt im Vergleich zu anderen steht. Beide Programme sind auf dem Energiewegweiser in der Rubrik „Online-Checks“ zu finden. Und wer die Folgen des eigenen Energieverbrauchs auf das Klima wissen möchte, ist beim CO₂-Rechner richtig. Wer dann aktiv eigene Sanierungen plant, ist beispielsweise beim Modernisierungs-Check gut aufgehoben. Auch Hinweise zu passenden Förderprogrammen finden sich im Energiewegweiser.
Terminbuchungen zu den regelmäßige kostenfreie Energieberatungen mit unabhängigen und neutralen Energieberatern in Buchholz, Elbmarsch, Hanstedt, Neu Wulmstorf, Winsen und ab sofort auch in Seevetal sind ebenfalls über www.energiewegweiser.de unter der Aktionskachel „Energieberatung im Rat-/Kreishaus“ möglich. Ansprechpartner sind auch Oliver Waltenrath und sein Team bei der Stabsstelle Klimaschutz des Landkreises Harburg unter Tel. 04171 – 6936601.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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