Tipps zur Frühjahrsmahd
Mähtod vermeiden: So schützen Landwirte Wildtiere auf Wiesen und Feldern

Vor der Mahd müssen Flächen gründlich abgesucht werden, um den Tod von Wildtieren zu vermeiden. Entscheidend ist eine gute Abstimmung zwischen Landwirtinnen und Landwirten und Jägerinnen und Jägern | Foto: Christina Heinzel / LWK Niedersachsen
  • Vor der Mahd müssen Flächen gründlich abgesucht werden, um den Tod von Wildtieren zu vermeiden. Entscheidend ist eine gute Abstimmung zwischen Landwirtinnen und Landwirten und Jägerinnen und Jägern
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Wenn im Frühjahr die Mahd auf Wiesen und Feldern beginnt, geraten viele heimische Wildtiere in Gefahr. Rehkitze, Feldhasen und Bodenbrüter nutzen die dichten Bestände als Rückzugsort für ihren Nachwuchs – und werden dabei häufig Opfer landwirtschaftlicher Maschinen. Fachverbände rufen deshalb zu einer vorausschauenden Planung und abgestimmten Maßnahmen auf, um den sogenannten Mähtod wirksam zu vermeiden.

Verantwortung liegt bei den Bewirtschaftern

Die Frühjahrsmahd ist für landwirtschaftliche Betriebe unverzichtbar, um hochwertiges Futter zu gewinnen. Gleichzeitig verpflichtet das Tierschutzgesetz dazu, vermeidbares Leid und das Töten von Tieren zu verhindern. Damit liegt es in der Verantwortung der Flächenbewirtschafter, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Wildtiere zu schützen.
Da das gezielte Aufsuchen und Bergen von Wildtieren unter das Jagdrecht fällt, ist eine enge Abstimmung mit den örtlichen Jägerinnen und Jägern notwendig. Nur mit deren Zustimmung können auch externe Suchteams eingesetzt werden.

Planung beginnt lange vor dem Mähen

Bereits bei der Anbauplanung lassen sich wichtige Weichen stellen. Durch gezielt angelegte Randstreifen mit Wildackermischungen können Landwirte beeinflussen, wo sich Wildtiere bevorzugt aufhalten – und so sensible Bereiche entlasten.
Je näher der Mahdtermin rückt, desto wichtiger wird die rechtzeitige Kommunikation mit der Jägerschaft. In vielen Regionen stehen inzwischen Drohnenteams bereit, die Felder in den frühen Morgenstunden vor der Mahd absuchen.

Drohnen und einfache Mittel helfen

Als besonders effektiv gilt der Einsatz von Wärmebilddrohnen. Mit ihnen lassen sich im Gras verborgene Tiere zuverlässig aufspüren und sichern. Allerdings erfordert diese Methode Erfahrung, geeignete Technik und eine gute Organisation.
Ergänzend können auch einfache Hilfsmittel eingesetzt werden: Knistertüten, Flatterbänder oder Radios sorgen für Unruhe auf den Flächen und vertreiben Wildtiere vor Beginn der Arbeiten. Schon wenige Maßnahmen pro Hektar können die Anzahl der Tiere deutlich reduzieren.

Die richtige Mähstrategie macht den Unterschied

Während der Mahd selbst kommt es auf die richtige Technik an. Experten empfehlen, grundsätzlich von innen nach außen zu mähen. So erhalten fluchtfähige Tiere die Möglichkeit, die Fläche rechtzeitig zu verlassen.
In Bereichen mit bekannter Wilddichte sollte zudem langsamer gearbeitet und besonders aufmerksam vorgegangen werden. Akustische Wildwarner können zusätzlich helfen, Tiere frühzeitig aufzuschrecken.
Besondere Vorsicht ist an Feldrändern geboten, da sich hier viele Tiere aufhalten. An stark befahrenen Straßen kann es sinnvoll sein, die Mahd von der Straßenseite aus zu beginnen.

Rücksicht auf Bodenbrüter und Nachtzeiten

Da viele Tiere bei Gefahr instinktiv verharren, sollten Mäharbeiten in der Dunkelheit möglichst vermieden werden. Eine erhöhte Schnitthöhe von etwa 15 bis 20 Zentimetern kann insbesondere Bodenbrütern zusätzliche Überlebenschancen bieten.

Zusammenarbeit rettet Leben

Einigkeit besteht bei allen Beteiligten: Der Schutz von Wildtieren gelingt nur durch enge Zusammenarbeit. Eine frühzeitige Abstimmung zwischen Landwirten, Jägern und Lohnunternehmen ist entscheidend.
Wo diese Kooperation funktioniert, können jedes Jahr zahlreiche Tiere vor dem Mähtod bewahrt werden – ein wichtiger Beitrag für den Tierschutz und die Artenvielfalt in der Region.

Redakteur:

Julia Paepcke aus Buchholz

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