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Tag des offenen Denkmals am 14. September
Neuer Glanz für das alte Spritzenhaus in Rade

Martin Busch (li.) und Peter Johannsen freuen sich, dass das ortsbildprägende Spritzenhaus in Rade vor dem Abriss gerettet wurde | Foto: LK Harburg
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  • Martin Busch (li.) und Peter Johannsen freuen sich, dass das ortsbildprägende Spritzenhaus in Rade vor dem Abriss gerettet wurde
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Zwischenzeitlich war es dem Verfall preisgegeben und in einem so maroden Zustand, dass sogar der Abriss drohte – doch nun erstrahlt es wieder in neuem Glanz: Das alte Feuerwehrhaus gehört seit mehr als 130 Jahren zu Rade. Klein, fast unscheinbar steht das alte Spritzenhaus an der Dorfstraße unter hohen Eichen, am Rande des Hofes von Peter Johannsen. „Das gehört irgendwie hierher“, sagt Ortsbrandmeister Martin Busch. Wie gut die Renovierung gelungen ist, kann jeder beim Tag des offenen Denkmals am 14. September erleben – denn dann wird das Gebäude vorgestellt und öffnet von 12 bis 17 Uhr seine Türen, ebenso wie viele andere Denkmale im Landkreis Harburg, die so ganz besondere Einblicke in die Geschichte bieten.

Das alte Spritzenhaus erstrahlt nach der Sanierung in neuem Glanz und öffnet zum Tag des offenen Denkmals am 14. September | Foto: Landkreis Harburg
  • Das alte Spritzenhaus erstrahlt nach der Sanierung in neuem Glanz und öffnet zum Tag des offenen Denkmals am 14. September
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Bundesweit öffnen sich am zweiten Sonntag im September den Besucherinnen und Besuchern am Tag des offenen Denkmals Türen und Tore zu rund 5.000 alten und bedeutenden Gebäuden, Garten- und Landschaftsdenkmalen. Viele davon sind in Privatbesitz und sonst nicht zugänglich. Der Aktionstag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bietet unter dem Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ eine Entdeckungstour in die Geschichte. Er lädt dazu ein, Denkmale neu zu betrachten und ihren wahren Wert zu erkennen.

Was macht sie so kostbar? Warum sind sie unersetzlich? Was ist uns ihr Erhalt wert? Am Tag des offenen Denkmals werden die Geschichten hinter den Mauern erzählt. Ziel ist es, so das Bewusstsein und das Engagement für den Denkmalschutz zu stärken.

Zu klein für ein Auto

So wie die Ideen, die zur Rettung des alten Spritzenhauses in Rade geführt haben. Lange sah es nicht gut aus für das kleine Backsteinhaus. Das Problem: die Frage der Nutzung. Ende des 19. Jahrhunderts war es als Domizil für die Feuerwehr entstanden, auf dem Hofgelände und gegenüber dem ebenfalls angelegten Feuerwehrteich – dort befand sich an den Eichen auch eine Winde zum Hochziehen der trocknenden Schläuche. Viel Platz war damals nicht nötig. Peter Johannsen erinnert sich noch genau, wie die Feuerwehr in dem Häuschen ihre Utensilien zur Brandbekämpfung gelagert hatte und die Mitglieder regelmäßig zu Übungen kamen. Doch nach dem Neubau eines zeitgemäßen Feuerwehrhauses war es in den 1970er-Jahren vorbei damit – und das alte, noch nicht einmal zehn Quadratmeter große Spritzenhaus blieb verlassen zurück. An eine wirtschaftliche Nutzung war nicht zu denken. „Da passt kaum ein Auto rein – und wenn, kriegt man keine Tür auf“, sagt Johannsen.

Zurück zu den Wurzeln

So blieb das Häuschen sich selbst überlassen, der Zahn der Zeit nagte kräftig an dem Bau. „Eigentlich schade, das ist ortsbildprägend und ein Zeichen der Vergangenheit“, fand Martin Busch. Zusammen mit Eigentümer Johannsen wurden die Ideen zur Vitalisierung entwickelt, die dem Spritzenhaus neues Leben einhauchen. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagt er. So kehrt die Feuerwehr ein Stück weit zu ihren Wurzeln zurück: Die Mitglieder wollen dort alte Geräte ausstellen und so die Geschichte der Brandbekämpfung anschaulich machen. Zudem laden Tische und Bänke auf dem Rasen vor dem Backsteingebäude ein: „Wir schaffen hier einen kleinen Treffpunkt im Ortskern“, sagt Ortsbrandmeister Busch. Johannsen ist froh, dass sich so eine Nutzung findet: „Das kommt im Dorf gut an“, weiß er.

Martin Busch (li.) und Peter Johannsen freuen sich, dass das ortsbildprägende Spritzenhaus in Rade vor dem Abriss gerettet wurde | Foto: LK Harburg
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Das Gebäude in Rade ist eins von rund 1.000 Denkmalen im Landkreis Harburg, die die Landschaft oft schon seit Jahrhunderten prägen. „Die alten Spritzenhäuser sind aber eine Seltenheit“, freut sich auch Caroline Kleinert, die Denkmalschutzbeauftragte bei der Kreisverwaltung, über die gelungene Sanierung. Rund 41.000 Euro haben die Arbeiten gekostet, die die Denkmalpflege eng begleitet hat – und für die es rund 8.500 Euro an öffentlicher Förderung vom Landkreis sowie gut 23.500 Euro als EU-Mittel aus dem Leader-Programm gab. Denn wer ein Denkmal hat, wird mit seinem Projekt nicht alleingelassen: „Als Denkmalpflege beraten wir, wie sich Schutzwürdigkeit und Nutzungsinteressen optimal vereinbaren lassen. Aber auch finanzielle Förderung durch den Landkreis von bis zu 25 Prozent oder maximal 10.000 Euro für ein Projekt ist möglich.“ Kleinert liegt der Erhalt der Denkmale am Herzen: „Das sind Gebäude, die nicht nur eine große Geschichte und baukulturelle Bedeutung haben, sondern auch einen Blick in die Vergangenheit bieten und das Selbstverständnis und die Identifikation mit der Region prägen.“

Alle Informationen rund um den Aktionstag finden sich unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. Bei Fragen steht auch Caroline Kleinert als Denkmalschutzbeauftragte unter Telefon 04171 – 693 581 oder E-Mail an c.kleinert@lkharburg.de zur Verfügung.

Martin Busch (li.) und Peter Johannsen freuen sich, dass das ortsbildprägende Spritzenhaus in Rade vor dem Abriss gerettet wurde | Foto: LK Harburg
Das alte Spritzenhaus erstrahlt nach der Sanierung in neuem Glanz und öffnet zum Tag des offenen Denkmals am 14. September | Foto: Landkreis Harburg
Redakteur:

Pauline Meyer aus Neu Wulmstorf

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