"Wir sind weiterhin für unsere Kunden da!"
Das WOCHENBLATT sprach mit Oliver Bohn, Geschäftsführer des Autohauses Kuhn+Witte, über die Situation des Kfz-Gewerbes

Geschäftsführer Oliver Bohn berichtet über die Maßnahmen des Autohauses Kuhn+Witte in der Corona-Zeit
  • Geschäftsführer Oliver Bohn berichtet über die Maßnahmen des Autohauses Kuhn+Witte in der Corona-Zeit
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Die Restriktionen für die Autohäuser während der Corona-Zeit sind einschneidend. Der Verkauf geht gegen null, die Werkstätten sind kaum ausgelastet. PR-WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Axel-Holger Haase sprach mit Oliver Bohn, Geschäftsführer des Autohauses Kuhn+Witte, über die derzeitige Situation des Kfz-Gewerbes.

WOCHENBLATT: Herr Bohn, die Autohäuser sind von den Maßnahmen der Corona-Zeit sehr stark betroffen. Wie stellt sich die Situation für das Autohaus Kuhn+Witte dar, das an drei Standorten im Landkreis Harburg vertreten ist und rund 400 Mitarbeiter in allen Abteilungen beschäftigt?
Oliver Bohn: Autohäuser sind ebenso stark betroffen wie der gesamte Einzelhandel. Wobei wir Autohäuser wenigstens unseren Service geöffnet halten können. Hier sei erwähnt, dass wir an allen Standorten (Jesteburg, Buchholz und Fleestedt) schnell auf das Coronavirus reagiert haben, um die Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter zu gewährleisten. Diese hat höchste Priorität. Wer in dieser Zeit zu uns kommt, findet zur eigenen Sicherheit eine weitestgehend kontaktlose Serviceannahme vor. Der Verkauf ist nur online möglich. Die Verkaufsräume sind geschlossen. Da die meisten unserer Kunden ebenfalls ihre Aktivitäten herunterfahren mussten, ihre Mitarbeiter in den Urlaub oder ins Home-Office geschickt haben, verzeichnen wir einen Umsatzrückgang von 80 Prozent im Verkauf und 50 Prozent im Service.
WOCHENBLATT: Wie haben Sie darauf reagiert?
Oliver Bohn: Wir haben bei der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeitergeld beantragt. Gleichzeitig haben wir uns darum gekümmert, die Liquidität des Unternehmens sicherzustellen. Die Geschäftsführung hat auf die aktuelle Situation reagiert. Wir managen jetzt geschlossen diese Zeit. Ein großer Dank geht an unsere Mitarbeiter, für die die augenblickliche Lage mit Sicherheit nicht leicht ist. Es ist aber toll zu sehen, wie die "Kuhn+Witte"-Familie, also das Team, an einem Strang zieht und der Geschäftsführung ein positives Signal gibt. Ich gehe davon aus, dass wir schon bald wieder anfangen, unsere Wirtschaft hochzufahren. Einen längeren Stillstand hält die Wirtschaft und unsere Gesellschaft nicht aus. Wir müssen nun zusammen dafür sorgen, dass alle gesichert durch diese Krise kommen.
WOCHENBLATT: Sie sprachen den Vertrieb an: Wie sieht es mit Probefahrten und Verkaufs- und Informationsgesprächen aus? Nur online, per Chat und WhatsApp und telefonisch?
Oliver Bohn: Probefahrten sind aktuell nicht möglich. Unser Verkaufsteam berät unsere Kunden weiterhin telefonisch und online. Dabei werden alle technischen Möglichkeiten genutzt. Auf unserer Homepage https://shop.kuhn-witte.de/ können sich Interessenten ihren Neuwagen konfigurieren, online Servicetermine buchen und seit vergangener Woche an 24 Stunden und an sieben Tagen die Woche ihren Gebrauchtwagen im neuen Kuhn+Witte-Shop online kaufen und bezahlen. Selbst eine Finanzierung ist online möglich. Das Angebot umfasst momentan fast 400 Bestandsfahrzeuge. Der neue Shop ist auch direkt unter shop.kuhn-witte.de erreichbar. Des Weiteren bieten wir auf unserer Homepage allen Kunden bis abends 22 Uhr eine Live-Chat-Funktion, die für schnelle Informationen genutzt werden kann. Eine der Erkenntnisse aus der Corona-Zeit wird die stärkere Nutzung der digitalen Möglichkeiten sein. Die Menschen gewöhnen sich immer mehr daran, diese zu nutzen. Die jüngere sowieso, aber auch die ältere Generation ist aufgeschlossener für diese Wege geworden.
WOCHENBLATT: Welche Rolle spielt Home-Office, z.B. im Verkauf?
Oliver Bohn: Natürlich haben wir unseren Mitarbeitern aus den administrativen Bereichen die Möglichkeit zum Home-Office gegeben. Damit dünnen wir die Mitarbeiterzahl in den Betrieben aus und dämmen so die Ansteckungsgefahr ein. Auch in Hinblick auf die Eltern, die auf geschlossene Kindergärten und Schulen reagieren müssen.
Die Kommunikation unter allen Abteilungen und mit den Kollegen, die das Home-Office nutzen, erfolgt per Videokonferenz. Es gibt tolle Tools, die wir seit zwei Wochen täglich nutzen, z.B. die App GoToMeeting. So wird aus einem Online-Meeting ein besonderes Unternehmenserlebnis. Wir werden Teile davon sicher auch nach dem Lockdown für unser Unternehmen nutzen. Dennoch gilt es nach der Krise, die Präsenz im Autohaus zu wahren. Das hat seine Vorzüge: Nämlich unter Menschen zu sein, sich persönlich auszutauschen, sich berühren und in den Arm nehmen zu können. Das fehlt mir im Augenblick schon.
WOCHENBLATT: Wie arbeitet die Werkstatt? Gibt es einen Hol- und Bringservice?
Oliver Bohn: Ja, den gibt es bei Kuhn+Witte auch in Krisenzeiten wie diesen. Einfach und unkompliziert bereits bei der Buchung den Hol- und Bringdienst anmelden und wir kommen zum Kunden nach Hause, stellen bei Bedarf einen Ersatzwagen und tauschen nach den Servicearbeiten das Fahrzeug beim Kunden wieder aus. Natürlich werden die wesentlichen Bedienteile wie das Lenkrad, Schalter und Hebel desinfiziert.
WOCHENBLATT: Wie sieht es mit HU/AU-Untersuchungen aus?
Oliver Bohn: Kein Problem! TÜV-Termine sind auch in diesen Zeiten kein Thema. Diese werden durchgeführt. Unsere Kunden können auch hier den Hol- und Bringservice nutzen.
WOCHENBLATT: Ein wichtiger Aspekt in dieser Jahreszeit: Wie wird der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen durchgeführt?
Oliver Bohn: Wie gehabt. An allen drei Standorten können sich unsere Kunden auf uns verlassen. Allerdings mit etwas angepassten Öffnungszeiten von morgens 7 bis abends 18 Uhr. Allerdings gibt es in Corona-Zeiten keine Boxenstopp-Samstage. Wir verlagern die Termine in die Arbeitswoche. Wir gehen davon aus, dass die Reifenwechselzeit etwas länger dauern wird, da die Autofahrer verständlicherweise momentan an andere Dinge denken. Darauf sind wir vorbereitet.
Es gibt ein Leben nach Corona, zumal wir alle auch die Hoffnung haben, dass es einen Impfstoff geben wird. Aber bis dahin ist es noch ein langer und anstrengender Weg der vor uns liegt. Wir drücken allen Unternehmen mit ihren vielen Mitarbeitern die Daumen, dass sie gesund und wirtschaftlich weitgehend unbeschadet die Zeit bis dahin überstehen werden. Auf einen weiteren guten, gemeinsamen Weg durch die Krise.
WOCHENBALTT: Herr Bohn, wir danken für die Informationen und wünschen dem Autohaus Kuhn+Witte alles Gute für diese Zeit. Wie wir sehen, haben Sie sich sehr gut auf diese Situation eingestellt.

Autor:

Axel-Holger Haase aus Buchholz

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