70 Jahre Krankenhaus Buchholz
Die beste medizinische Versorgung für die Region
- Historisch: So sah die Einfahrt zum Krankenhaus Buchholz im Jahr 1955 aus
- Foto: Krankenhaus Buchholz
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Ein Krankenhaus, das stets mit den Erfordernissen der Zeit geht und seinen Patienten die beste medizinische Versorgung bietet – das ist das Krankenhaus Buchholz, das jetzt sein 70-jähriges Bestehen feiert.
Was 1955 mit der Eröffnung des neu gebauten Evangelischen Krankenhauses Buchholz begann, hat sich zu einem medizinischen Kompetenzzentrum in der Nordheide entwickelt. So ist das Krankenhaus Kompetenzzentrum für Herz- und Gefäßmedizin, Schlaganfall (Stroke Unit), Brust- und Darmkrebs, Endoprothetik sowie Trauma.
2018 wurde der Masterplan 2030 beschlossen mit dem Ziel, die bauliche und funktionale Neuordnung des Standorts zu vollziehen. Die Kosten belaufen sich auf über 120 Millionen Euro.
So wird das Krankenhaus Buchholz auch in Zukunft ein wichtiger Standort der Gesundheitsvorsorge in der Region bleiben.
Grußwort von Landrat Rainer Rempe
70 Jahre Krankenhaus Buchholz, das sind sieben Jahrzehnte qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für die Menschen aus unserer Region, 70 Jahre hoch engagierte Arbeit an und mit den Patientinnen und Patienten, 70 Jahre voller Fortschritt, aber auch Herausforderungen.
Der Erfolg des Krankenhauses Buchholz ist nicht denkbar ohne notwendige und zukunftsweisende Investitionen: Beispielhaft nennen kann man die Strahlentherapie, die zweimal grundsaniert wurde und sich aus kleinen Anfängen hin zu einer Abteilung mit zwei Linearbeschleunigern entwickelt hat. Und als 2004 in Buchholz der erste von inzwischen zwei Linksherzkathetermessplätzen errichtet wurde, war das für Krankenhäuser unserer Größe keineswegs selbstverständlich. Auch die Bettenhäuser wurden mehrfach modernisiert, ebenso wie die Intensivabteilungen, Funktions- und OP-Bereiche. Dieser Modernisierungsprozess ist noch lange nicht abgeschlossen: Der mit dem Niedersächsischen Sozialministerium vereinbarte Masterplan 2030 umfasst insgesamt vier Bauabschnitte und ein Finanzvolumen von insgesamt mehr als 100 Millionen Euro. Die ersten beiden Bauabschnitte wurden bereits realisiert, der dritte – die Erweiterung des Bettenhauses West mit Zentraler Notaufnahme – befindet sich aktuell in der Umsetzung.
Bei allen Investitionen hatten die Verantwortlichen sowohl die erfolgreiche Entwicklung des Krankenhauses hin zu einem modernen Medizinstandort im Blick, als auch die Bündelung fachlicher Ressourcen. Auch fachlich und medizinisch entwickelte sich das Krankenhaus Buchholz in den zurückliegenden Jahrzehnten stetig weiter. Inzwischen blicken wir in Buchholz auf 12 Fachabteilungen – aus unseren anfangs eher klassischen Kreiskrankenhäusern in Buchholz und Winsen sind erfolgreiche medizinische Hochleistungszentren geworden, die zu den größten Arbeitgebern der Region gehören.
Zu diesem Erfolg tragen auch die langjährigen und engen Kooperationen unserer Krankenhäuser zu anderen Kliniken bei – allen voran die in über 30 Jahren gewachsene intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Waldklink Jesteburg. Ein enger Austausch besteht mit den Krankenhäusern im gemeinsamen Elbe-Heide-Krankenhausverbund, wichtiger Kooperationspartner ist außerdem das Albertinen-Krankenhaus. Absolut zukunftsweisend ist das bislang einzige länderübergreifende digitale Krankenhausnetz, zu dem sich unsere Krankenhäuser mit weiteren Kliniken zusammengeschlossen haben. Mit diesem Projekt wurde echtes Neuland betreten und gezeigt, welche Chancen die Digitalisierung in der Weiterentwicklung der stationären Krankenversorgung bietet.
Fest steht: In den zurückliegenden Jahrzehnten haben wir einen rasanten medizinischen und technischen Fortschritt erlebt, dessen Herausforderungen sich das Krankenhaus
Buchholz wie auch das Krankenhaus Winsen erfolgreich gestellt hat. Dabei hat es einen starken Partner an seiner Seite: den Landkreis Harburg. Für mich als Landrat wie auch als Aufsichtsratsvorsitzender bleibt es die absolut richtige Entscheidung, dass Ende der 1990er Jahre zwar die Ausgründung der Krankenhäuser aus dem Landkreis erfolgte, nicht aber – wie andernorts vielfach geschehen – eine Privatisierung stattfand.
Es war gut und wichtig, die Krankenhäuser in kommunaler Hand zu behalten. Wir stehen als Landkreis verlässlich an der Seite unserer Krankenhäuser – das gilt gerade auch angesichts der aktuellen finanziellen Herausforderungen, mit denen sich nicht nur unserer Krankenhäuser, sondern 80 Prozent aller Kliniken deutschlandweit konfrontiert sehen. Als Landrat und als Vorsitzender der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft werde ich mich deshalb persönlich weiterhin dafür stark machen, dass das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz an wesentlichen Stellen nachgebessert wird. Dazu gehören finanzielle Entlastungen, aber auch der dringend notwendige Abbau an Bürokratie. Für mich hat die Stärkung und Weiterentwicklung der Krankenhausstandorte Buchholz und Winsen und damit eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung der Menschen in unserer Region höchste Priorität. Unsere Krankenhäuser sind einer der Stützpfeiler für die Attraktivität und die hohe Lebensqualität im Landkreis Harburg.
Das alles steht und fällt mit den Menschen, die sich Tag für Tag um die Patientinnen und Patienten kümmern und dafür sorgen, dass der Klinikalltag reibungslos läuft. Mein großer Dank geht deshalb an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses – Geschäftsführung und Ärzteschaft, Pflegepersonal und Verwaltungskräfte sowie alle anderen, die vor und hinter den Kulissen wirken. Sie begegnen allen Herausforderungen mit höchstem Engagement, großer Flexibilität und Einsatzbereitschaft. Das Wohl der Patientinnen und Patienten steht für Sie immer an erster Stelle. Dafür möchte ich Ihnen ganz herzlich danken! Sie sind die Seele dieses Krankenhauses, Sie sind der Grundstein für 70 Jahre erfolgreiche Arbeit.
Ich gratuliere dem Krankenhaus Buchholz ganz herzlich zum 70. Geburtstag und wünsche alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!
Ein Interview über die Zukunft des Krankhauses Buchholz mit den Verantwortlichen
Die Gesundheit ist das wichtigste Gut. Die professionelle Versorgung in den Krankenhäusern gehört heute bei den Menschen zu einer Selbstverständlichkeit. Doch es gibt viele Unwegsamkeiten, die von den Verantwortlichen gemeistert werden müssen. PR-Redaktionsleiter Axel-Holger Haase sprach mit Dr. Franziska von Breunig, Cord Meyer, (beide Geschäftsführung), Thomas Leonforte (Pflegedienstleitung) und Dr. med. Michael Scheruhn (Ärztlicher Direktor).
WOCHENBLATT: Was ist politisch wichtig, dass die Krankenhäuser ihre Gesundheitsaufträge weiter erfüllen können?
Dr. Franziska von Breunig: Wir erfüllen unseren Versorgungsauftrag rund um die Uhr. Damit dies langfristig gesichert ist, brauchen wir vom Bund eine Krankenhausreform, die nicht nur auf Zentralisierung setzt, sondern auch die kleineren, kommunalen Standorte verlässlich finanziert. Politisch ist entscheidend, dass der immense Anstieg von Betriebskosten und Inflation nicht länger von uns allein getragen werden muss. Wir benötigen planbare, auskömmliche Rahmenbedingungen.
WOCHENBLATT: Wie schaffen es die Krankenhäuser, das Fachpersonalproblem zu lösen?
Cord Meyer: Die Lösung für das Anwerben von Fachkräften liegt primär in der Sicherung unseres Standortes. Wenn Mitarbeitende wissen, dass ihr Arbeitgeber wirtschaftlich stabil ist, ist das ein starkes Argument. Unsere Restrukturierung zielt auf Prozesse, nicht auf Köpfe. Taktisch setzen wir auf eine attraktive Arbeitsumgebung, faire Bezahlung und die Stärkung der familiären Kultur unserer Häuser. Wir investieren in die Weiterbildung unseres Personals, denn es ist unser größtes Gut.
WOCHENBLATT: Können weitere technische Instrumente, die für die Behandlung wichtig sind, trotz Sparzwang angeschafft werden?
Dr. Franziska von Breunig: Wir unterscheiden klar zwischen administrativen Optimierungen und der Investition in die Patientenversorgung. Technik, die für die Qualität der Behandlung, neue medizinische Verfahren oder die Sicherheit unserer Patienten notwendig ist, werden wir weiterhin finanzieren.
WOCHENBLATT: Müssen Sparmaßnahmen noch umgesetzt werden? Wenn ja, in welchen Bereichen ist das noch möglich?
Cord Meyer: Wir werden die Restrukturierung stringent umsetzen, um aus eigener Kraft wieder kostendeckend zu werden. Das ist der Kern unserer Aufgabe. Wir werden auch in Verwaltungs- und Prozessabläufen genauer hinschauen. Wir werden keine pauschalen Kürzungen vornehmen, sondern jeden Bereich auf seine Effizienz prüfen. Die Direktversorgung am Patientenbett steht unter Schutz.
WOCHENBLATT: Wie müssen Krankenkassen die Krankenhäuser unterstützen?
Dr. Franziska von Breunig: Die wichtigste Unterstützung der Krankenkassen liegt in der Einhaltung des Prinzips der auskömmlichen Finanzierung. Wir erwarten, dass die Kassen die tatsächlichen Kosten der Patientenbehandlung, die in den Inflationsjahren massiv gestiegen sind, auch fair und zeitnah refinanzieren. Es kann nicht sein, dass die Landkreise als Träger diese Defizite auffangen müssen – das ist nicht ihre Aufgabe. Wir stellen auch zukünftig qualitativ hochwertige und wohnortnahe Patientenversorgung sicher.
WOCHENBLATT: Die medizinische Fachkompetenz hat sich in den vergangenen Jahren stets erweitert. Was umfasst sie momentan?
Dr. med. Michael Scheruhn: Neben dem breiten Spektrum an Fachabteilungen verfügt das Krankenhaus über diverse Kompetenzzentren. Zu diesen gehören das Brustkrebszentrum, das Darmkrebszentrum, das Endoprothetikzentrum, das Traumazentrum, die Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) und das Zentrum für Herz- und Gefäßmedizin. Wir decken also ein sehr umfangreiches Spektrum ab. Wir können viele Erkrankungen minimalinvasiv behandeln, was die Aufenthaltsdauer stark verkürzt.
WOCHENBLATT: Zu einem Aufenthalt im Krankenhaus gehört die kompetente und engagierte Pflege. Gutes Fachpersonal ist in allen Berufen stark gefragt. Wie sieht die Situation bei Ihnen aus?
Thomas Leonforte: Auch wir begegnen dem mit zahlreichen Mitteln und Maßnahmen. Wir haben zum Beispiel ein gutes Zeitmanagement für unsere Pflegekräfte erstellt. So haben wir erfolgreich Dienstplanmodelle eingeführt. Auch Teilzeitarbeit wird angeboten. Ein wichtiger Aspekt ist aber die eigene Ausbildung in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen. Die Zahl von rund 120 Auszubildenden spricht für sich. Wir bieten unseren Pflegekräften zudem hervorragende Weiterqualifikationen. Auch der akademische Bildungsweg steht im Pflegebereich offen.
WOCHENBLATT: Welche Probleme müssten noch beseitigt werden?
Cord Meyer: Ganz eindeutig ist die Bürokratie ein wichtiges Thema. Sie verschlingt sehr viel Zeit, die an anderer Stelle wertvoller genutzt werden könnte. Die gesundheitliche Versorgung der Bewohner der Region sollte bei den Krankenhäusern im Mittelpunkt stehen.
Dr. Franziska von Breunig: Der Kern unserer Arbeit ist und bleibt: Wir haben einen regionalen Versorgungsauftrag. Dem werden wir seit 70 Jahren gerecht. Aus einem kleinen Krankenhaus hat sich eine hoch leistungsfähige medizinische Einrichtung entwickelt, deren fachliche Exzellenz in der Region ein wichtiger Anker der Gesundheitsversorgung ist.
WOCHENBLATT: Wir bedanken uns für das Interview und die Informationen für unsere Leser.
Zahlen und Fkten: Wussten Sie eigentlich, ...
Das Krankenhaus Buchholz ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Doch wer die folgenden Zahlen liest, erfährt sicher Neues über das Management des Krankenhauses.
Wussten Sie eigentlich,
... dass im Jahr 2024 exakt 10.381 Flaschen (500 ml) sowie Hunderte Flaschen weiterer Größen Händedesinfektionsmittel angeschafft, installiert und verbraucht wurden?
... dass im Jahr 2024 im Krankenhaus Buchholz etwa 51.000 Patientinnen und Patienten behandelt wurden, davon etwa 16.000 stationär und 35.000 ambulant?
... dass in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) im Jahr 2024 etwa 25.000 Notfälle versorgt wurden?
... dass rund 270 Patienten täglich Essen aus der Küche erhalten und zusätzlich 60 Personen im Seniorenheim mit Essen versorgt werden?
...dass es im Krankenhaus Buchholz zwölf Stationen gibt?
... dass im Jahr 2023 im Krankenhaus Buchholz 791 Babys zur Welt gekommen sind und im Jahr 2024 706 Babys?
... dass eine Pflegekraft rund 8.000 Schritte auf einer Normalstation im Krankenhaus Buchholz in einer Schicht absolviert? Dieser Wert variiert natürlich je nach Station und Aufgabenbereich.
... dass in der Cafeteria des Krankenhauses Buchholz von Montag bis Freitag täglich zwischen 120 und 140 Mahlzeiten ausgegeben werden?
... dass die Mitarbeitenden des Krankenhauses Buchholz in ihrem Einsatz durch zahlreiche ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer unterstützt werden? Als Beispiel seien die Grünen Damen genannt. Derzeit stehen im Krankhaus Buchholz 21 Grüne Damen für Patienten und deren Angehörige zur Verfügung.
Ausbildung mit Zukunft
Ob für Schulabgänger oder Um- und Quereinsteiger mit Lebenserfahrung: Die Krankenhäuser in Buchholz und Winsen bieten viele interessante und abwechslungsreiche Ausbildungsmöglichkeiten.
Arbeiten in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen bedeutet, im Leben anderer einen Unterschied zu machen. Hier werden die Menschen in einer besonders verletzlichen Zeit unterstützt – mit umfassender medizinischer Expertise, hochwertiger Ausstattung, aber auch viel Empathie, Herz und Engagement. „Die Arbeit in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen ist besonders, weil wir einen familiären und freundlichen Umgang miteinander pflegen. Wir arbeiten hervorragend im Team zusammen und unterstützen uns gegenseitig“, sagt beispielsweise Dr. Adil Maouzi, Oberarzt Unfallchirurgie und Orthopädie. Für Berufseinsteiger, aber gerne auch für Um- und Quereinsteiger mit Lebenserfahrung bieten die Krankenhäuser viele verschiedene Ausbildungsberufe an. Hier möchten wir einen Überblick geben. Wer sich für einen der Ausbildungsberufe interessiert, findet auf dem Stellenportal der Krankenhäuser jeweils die aktuellsten Stellenausschreibungen mit Informationen wie Startdatum und Ausbildungsdauer: www.stellenportal.krankenhausbuwl.de/.
• Ausbildung zum Pflegefachmann/ -frau
Die Pflegekräfte sind unverzichtbar für die Versorgung der Patienten in den Krankenhäusern. Sie unterstützen bei der medizinischen Betreuung und Versorgung, der allgemeinen Pflege, aber auch in Notfallsituationen, etwa bei einer Reanimation. Ganz wichtig ist zudem die menschliche Zuwendung. Mit freundlichen Gesprächen und viel Empathie helfen die Pflegekräfte den Patienten dabei, ihre Sorgen im Krankenhaus leichter zu tragen – jede herzliche Geste zählt. Die Auszubildenden erwartet eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Ausbildung, ein großartiges Team und tolle Kollegen. Es gibt viele Fortbildungsmöglichkeiten, eine attraktive Vergütung nach TVöD und die Möglichkeit, ausbildungsintegrierend „Angewandte Pflegewissenschaften im Praxisverbund (B.Sc.)“ zu studieren. Im Anschluss dieser Ausbildung besteht die Möglichkeit, in sämtlichen Versorgungsbereichen der Pflege (Krankenhaus, Rehaklinik, ambulante Pflege, Seniorenheim) im Inland und der gesamten EU zu arbeiten. Es gibt außerdem viele weiterführende Studiengänge wie Pflegemanagement, Pflegepädagogik oder Medizinpädagogik.
• Studiengänge
Wer akademisch qualifiziert in der Pflege arbeiten möchte, für den stehen verschiedene Wege offen. Primärqualifizierend bieten die Krankenhäuser Buchholz und Winsen in Kooperation mit der Hochschule Bremen das duale Studium „Internationaler Studiengang Pflege B.Sc.“ an. Der pflegewissenschaftliche Teil wird an der Hochschule erworben, der praktische in den Krankenhäusern im Landkreis Harburg. Zudem gibt es ausbildungsintegrierende Studiengänge „Angewandte Pflegewissenschaften (B.Sc.)“ in Kooperation mit der Ostfalia Hochschule in Wolfsburg und der Beruflichen Hochschule Hamburg (BHH). Auch nach Abschluss einer Pflegeausbildung steht der Weg zum Studium offen: Mit dem Studiengang „Pflege Dual“ an der Hochschule 21 in Buxtehude können examinierte Pflegekräfte berufsbegleitend einen Hochschulabschluss in Pflegewissenschaften erlangen. Alle Studiengänge vermitteln Studierenden zusätzlich zur Pflegepraxis wissenschaftliches Know-how, um umfassende Aufgabenstellungen in der Pflege und hochkomplexe Pflegeprozesse planen, gestalten, steuern und unter wissenschaftlichen Aspekten auswerten zu können. Dies befähigt nach Abschluss des Studiums und der Ausbildung zu Schlüsselpositionen in einer interprofessionellen und interdisziplinären Versorgung. Das Studium ist auch Türöffner für Masterstudiengänge.
• Ausbildung zum Anästhesie-#+technischen Assistenten / ATA
Mit einer Ausbildung zum/zur ATA (m/w/d) qualifizieren sich die Auszubildenden für vielfältige Aufgaben rund um die Narkose von Patienten, vor allem im Operationssaal und im Aufwachraum. Sie nehmen die Patientinnen und Patienten zur Einleitung in die Narkose in Empfang und begleiten sie über den gesamten Aufenthalt im OP. Sie kümmern sich um die Medikamente und die Narkosemittel im OP und bereiten vor einem Eingriff die Beatmungsgeräte oder Infusionsflaschen vor. Während der Operation kontrollieren sie unter anderem Atmung und Kreislauf. Vor und während des Eingriffs betreuen sie den Patienten und achten auf die physische Verfassung. Nach der Operation sind sie für die Pflege und Wartung der Instrumente und anderer medizinischer Geräte verantwortlich. Außerdem dokumentieren sie den Verlauf der Anästhesie.
• Ausbildung zum Operationstechnischen Assistenten / OTA
Mit einer Ausbildung zum/zur OTA (m/w/d) qualifizieren sich die Auszubildenden für vielfältige Aufgaben in hochtechnisierten Bereichen des Gesundheitswesens, wie zum Beispiel im Operationsdienst oder in der Endoskopie. Die Profession umfasst die Planung, Assistenz und die Vor- und Nachbereitung von operativen und diagnostischen Eingriffen. Während einer Operation assistieren sie beispielsweise den Ärztinnen und Ärzten, indem sie ihnen die notwendigen Instrumente und Materialien zureichen. Auch sie überwachen Atmung und Kreislauf der Patienten, um im Notfall schnell intervenieren zu können. Zudem tragen sie Mitverantwortung für die Hygiene im Operationssaal. Nach den Operationen kümmern sie sich um die frisch operierten Patientinnen und Patienten.
• Ausbildung Kaufleute im Gesundheitswesen
Kaufleute im Gesundheitswesen sind für die Planung und Organisation von Verwaltungsvorgängen, Geschäftsprozessen und Dienstleistungen im Gesundheitswesen zuständig. Sie kalkulieren Preise und beschaffen bzw. verwalten den Einkauf von Materialien und Produkten, die im Krankenhaus benötigt werden. In der Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau im Gesundheitswesen in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen durchlaufen die Auszubildenden verschiedenste Bereiche des Unternehmens. So werden sie in der Aufnahme der Patienten eingebunden, lernen die Logistik des Hauses kennen, setzen sich mit der Personalwirtschaft auseinander, erhalten Einblicke in die Aufgaben des Medizincontrollings und der Abrechnung oder auch der Finanzbuchhaltung.
• Ausbildung zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin für Systemintegration
Wer in die Welt der Bits & Bytes eintauchen und mit seinem Fachwissen dazu beitragen möchte, Leben zu retten, ist richtig als Auszubildender Fachinformatiker bzw. Auszubildende Fachinformatikerin für Systemintegration. Auszubildende in diesem Bereich erlernen die Grundlagen der Computertechnik und meistern spannende IT-Projekte im Gesundheitswesen. Sie eignen sich Basics der Programmierung und Arbeitsorganisation an, planen und realisieren individuelle IT-Lösungen durch Hard- und Software-Integration, werden zu Experten in der Konfiguration, Einrichtung und Inbetriebnahme komplexer IT-Systeme und Teil abwechslungsreicher IT-Projekte.
Die Geschichte des Krankenhauses Buchholz ist untrennbar mit dem Engagement vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie dem Vertrauen der Patientinnen und Patienten verbunden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der Landkreis Harburg ein unvollendetes Luftwaffenlazarett an der Hamburger Straße. Daraus entstand ein provisorisches Krankenhaus in Barackenform. Um den Betrieb zu sichern, wurde es 1951 in eine GmbH umgewandelt und vom „Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser“ übernommen. So hieß das Krankenhaus ab 1951 „Evangelisches Krankenhaus Buchholz“. Um das Krankenhaus wirtschaftlich besser aufzustellen, wurde beschlossen, ein neues Krankenhaus zu bauen. Das Grundstück stellte die Gemeinde Buchholz kostenlos zur Verfügung. Die Baukosten wurden auf 3,5 Millionen DM veranschlagt, schließlich wurden es 3,9 Millionen DM.
Am 14. Oktober 1955 wurde das neu gebaute „Evangelische Krankenhaus Buchholz GmbH“ mit 200 Betten eröffnet. Architekt Dr. Wilhelm Wietfeld entwarf es im Pavillonstil der 1920er-Jahre, wie er zum Beispiel auch im Universitäts-Krankenhaus Hamburg-Eppendorf verwirklicht wurde. So entstand ein konzeptionell und im Ergebnis schönes Krankenhaus mit viel Licht, Luft und Sonne in den Patientenzimmern. Das Krankenhaus ging mit den Abteilungen Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe und einer HNO-Belegabteilung an den Start.
1958 kaufte der Landkreis das Krankenhaus zurück. Von 1958 bis 1999 trug das Krankenhaus den Namen „Kreiskrankenhaus Buchholz“. 1965 beschloss der Kreistag wegen wachsender Bevölkerungszahlen und medizinischer Fortschritte den Bau eines neuen Bettenhauses Ost. Dieses wurde 1969 eingeweiht und beinhaltete u. a. neue OP-Säle, Intensivstation und Anästhesieabteilung.
Ab den 1970er-Jahren hielt der medizinisch-technische Fortschritt Einzug: 1977 kam das erste Sonografie-Gerät, 1979 eine moderne Strahlentherapie, 1982 ein Computertomograph. In den Folgejahren wurden weitere Bau- und Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt.
Mit Otto Melchert (ab 1983) und später Norbert Böttcher (ab 1991) übernahm eine neue Managementgeneration. Unter ihrer Leitung wurde das Krankenhaus zunehmend wirtschaftlich aufgestellt. Die 1990er-Jahre brachten einschneidende gesundheitspolitische Reformen. 1999 wurden die Kreiskrankenhäuser Buchholz und Winsen in die gemeinnützige GmbH überführt – eine richtungsweisende Entscheidung, um ihre Zukunft in öffentlicher Trägerschaft zu sichern.
Trotz finanzieller Herausforderungen wurde kontinuierlich modernisiert: Neubau der Krankenpflegeschule (1994), Kernspintomograph (1997), Umbau der Kreißsäle (2001), Herzkatheterlabore (2004 und 2014), Umbau der Aufnahmestation in ein Hospiz durch die Hospiz Nordheide gGmbH (2005), Modernisierung des OPs (2010), neue Strahlentherapie mit Linearbeschleunigern (2012) und die Schaffung eines Wehengartens zur Entspannung für werdende Mütter, den diese direkt vom Kreißsaal aus betreten können (2013).
Damals wie heute genoss das Krankenhaus ärztlich wie pflegerisch einen hervorragenden Ruf. Viele Menschen aus den neuen Bundesländern fanden nach der Grenzöffnung in den kreiseigenen Krankenhäusern einen neuen Arbeitsplatz und in unserem Landkreis einen neuen Lebensmittelpunkt.
Eine ähnliche Integrationsleistung vollbrachten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 25 Jahre später, als der Landkreis das insolvente Krankenhaus Salzhausen übernommen hatte, um es in ein Gesundheitszentrum umzuwandeln. Über 100 Beschäftigte mussten in den Jahren 2014 bis 2016 auf die Krankenhäuser Buchholz und Winsen verteilt werden. Das gelang hervorragend.
1992 wurde Horst Seehofer Bundesgesundheitsminister, und schon 1993 nahm mit dem Gesundheitsstrukturgesetz eine lange Reihe von sog. „Jahrhundertreformen“ ihren Anfang, die über alle Amtsnachfolgerinnen und -nachfolger bis zum heutigen Tag das Gesundheitswesen, das Krankenhauswesen unddamit auch die Arbeit im Krankenhaus Buchholz stark beeinflusst hat. Die Folgen waren u. a. unzählige Budgetierungen, die Einführung und Weiterentwicklung von Komplexfallpauschalen bis hin zur aktuellen Einführung von Leistungsgruppen sowie einer weiteren Spezialisierung von Krankenhäusern.
Das Krankenhaus Buchholz hat gemeinsam mit dem Krankenhaus Winsen im Laufe der Zeit ein umfangreiches Netzwerk von Kooperationsbeziehungen zu anderen Leistungserbringern im Gesundheitswesen aufgebaut. Die ersten Kooperationspartner waren die Waldklinik Jesteburg im Bereich der Rehabilitation und das Albertinen-Krankenhaus im Bereich der Kardiochirurgie. Auf Initiative der damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Ruth Zuther wurde das Krankenhaus Winsen gemeinsam mit dem Krankenhaus Buchholz akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rzeszów, und zwar viele Jahre bevor die Krankenhäuser akademische Lehrkrankenhäuser der Universität Hamburg wurden.
Ende der 1990er-Jahre gehörten Ruth Zuther, die damals Vorsitzende des für das Krankenhaus zuständigen Sozial- und Gesundheitsausschusses war, gemeinsam mit dem damaligen Oberkreisdirektor Hans-Bodo Hesemann und dem damaligen Landrat Prof. Jens-Rainer Ahrens zu den politischen Wegbereitern der Verselbstständigung der beiden Kreiskrankenhäuser zur „Krankenhaus Buchholz und Winsen gemeinnützigen GmbH“.
Da das Krankenhaus trotz stetiger Um- und Modernisierungsmaßnahmen insgesamt in die Jahre gekommen war, wurde 2018 der Masterplan 2030 beschlossen. Ziel: die bauliche und funktionale Neuordnung des Standorts. Geplant sind vier Stufen – vom Ausbau des Bettenhauses West über die Zusammenführung der Notaufnahmen bis zum Neubau des Funktionsbereichs. Die Umsetzung läuft derzeit, die Kosten belaufen sich auf über 120 Mio. Euro.
Die Corona-Pandemie ab 2020 stellte das Haus vor immense Herausforderungen. Unter großem Einsatz sicherten die Beschäftigten die Versorgung der Patienten. Versorgungsengpässe bei Schutzausrüstung zeigten Schwächen in den Lieferketten. Mit neuen Impfstoffen kam Hoffnung, doch auch neue Konflikte. Die Folgen der Pandemie und des Ukrainekrieges spürt das Krankenhaus bis heute.
Im Jahr 2023 ging Geschäftsführer Norbert Böttcher nach 32 Jahren in den Ruhestand. Ihm folgten Dr. Franziska von Breunig, Klaus-Jörg Bossow und Kai Uffelmann als neue Geschäftsführung. Seit Oktober 2025 führen Dr. von Breunig und Cord Meyer als Doppelspitze die Krankenhäuser im Landkreis. Der Rückblick zeigt: Das Krankenhaus Buchholz hat sich stets den Herausforderungen der Zeit gestellt – medizinisch, organisatorisch und menschlich. Auch in Zukunft wird es ein wichtiger Anker der Gesundheitsversorgung in der Region bleiben.
Dieser Text ist eine Kurzfassung zur Historie des Krankenhauses Buchholz. Im Historischen Jahrbuch für den Landkreis Harburg 2026 erscheint voraussichtlich im vierten Quartal 2025 die Langversion von Norbert Böttcher für historisch Interessierte.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.