Jeden Tag verprügelt
Hilfe für Opfer von Gewalt im Landkreis Stade
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"Bitte helfen Sie mir, ich werde jeden Tag von meinem Ehemann verprügelt und vergewaltigt!" - mit diesem verzweifelten Hilferuf wandte sich eine Buxtehuderin an das WOCHENBLATT. "Und bitte schalten Sie auf keinen Fall die Polizei ein."
Dort sei sie nämlich vor Jahren schon gewesen und habe Anzeige erstattet. Doch das würde dazu führen, dass ihr Mann die Wohnung verlassen müsse und sich ihr nicht mehr nähern dürfe. "Davon kann ihn allerdings niemand abhalten", sagt die Frau bei einem heimlichen Treffen mit dem WOCHENBLATT. Im Gegenteil, die Anzeige habe ihn erst richtig wütend gemacht. Er werde sie töten, habe er ihr mitgeteilt.
Gefangen durch Abhängigkeit und Behinderung
Wie viele der betroffenen Frauen ist die Buxtehuderin von ihrem Mann abhängig. Er hat nicht nur die Kontrolle über ihre Finanzen übernommen, sondern sie braucht aufgrund einer Behinderung auch Unterstützung im täglichen Leben. Ohne Hilfe einfach weglaufen kann sie nicht, zumal sie niemanden kennt.
Barrierefreiheit: Frauenhaus derzeit keine Option
An das Frauenhaus habe sie sich bereits gewendet. Doch das einzige barrierefreie Zimmer sei zurzeit belegt. "Ich wünsche mir einfach nur eine eigene Wohnung, in der ich mit meinem Hund leben kann", so die Frau.
Projekt SOFIA: Zwei Wohnungen reichen nicht aus
Andrea Jülisch von der Hansestadt Buxtehude und verantwortlich für das Projekt SOFIA (Sicherer Ort für Frauen) kennt den Fall und versucht zu helfen. "Häusliche Gewalt ist ein großes Thema - auch in Buxtehude", sagt sie. "Wir sind zwar in der glücklichen Lage, zwei Wohnungen für betroffene Frauen bereitzuhalten. Doch auch diese sind bereits belegt, was zeigt, wie groß der Bedarf ist."
Ein Problem ist auch die Angst der Betroffenen, sich fremden Menschen anzuvertrauen und die Situation damit noch zu verschlimmern. Daher zieht manch eine Frau ihren Hilferuf wieder zurück. Zudem ist es für Frauen, die besondere Themen mit sich bringen, wie z.B. Suchterkrankungen oder Behinderungen, besonders schwierig, eine sichere Unterkunft zu finden.
Betroffene Frauen können sich an folgende Anlaufstellen wenden:
Opferhilfebüro Stade
Unterstützung für Opfer von Straftaten oder Gewalt (kostenfrei und vertraulich)
Tel. 04141 40 30 430
Tel. 04141 40 30 431
BISS Stade (Beratungs- und Interventionsstelle)
Hilfe bei häuslicher Gewalt durch Partner oder Ex-Partner – für Frauen und Männer (kostenfrei und auf Wunsch anonym).
Tel. 04141- 534415
Frauenhaus Stade
Schutz und Unterkunft für Frauen, die bedroht werden oder bereits von Gewalt betroffen sind– auch mit Kindern.
Tel. 04141- 44 123
AWO Migrations- und Integrationsberatung
Hilfe für Frauen mit Migrationshintergrund – bei Gewalt, Trennung oder schwierigen Lebenssituationen
Tel. 04161 - 714 720 in Buxtehude
Weißer Ring Stade
Hilfe für Opfer von Gewalttagen
Tel.0151-55 164 710
Lichtblick Buxtehude
Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt
Tel. 04161-714715
Sofia Buxtehude
Tel. 04161 501-5015
sofia@stadt.buxtehude.de
https://www.buxtehude.de/leben-in-buxtehude/sofia-schutzwohnung-fuer-frauen/
Pro Beweis
In den Elbe Kliniken Stade können Verletzungen vertraulich dokumentiert werden
Tel.04141-970 (Stade)
Tel.04161- 730 0 (Buxtehude)
Hilfetelefon
in mehreren Sprachen
Tel.116 016
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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