„Elbvertiefung ist nicht nötig“

Die „CSCL Pacific Ocean“ besuchte Hamburg in der vergangenen Woche
  • Die „CSCL Pacific Ocean“ besuchte Hamburg in der vergangenen Woche
  • Foto: Walter Rademacher
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bc. Altes Land. Wozu eine Elbvertiefung, wenn die Tiefgangsreserven auf der Elbe noch gar nicht ausgereizt sind? Diese Frage stellt das Regionale Bündnis gegen die Elbvertiefung und sein Sprecher Walter Rademacher. Am Freitag haben die Gegner der Fahrrinnen-Anpassung die Daten aus dem Jahr 2014 vorgelegt.

Dabei wird für jedes Schiff der mögliche Tiefgang bei den aktuellen Fahrwasserverhältnissen ermittelt. Durch Abzug des tatsächlichen Tiefgangs ergibt sich die Tiefgangsreserve.

Für 2014 kam bei 925 Großschiffen heraus, dass die durchschnittliche Tiefgangsreserve einlaufend 2,49 Meter und die Ladungsreserve ca. 3.000 Standardcontainer (TEU) betrug. Auslaufend sind im Schnitt noch 1,34 Meter Tiefgangsreserve und ca. 1.600 TEU Ladungsreserve vorhanden.

Rademacher: „Diese Zahlen erklären, warum selbst die weltgrößten Schiffe wie die derzeit in Hamburg liegende „CSCL Pacific Ocean“ den Hamburger Hafen ohne Probleme anlaufen und auch der Umschlag im tideabhängigen Hamburger Hafen 2014 stärker steigen konnte, als in den benachbarten Tiefwasserhäfen.“ Die alltägliche Praxis zeige, dass eine weitere Elbvertiefung nicht nötig sei, so Rademacher.

Wie berichtet, hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Entscheidung zur Elbvertiefung im Herbst 2014 vertagt. Die Richter verwiesen auf den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Dort wird im Fall des Weser-Ausbaus in diesem Jahr verhandelt. Vor 2016 ist nicht mit einem Ausbagger-Start zu rechnen. Die Hafen-Wirtschaft hält eine Vertiefung aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit für unausweichlich.

Rademacher kritisiert dagegen, dass die immer größer werdenden Schiffe auf der Elbe zwangsläufig höhere Havarierisiken mit sich bringen. Vor allem die Schiffslänge von 400 Metern bereitet ihm Sorge, da weder die Fahrrinnenbreite noch der Drehkreisdurchmesser den weltweit geltenden Empfehlungen des „Permanant International Navigation Congresses“ (PIANC) entsprechen. Laut PIANC sind ab Störmündung bis zur Lühekurve Fahrwasserbreiten von mindestens 398 Metern statt 300 Metern und ab Lühekurve bis Hafengrenze eine Breite von Minimum 367,2 Metern statt der realen 250 Metern erforderlich.

„Der Verkehr der Großschiffe auf der Elbe weist einerseits deutliche Reserven beim Tiefgang auf, hat andererseits aber erhebliche Defizite bei der Sicherheit. Daran ändert die geplante Elbvertiefung nichts“, fasst Rademacher zusammen, „der Wettbewerbsdruck führt offenbar zum Ausblenden von international üblichen Sicherheitsstandards.“

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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