Pool, Auto, Rasen
Trinkwasserverband Staderland zieht die Bremse

Der Rasen muss warten | Foto: sts

Die Trinkwasserversorgung im Alten Land ist gesichert – doch Hitze und hoher Verbrauch setzen das System unter Druck. Nach Angaben des Trinkwasserverbands Staderland ist die Lage in Jork und im gesamten Verbandsgebiet angespannt, der Verbrauch ist deutlich gestiegen. Besonders kritisch sind die Morgen- und Abendstunden, wenn Netze und Wasserwerke stark belastet werden.

Um Verbrauchsspitzen abzufangen, verteilt der Verband das Wasser im Netz teilweise anders und passt den Druck an.

Vor allem private Gartenbewässerung und andere wasserintensive Nutzungen treiben den zusätzlichen Verbrauch nach oben. Die Rasenbewässerung kann laut Verband fast 20 Prozent der bereitgestellten Wassermenge beanspruchen und die Wasserentnahme damit deutlich erhöhen.

Deshalb gilt bis auf Widerruf ein Bewässerungsverbot mit Trinkwasser. Rasensprenger, Sprinkler und automatische Bewässerungssysteme müssen derzeit ausbleiben – egal ob auf Rasenflächen, Beeten, in Gärten oder anderen Grünanlagen. Erlaubt bleibt dagegen das gezielte Gießen per Hand, etwa mit einer Gießkanne. Blumen, Gemüsepflanzen, Kübelpflanzen und frisch gesetzte Pflanzen dürfen damit weiterhin mit Wasser versorgt werden.

Ebenfalls verboten sind die private Autowäsche mit Trinkwasser sowie das Befüllen privater Schwimmbecken, Pools und vergleichbarer Wasseranlagen. Damit will der Verband den Verbrauch senken und die Trinkwasserversorgung für Haushalte und Einrichtungen auch bei hoher Nachfrage sichern.

Wie lange die Versorgung bei anhaltender Trockenheit problemlos gesichert bleibt, lässt sich laut Verband nur schwer vorhersagen. Entscheidend sind vor allem das Verbrauchsverhalten und die Belastung des Wassernetzes.

Der höhere Wasserbedarf beschäftigt den Verband jedoch auch langfristig. Durch das Bevölkerungswachstum im Versorgungsgebiet steigt der Verbrauch zusätzlich. Der Trinkwasserverband investiert deshalb fortlaufend in Netze und Wasserwerke. Im Mai wurde am Standort Dollern der Grundstein für eine neue Wasseraufbereitungsanlage gelegt. Die Bauarbeiten haben begonnen und sollen voraussichtlich 2029 abgeschlossen sein.

Für sattgrünen Rasen ist derzeit also Zurückhaltung gefragt: Die Gießkanne darf bleiben, der Rasensprenger muss Pause machen.

Redakteur:

Stefanie Schimanski aus Buxtehude

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