Denkmalschutz in Jork
Alte Häuser sind die besseren Neubauten

Freude über die Förderung: Jan Thesing (v.li.) und Inga Thesing nehmen den symbolischen Fördermittel-Scheck über 75.000 Euro für die denkmalgerechte Sanierung ihres Gebäudes von Dr. Reinhard Kolk entgegen | Foto: sts
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  • Freude über die Förderung: Jan Thesing (v.li.) und Inga Thesing nehmen den symbolischen Fördermittel-Scheck über 75.000 Euro für die denkmalgerechte Sanierung ihres Gebäudes von Dr. Reinhard Kolk entgegen
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75.000 Euro erhält das ehemalige Gasthaus am Fleet 14 in Jork für seine Sanierung. Doch hinter der Förderung steckt weit mehr als der Erhalt eines historischen Gebäudes. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz lassen sich bei einer Sanierung gegenüber einem Neubau rund zwei Drittel der benötigten Materialien einsparen. Das WOCHENBLATT hat nachgefragt, warum Denkmalschutz heute auch ein Beitrag zum Klimaschutz ist.

Für Dr. Reinhold Kolck ist das ehemalige Gasthaus am Fleet 14 ein Paradebeispiel dafür, wie eng Baugeschichte und Ortsentwicklung miteinander verbunden sind. "Das Gebäude folgt dem Verlauf der Wettern und der historischen Wegeführung. Mit seinem Giebel zur Matthiaskirche prägt es den historischen Ortskern und unterstreicht seine ortsbildprägende sowie zentrale Bedeutung."

Denkmalschutz schont Ressourcen

"Denkmalschutz ist ein Synonym für Nachhaltigkeit", sagt Dr. Reinhold Kolck, Leiter des Ortskuratoriums Stade der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Für ihn ist das einer der wichtigsten Gründe, historische Gebäude zu erhalten. Neben der Materialeinsparung schneidet die Instandsetzung bestehender Bauten auch bei der Wiederverwertung in der Regel besser ab als Abriss und Neubau.

Denkmalpflege bedeutet für die Stiftung deshalb nicht nur, historische Bausubstanz zu bewahren, sondern auch verantwortungsvoll mit vorhandenen Ressourcen umzugehen.

Ein Haus erzählt die Geschichte Jorks

Dass das Gebäude über Jahrhunderte hinweg immer wieder neue Aufgaben übernommen hat, macht seine Geschichte besonders spannend. Seine Ursprünge reichen vermutlich bis ins 16. Jahrhundert zurück. Vom Wohnen über Handwerk und Gewerbe bis hin zum Gasthaus mit angeschlossener Brauerei passte sich das Haus immer wieder den Bedürfnissen seiner Zeit an.

Auch im Inneren sind zahlreiche historische Details erhalten. Wandverkleidungen, Schränke und Türen wurden im Laufe der Jahrzehnte teilweise mehrfach überstrichen, blieben jedoch in ihrer ursprünglichen Form bestehen.

Förderung wird individuell abgestimmt

Damit ein Denkmal von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert werden kann, müssen die geplanten Maßnahmen zunächst von den zuständigen Denkmalbehörden genehmigt werden. Die Höhe der Förderung richtet sich anschließend nach den geplanten Arbeiten und dem jeweiligen Finanzierungsplan.

Neben der finanziellen Unterstützung begleiten Kunsthistoriker und Architekten die Vorhaben fachlich. Eine frühe Abstimmung zwischen Eigentümern und Denkmalbehörden kann dabei helfen, tragfähige Lösungen für die künftige Nutzung historischer Gebäude zu finden.

Mehr als alte Mauern

Für Dr. Kolck steht das ehemalige Gasthaus am Fleet 14 beispielhaft für den Gedanken, Geschichte zu bewahren und zugleich vorhandene Ressourcen zu schonen und für kommende Generationen zu bewahren.

Sein Fazit bringt diesen Anspruch auf den Punkt:

"Denkmalschutz ist unser Dank an die Vergangenheit, unsere Freude in der Gegenwart und unser Geschenk an die Zukunft."

Freude über die Förderung: Jan Thesing (v.li.) und Inga Thesing nehmen den symbolischen Fördermittel-Scheck über 75.000 Euro für die denkmalgerechte Sanierung ihres Gebäudes von Dr. Reinhard Kolk entgegen | Foto: sts
Das historische Gasthaus in Jork wird saniert | Foto: sts
Der Ursprung des Gebäudes reicht vermutlich bis in das 16. Jahrhundert zurück | Foto: sts
Redakteur:

Stefanie Schimanski aus Buxtehude

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