Und was macht Ihre Nachbarin?
Zwischen Schule und Kneipe in Estebrügge
- Jan Köberlin (v.li.) und Frauke Chmelik
- Foto: sts
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Keine Sorge: Ich stalke nicht. Ich wohne nur im Alten Land.
Seit meinem Umzug aus Hamburg weiß ich: Hier bekommt man viel mit. Wer wann nach Hause kommt. Wer Besuch hat. Und offenbar auch, was die Nachbarin nach Feierabend macht.
Meine Nachbarin Frauke Chmelik (55) ist Lehrerin. Das wusste ich. Was ich bisher nicht wusste: Regelmäßig steht sie mittwochs hinterm Tresen der Brüggerei in Estebrügge. Die Brüggerei ist genossenschaftlich organisiert: Wer Anteile hält, kann sich auch selbst einbringen und mit anpacken.
Tagsüber Grundschule Dollern. Abends Theke.
Seit Frühjahr 2025 macht sie Kneipendienst – und erlebt das Dorf seitdem noch einmal anders: "Ich mag es, unverbindlich mit den Leuten zu quatschen und treffe hier viele Menschen, die ich sonst vielleicht gar nicht näher kennengelernt hätte. Dadurch fühle ich mich viel stärker im Dorf integriert."
Nur die Technik war anfangs Neuland: Kartengerät, Musiksystem – alles erst einmal neu: "Da fuchst man sich zwar rein, ich freue mich trotzdem über Unterstützung bei diesen Dingen", erzählt Chmelik.
Und die bekommt sie: Inzwischen steht auch Jan Köberlin, 53, Unternehmensberater, mit ihr hinterm Tresen. Für ihn ist der Kneipendienst ebenfalls ein willkommener Perspektivwechsel: "Ich mag es sehr, das ist eine schöne Abwechslung zum beruflichen Alltag."
Und dann läuft’s
Bis zu 40 Gäste kommen an den Kneipenabenden. Meine Nachbarin mittendrin – auch beim Sommerfest der Brüggerei am Samstag, 29. August, ab 15 Uhr in der Estebrügger Straße 82.
Wer sie also einmal außerhalb des Klassenzimmers erleben möchte: gute Gelegenheit.
Was sie dort genau macht? Das weiß ich noch nicht. Aber ich werde die Augen offen halten.
Rein journalistisch natürlich.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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