Praktikumswoche im Landkreis Harburg
Jugendliche entdecken die Arbeitswelt: 71 Unternehmen waren dabei
- Landrat Rainer Rempe (v. li.), Praktikantin Emma Regner und Philip Goedecke ziehen eine positive Bilanz der Praktikumswoche im Landkreis Harburg
- Foto: Landkreis Harburg
- hochgeladen von Julia Paepcke
Von der Praktikumswoche erfuhr Emma Regner eher zufällig. Eine Freundin erzählte ihr von der Möglichkeit, während der Ferien verschiedene Unternehmen kennenzulernen. Die 15-Jährige bewarb sich – und absolvierte gleich vier Praktikumstage. Bei einem Unternehmen in Egestorf lernte sie sowohl den Bereich Sanitär und Heizung als auch den Metallbau kennen.
„Das macht richtig Spaß und gibt gute Einblicke“, sagt Emma, die nach den Ferien die 10. Klasse der Oberschule Hanstedt besucht. „Jedes Praktikum bringt mich einen Schritt weiter.“
71 Unternehmen öffnen ihre Türen
Mit ihren positiven Erfahrungen steht die Schülerin nicht allein. Insgesamt beteiligten sich 71 Unternehmen aus 20 Berufsfeldern an der Praktikumswoche und ermöglichten Jugendlichen an gut 220 Praktikumstagen Einblicke in Betriebe und Berufsalltag.
Organisiert wurde die Aktion vom Landkreis Harburg gemeinsam mit dem Start-up stafftastic. Angesichts von mehr als 320 Ausbildungsberufen und über 20.000 Studiengängen soll die Praktikumswoche Jugendlichen bei der beruflichen Orientierung helfen.
Landrat Rainer Rempe zieht eine positive Bilanz: „Die Praktikumswoche war ein voller Erfolg. Ich danke allen Betrieben, die ihre Türen geöffnet haben und Jugendlichen so die Chance gegeben haben, in den Sommerferien unkompliziert in Unternehmen und die Arbeitswelt reinzuschnuppern.“
Ein Praktikum vermittle Eindrücke, die keine Broschüre und kein Internetauftritt ersetzen könnten, betont Rempe. Jugendliche erlebten den Arbeitsalltag unmittelbar und könnten herausfinden, welche Ausbildung zu ihren Interessen und Stärken passe.
Chance für Jugendliche und Unternehmen
Auch die beteiligten Betriebe profitieren: Sie kommen frühzeitig mit potenziellen Nachwuchskräften in Kontakt. Für Rempe ist die Praktikumswoche deshalb auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung. Vielen Jugendlichen sei nicht bewusst, welche vielfältigen Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten der Landkreis Harburg biete.
Wie wichtig der Kontakt zum Nachwuchs für die Unternehmen ist, bestätigt auch Philip Goedecke, der ein Egestorfer Unternehmen in vierter Generation führt. „Ausbildung ist immer Zukunftssicherung“, sagt er. „Wir brauchen spezialisierte Fachleute – und die bekommen wir am besten, wenn wir selbst ausbilden.“
„Vorstellen kann ich mir das durchaus“
Dass ein Praktikum auch mit falschen Vorstellungen über einen Beruf aufräumen kann, hat Emma selbst erlebt. Überrascht war sie beispielsweise, dass zur Arbeit im Sanitärbereich auch Tätigkeiten in der Kanalisation gehören können.
Ihr Fazit nach den praktischen Einblicken fällt dennoch knapp und eindeutig aus: „Cool.“ Ob sie nach der Schule tatsächlich ins Handwerk und speziell in den Sanitärbereich gehen wird, weiß die 15-Jährige noch nicht. Ausschließen möchte sie es jedenfalls nicht: „Vorstellen kann ich mir das aber durchaus.“
Redakteur:Julia Paepcke aus Buchholz |
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