Neue Ausstellung am Kiekeberg
Schüler blicken zurück – und nach vorn
- Schülerinnen und Schüler der IGS Seevetal gemeinsam mit Museumsdirektor Dr. Stefan Zimmermann vor ihrer Mindmap zur Ausstellung „Federkiel und Rechenschieber“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg
- Foto: tml
- hochgeladen von Tina Lüecke
Wie Lernen früher funktionierte – und wie Unterricht in Zukunft aussehen könnte: Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der IGS Seevetal im Rahmen des Projekts „Federkiel und Rechenschieber“, das am vergangenen Freitag im Freilichtmuseum am Kiekeberg eröffnet wurde.
Begleitet von Lea Finzel und Muriel Wiese aus der Abteilung Bildung und Vermittlung entwickelten die Jugendlichen kreative Ideen und Sichtweisen zum Thema Schule. Auf einer großen Mindmap hielten sie fest, was Lernen für sie bedeutet – von Stress und Anstrengung bis hin zu Spaß, Gemeinschaft und Hoffnung. Außerdem halfen sie, Exponate auszuwählen und die Ausstellung auf dem Papier zu planen – von Anfang bis Ende. Für viele war das Ergebnis erstaunlich und zeigte, wie viel Arbeit in so einem Projekt steckt.
Museumsdirektor Dr. Stefan Zimmermann lobte das Engagement der Schüler:
„Es war ein Experiment – und es hat sich gelohnt. Wir wollten wissen, wie junge Menschen über Bildung denken. Das Ergebnis ist vielfältig, überraschend und ehrlich.“
Die Jugendlichen arbeiteten über mehrere Wochen hinweg in Workshops, brachten eigene Objekte mit – vom Bleistift bis zum Tablet – und verglichen Unterricht früher und heute. Einige zeigten sich überrascht, dass früher bis zu 40 Kinder gemeinsam in einem Raum lernten oder mit Kreide auf Schiefertafeln schrieben.
Ein besonderer Aspekt des Projekts war der partizipative Ansatz: Die Schüler wurden aktiv in die Entwicklung der Ausstellung einbezogen.
„Es ist etwas anderes, wenn nicht nur Museumsexperten über Schule sprechen, sondern Schülerinnen und Schüler selbst“, sagte Lea Finzel. „Sie haben gezeigt, dass Museum auch ein Lernort auf Augenhöhe sein kann.“ Ergänzend zur Ausstellung ist im Museumsshop das gleichnamige Buch „Federkiel und Rechenschieber“ erhältlich, das die Entwicklung des Lernens im ländlichen Raum dokumentiert.
Die Ausstellung schlägt den Bogen von der alten Dorfschule über die digitale Gegenwart bis zu Zukunftsvisionen. Ideen hatten die Schülerinnen und Schüler sogar noch beim Pressetermin – etwa schwebende Schulschuhe oder Unterricht per Hologramm.
„Man merkt, wie kreativ und humorvoll die Schüler an das Thema herangegangen sind“, so Finzel.
Am Ende war man sich einig: Das Experiment soll keine einmalige Sache bleiben.
„Das war ein gelungenes Beispiel dafür, dass Schulen und Museen voneinander lernen können“, betonte Zimmermann. „Und wer weiß – vielleicht wird das Museum ja irgendwann selbst zum Klassenzimmer.“
Redakteur:Tina Lüecke aus Buchholz |
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