Wieso dauert das so lange? Spielplatz in Emsen, Freizeitanlage in Ehestorf: Beide Projekte verzögern sich
"Gebt uns unseren Spielplatz zurück!"

"Wann können wir hier endlich wieder richtig spielen?", fragen Felix(v. li.), Mads, Frederik und
Clarissa
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  • "Wann können wir hier endlich wieder richtig spielen?", fragen Felix(v. li.), Mads, Frederik und
    Clarissa
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as. Ehestorf. Traurig stehen Felix (12), Mads (7), Clarissa (7) und ihr Bruder Frederik (5) auf der Grünfläche am Vierberg in Emsen. Wippe, Turnreck, Barren und Rasen - das ist derzeit ihr Spielplatz. Im vergangenen Jahr wurden Drainagerohre unter dem Spielplatz verlegt und die Spielgeräte entfernt - seither herrscht hier Leere. "Es ist nicht schön, dass uns alle Sachen weggenommen wurden", sagt Mads. "Wir hatten hier früher eine Schaukel, ein Fußballtor, ein Haus und eine Rutsche - das war toll", ergänzt Clarissa. Die verbliebenen Turngeräte würden von den Kindern nicht genutzt. "Da spielen wir lieber zusammen im Garten." Und Felix vermisst den Basketballkorb. "Jetzt müssen wir Älteren immer zur Oberschule fahren, wenn wir was machen wollen. Das ist schade." Sie fordern: "Gebt uns unseren Spielplatz zurück!"
Während die Kinder trauern, sind ihre Eltern verärgert. "Es ärgert mich, dass die einfach kommen, alles abbauen, und dann jahrelang nichts machen", sagt Daniel Lyko. "Wenn über den Winter nichts da ist, o.k., aber im Sommer ist der Spielplatz wichtig. Zumindest die Schaukel und die Rutsche hätten sie doch da lassen können!" Er betont: "Kinder und Jugendliche sind ihres Treffpunktes beraubt worden - dabei ist es wichtig für ihre Selbstständigkeit, woanders hinzugehen und auf sich und einander acht zu geben." Dass der Spielplatz in Emsen der erste sein wird, der im Zuge des Spielplatzkonzeptes erstellt wird, ist kein Trost. "In fünf Jahren brauchen wir auch keinen Spielplatz mehr, dann sind unsere Kinder raus. Wieso machen die das so kompliziert? Mit Schaukel und Seilbahn, Tor und Korb war früher auch schon viel los!" Auch Patrick von Mohnsdorff übt Kritik an der Vorgehensweise: "Wir sind eine 400-Mann-Gemeinde, da braucht man doch nicht den Mega-Spielplatz. Alu-Tor und Basketballkorb hätte man doch schon problemlos aufbauen können."
Der Spielplatz ist nicht das einzige Projekt, bei dem es derzeit etwas länger dauert: Auch der Bau der Freizeitanlage in Ehestorf verzögert sich - erneut. Bereits 2013 wurde der Bau einer Skateranlage für die Norddörfer beschlossen und damals auch Geld bereitgestellt. Erst vier Jahre später wurden die Planungen wieder aufgenommen. Eine erneute Befragung der Jugendlichen ergab, dass die Skateranlage obsolet war, stattdessen sollte in Vahrendorf neben dem Sportplatz eine Freizeitanlage mit einer Parcours-Fläche, Tischtennisplatte, Basketballkorb und Unterstand sowie einer Rasenfläche für insgesamt 115.000 Euro gebaut werden. Dann musste aber eine neue Fläche gesucht werden, weil die ursprüngliche Fläche stark erhöhte Bleiwerte aufwies. Zwar steht seit etwa einem Jahr der neue Standort fest, doch passiert ist dort noch nichts.
"Auch wenn leider noch keine Ergebnisse sichtbar sind - die Gemeinde arbeitet mit Hochdruck", sagt Alina Kibbel, Koordinatorin des Bündnisses für Familie. Sie erklärt: "Die Ausschreibungsverfahren sind einfach zu groß geworden. Wir sind da auf Externe angewiesen, und das kostet Zeit." Sie könne verstehen, dass die Emsener unzufrieden sind. "Man selbst ist auch gefrustet. Wir führen Öffentlichkeitsbeteiligungen durch, sammeln Gelder, und dann sieht so aus, als arbeiten wir nicht." Die Zeiten, bis so ein Projekt umgesetzt werden könne, seien teilweise nicht mehr nachvollziehbar. "Wir haben immer weniger Freiraum für kurzfristige Entscheidungen." Auch in Ehestorf habe sich der Ablauf verzögert. "Planer und Spielgerätehersteller haben volle Auftragsbücher, da müssen wir uns hintenanstellen", so Kibbel. Sie bietet an: "Familien können sich jederzeit gern bei mir melden. Ich informiere sie gern über den aktuellen Stand."
In Emsen seien die alten Spielgeräte abgängig gewesen, so die Koordinatorin. "Jetzt wird der Spielplatz komplett überarbeitet und erhält einen eigenen Charakter, der ihn von den anderen Spielplätzen abhebt, in diesem Fall 'Klettern im Wald'. Es ist das erste Mal, dass wir unser neues Spielplatzkonzept umsetzen können." 55.000 Euro stellt die Gemeinde dafür bereit. "Sobald ein genauer Plan vorliegt, wird er im Ortsrat vorgestellt", sagt Alina Kibbel. Sie hofft, dass der Spielplatz in spätestens einem Jahr eingeweiht wird. "Dafür haben die Kinder dann für lange Zeit eine schöne Anlage zum Spielen."
Auch was die Freizeitanlage angeht, hofft Kibbel auf einen Baubeginn im nächsten Frühjahr: "Die Ausschreibungen gehen jetzt raus." Und einen Hoffnungsschimmer gibt es: Eventuell kann der geplante Unterstand für die Jugendlichen vorgezogen werden. "Wir arbeiten wirklich dran."

"Wann können wir hier endlich wieder richtig spielen?", fragen Felix(v. li.), Mads, Frederik und
Clarissa
Alina Kibbel, Koordinatorin des Bündnisses für Familie
Autor:

Anke Settekorn aus Rosengarten

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