Realistische Szenarien auf freiem Feld
Wenn Gas brennt: Feuerwehren testen Ernstfall in Wistedt
- Feuerwehrleute trainieren in Wistedt die Bekämpfung eines Erdgasbrandes unter realistischen Bedingungen
- Foto: Nils Renken
- hochgeladen von Sven Rathert
Ein Acker in Wistedt im Landkreis Harburg wurde von Freitag, 31. Oktober bis Sonntag, 2. November zur Übungsfläche für einen außergewöhnlichen Einsatz: 450 Feuerwehrleute aus den Samtgemeinden Tostedt, Hanstedt, Harsefeld, Sittensen sowie aus der Gemeinde Scheeßel rückten mit ihren Fahrzeugen an, um unter realitätsnahen Bedingungen den Umgang mit Erdgasbränden zu trainieren.
Herausforderung Gasbrand
„Viele Arten von Bränden gehören für die Feuerwehren zum Alltagsgeschäft. Sie kennen den Brandverlauf, das Gefahrenpotenzial und können die Wirksamkeit ihrer Löschmethoden einschätzen. Industrie- und Gasbrände gehören jedoch zu den schwierigeren Szenarien“, erklärte Sven Bauer, Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Tostedt. Wegen der hohen Sicherheitsstandards seien solche Einsätze selten, weshalb es an praktischer Erfahrung für die richtige Lageeinschätzung oft fehle.
EWE NETZ, der regionale Netzbetreiber in der Region, simulierte unter anderem einen Flächenbrand, der durch austretendes Erdgas in einem Kiesbett sowie an einer Gasfackel verursacht wurde. Ein weiteres Szenario stellte eine bei Bauarbeiten beschädigte und brennende Erdgasleitung in einer Baugrube dar. Neben der praktischen Arbeit direkt an den Flammen vermittelten die Ausbilder von EWE NETZ den Teilnehmenden auch theoretische Grundlagen zu Sicherheit, Vorgehensweise und Gefahreneinschätzung.
Für die Wasserversorgung sorgte die Feuerwehr Wistedt. In mehreren Durchgängen konnten jeweils rund 100 Feuerwehrleute während etwa dreistündiger Übungssequenzen ihr theoretisches Wissen praktisch anwenden. In einer gesicherten Umgebung übten sie die wirksame Brandbekämpfung mit verschiedenen Löschmitteln. „Die Feuerwehrleute müssen aber auch die Grenzen der Bekämpfung eines solchen Brandes erkennen: Ist ein Löscheinsatz erfolgversprechend, oder ist es sinnvoller, das Erdgas kontrolliert abbrennen zu lassen und die Ausbreitung auf andere Objekte zu verhindern“, sagte Sven Bauer.
Zusammenarbeit mit System
„Es ist unverzichtbar, die Zusammenarbeit mit unseren örtlichen Feuerwehren zu trainieren, um im Störungsfall die Betriebsmittel von EWE NETZ ordnungsgemäß zu löschen und zu sichern“, erklärte Björn Muth, Kommunalbetreuer der Region Bremervörde/Seevetal von EWE NETZ. Die Idee zu der Großübung entstand im Rahmen der regelmäßigen Schulungen, die EWE NETZ für Feuerwehren anbietet. Dabei informiert der Netzbetreiber über das richtige Vorgehen bei Störungen, Verkehrsunfällen oder Explosionen, bei denen Erdgas austritt.
Für die Organisation arbeiteten die Gemeindebrandmeister der beteiligten Kommunen eng mit Carsten Kröger, Leiter der Bezirksmeisterei Tostedt von EWE NETZ, zusammen.
Redakteur:Sven Rathert aus Seevetal |
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