Der „Hundertjährige“ in Hittfeld
Backstein, Bäckerei und Baupläne: Das Projekt im Blick
- Die alten Backsteine wurden teilweise aus Friesland beschafft und sind ebenfalls historisch, ausgebaut aus alten Bauernhöfen und Ähnlichem
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Die Sanierung des denkmalgeschützten Ensembles, der frühere Gasthof "Zum 100-Jährigen" in Hittfeld, schreitet sichtbar voran. Zwei historische Gebäude, eine ehemalige Scheune und ein alter Gasthof, werden derzeit von der Projektentwicklungsgesellschaft May & Co. aufwendig instand gesetzt. Während die Hülle der Gebäude inzwischen weitgehend fertiggestellt ist, laufen im Inneren Ausbauarbeiten, die zum Teil stark vom Denkmalschutz geprägt sind.
Bäcker bezieht Ende des Jahres die Scheune
In die frühere Scheune, in der einst Kutschen das Heu vom Feld abluden, wird Ende des Jahres die Bäckerei Schrader einziehen. „Ich möchte gerne Ende des Jahres übergeben und momentan sind wir im Bauzeitenplan“, sagt der Verantwortliche des Projekts, Jörg Ruschmeyer. Der Familienbetrieb aus Apensen im Kreis Stade betreibt bereits 17 Filialen in der Region südlich von Hamburg. In Hittfeld eröffnet das Unternehmen dann eine weitere, inklusive Cafébetrieb. Künftig treten die Kundinnen und Kunden durch übergroße Glastüren ein, die an die ursprünglichen Tore der Durchfahrtsscheune erinnern.
Ein separater, etwas höher gelegener Raum in der Scheune kann künftig für private Feiern wie Geburtstage gemietet werden. Der hintere Ausgang führt auf eine großzügige Terrasse, auf der bei gutem Wetter rund 100 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung stehen. Diese werden sich Bäckerei und Gastronomie künftig teilen.
Neuer Pächter für Gasthof gesucht
Für das benachbarte Gebäude, den ehemaligen Gasthof, wird derzeit ein neuer Pächter gesucht. Die ursprünglich geplanten Betreiber, die Gastronomen Max, Felix und Tim Becker, haben sich vom 100-Jährigen zurückgezogen und widmen sich mit dem Kauf des Hotels Krohwinkel einem neuen Projekt in Hittfeld.
Das Ziel für den Projektentwickler rund um den 100-Jährigen bleibt bestehen: einen gastronomischen Betrieb zu etablieren, idealerweise mit einem Konzept, das Tradition und Moderne verbindet. Ob klassische Gerichte wie Sülze mit Bratkartoffeln oder zeitgemäße Küche, das genaue Angebot hängt vom neuen Pächter ab. Wichtig ist, dass dieser frühzeitig in die Planungen eingebunden wird, etwa bei Ausstattung, Küchentechnik oder der Raumaufteilung. „Die Suche sieht auch ganz gut aus und wir hoffen, dass spätestens Mitte des nächsten Jahres der Betrieb aufgenommen werden kann“, berichtet Jörg Ruschmeyer.
Wie bei vielen denkmalgeschützten Bauten gab es auch hier im Verlauf der Bauarbeiten Überraschungen: Unter alten Wandverkleidungen fanden sich weitere Schichten, schadhafte Stellen oder bauzeitliche Elemente, die teilweise erhalten werden mussten. „Die Abstimmung mit dem Denkmalschutz war kleinteilig und intensiv, bis hin zur Farbe der Fensterläden oder der Breite der Mauerfugen“, sagt Ruschmeyer. Dennoch sei das Ergebnis die Mühe wert.
- Die künftige Gaststätte, die bereits früher an diesem Ort betrieben wurde, hat im Zuge der Sanierung neue Fenster erhalten
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Baustart für weiteren Bauabschnitt geplant
Der historische Gasthof und seine zugehörigen Gebäude sind Teil eines größeren Bauprojekts. Auf dem Areal an der Straße "Pastorenwiesen" entstehen weitere Gebäude mit Wohnungen und Einzelhandel. Der Edeka-Markt, der bereits damals von May & Co. realisiert wurde, wird erweitert. Im dritten Quartal dieses Jahres folgt laut Ruschmeyer der nächste große Projektschritt und es soll mit der nächsten Bauphase begonnen werden. Gestartet wird beim jetzigen Brachland und der gedachten zukünftigen neuen Mitte Hittfelds, mit der Freilegung der Fläche zur Erweiterung des bestehenden Supermarkts. Da die jetzige Baufläche eine ehemalige „Bürgermeisterdeponie“ ist, also in früheren Zeiten als Mülldeponie genutzt wurde und aus weichem Material besteht, werden die Gebäude zur Stabilisierung auf Pfähle gesetzt. Jörg Ruschmeyer dazu: „Es bedarf zwar an großem Gerät, dabei kommt jedoch eine besonders schonende Bauweise zum Einsatz, um die Lärmbelastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.“
- Mit dem Start des Bodenmanagements soll im dritten Quartal dieses Jahres auch die nächste Bauphase eingeläutet werden
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Trotz langwieriger Planungs- und Genehmigungsprozesse ist der Projektentwickler überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt. „Am Ende entsteht hier ein attraktives, lebendiges Zentrum für Hittfeld“, so Ruschmeyer. Das Interesse sei groß, nicht nur von künftigen Kunden, sondern auch aus der Bevölkerung, die die Entwicklung des 100-Jährigen mit viel Aufmerksamkeit begleite.
Redakteur:Sven Rathert aus Seevetal |
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