Das große Sommerinterview: "Einen Traum erfüllt" - Kerstin und Uli Overmeyer betreiben einen Hofladen mit Manufaktur

Bewusster einkaufen, entschleunigen, Natur erleben: Uli und Kerstin Overmeyer haben auf ihrem Hof alle ihre Ideen umgesetzt
6Bilder
  • Bewusster einkaufen, entschleunigen, Natur erleben: Uli und Kerstin Overmeyer haben auf ihrem Hof alle ihre Ideen umgesetzt
  • hochgeladen von Katja Bendig

(kb). Mit der Eröffnung von „Overmeyer LandbauKultur“ im vergangenen Jahr haben sich Kerstin (45) und Uli (46) Overmeyer in Seevetal-Emmelndorf einen Traum erfüllt. Sie bauen u.a. selber Gemüse an und betreiben einen Hofladen samt Café und Manufaktur mit Produkten aus ökologischem Anbau.
WOCHENBLATT: Wann kam Ihnen die Idee zu ihrem eigenen Betrieb:
Kerstin Overmeyer: Mein Mann und ich sind studierte Landwirte, haben viele Jahre auf einem Pachtbetrieb hier im Ort gearbeitet und haben auch dort einen zunächst kleinen Laden betrieben. Der ist dann stetig gewachsen, es wurde immer enger, gleichzeitig war klar, dass die Kinder unseres Verpächters den Betrieb übernehmen. Wir sahen uns nach Alternativen um, fanden jedoch nichts. Also haben wir selber einen Hof gebaut, der all unsere Ideen und Konzepte widerspiegelt.
WOCHENBLATT: Ein ambitioniertes Projekt...
Kerstin Overmeyer: Das war wirklich eine Menge Arbeit und extrem anstrengend. Wir haben vier Jahre geplant, nebenbei mussten wir natürlich noch unseren Betrieb am Laufen halten.
WOCHENBLATT: Hatten Sie jemals Zweifel am Erfolg?
Kerstin Overmeyer: Wir waren immer zuversichtlich, dass wir ein gutes Konzept haben. Aber alle unsere Ideen dann auch wirklich umzusetzen, war gar nicht so einfach.
WOCHENBLATT: Was ist der Kern Ihres Konzeptes?
Kerstin Overmeyer: Wir wollen Landwirtschaft und Gemüseanbau in ihrer ursprünglichen Form betreiben und vor Ort an die Kunden weitergeben. Außerdem hatten wir die Idee, noch mehr aus den Produkten unserer eigenen Ernte zu machen. Das Verwirklichen wir in unserer Manufaktur, in der wir u.a. Brotaufstriche, Suppen und Salatdressings herstellen - natürlich ohne Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker. In unserem Café bieten wir Frühstück, Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen an. Ganz wichtig: Alle unsere Produkten - ob aus eigener Herstellung oder von Zulieferern - stammen aus kontrolliertem ökologischen Anbau.
WOCHENBLATT: Kann man sagen, dass „Öko“ im Trend liegt?
Kerstin Overmeyer: Wir merken tatsächlich, dass sich unsere Kundschaft verändert hat. Früher war das eine eingefleischte Gemeinde, heute beschäftigen sich zum Glück sehr viel mehr Menschen damit, woher ihre Lebensmittel kommen und wie sie hergestellt werden. Hier findet eindeutig ein Umdenken statt.
WOCHENBLATT: Was entgegnen Sie, wenn Leute sagen, Bio-Produkte seien ihnen zu teuer?
Kerstin Overmeyer: Natürlich sind ökologisch hergestellte Produkte teurer, und wenn man eine große Familie hat ist es sicher schwierig, nur „Bio“ zu kaufen. Aber grundsätzlich ist das eine Frage des Bewusstseins. Muss ich wirklich jeden zweiten Tag industriell produziertes Fleisch essen oder greife ich ganz bewusst und seltener zum regionalen Produkt aus artgerechter Haltung? Das Öko-Fleisch ist ja aus nachvollziehbaren Gründen teurer. Bei Gemüse ist der Preisunterschied übrigens gar nicht mehr so groß. Und wenn ich gezielt einkaufe und nicht die Hälfte wegwerfe - was viele tun - lässt sich wiederum Geld sparen.
WOCHENBLATT: Halten Sie auch Tiere?
Kerstin Overmeyer: Wir haben eine Herde Galloway-Rinder übernommen, das ist eine große Bereicherung. Außerdem haben wir zwei Pferde und einige Ziegen. Und wir überlegen, einen mobilen Hühnerstall anzuschaffen, damit wir unsere eigene Eier produzieren können.
WOCHENBLATT: Der große Hofladen, Anbau und Ernte, Tiere, die Manufaktur - bleibt da noch Zeit für die Familie?
Kerstin Overmeyer: In den vergangenen Jahren ist das eindeutig zu kurz gekommen, das muss ich schon zugeben. Aber so langsam kommen wir in etwas ruhigeres Fahrwasser und ich habe mir fest vorgenommen, die Nachmittage für die Kinder zu reservieren.
WOCHENBLATT: Wie viele Kinder haben Sie?
Kerstin Overmeyer: Sieben, im Alter zwischen fünf und 19 Jahren.
WOCHENBLATT: Mit sieben Kindern sind Sie eine echte Ausnahme-Familie oder?
Kerstin Overmeyer: Ja, das kann man so sagen. Aber mein Mann und ich wollten schon immer eine große Familie. Das ist manchmal stressig, aber auch unglaublich schön.
WOCHENBLATT: Was bedeutet Ihr Hof für Sie?
Kerstin Overmeyer: Mein Mann und ich haben damit gemeinsam unseren Traum verwirklicht. Inzwischen besteht unser Team aus über 40 Angestellten und Praktikanten, in Zukunft würden wir auch gerne ausbilden.
WOCHENBLATT: Haben Sie einen Tipp für alle, die ihre Träume auch wahr werden lassen wollen?
Kerstin Overmeyer: Man muss sich mit Haut und Haaren für seine Ziele einsetzen, braucht Ausdauer und muss ehrlich zu sich selbst sein. Wichtig ist, die gemeinsame Vision bei allem Stress nicht aus den Augen zu verlieren. Da müssen manchmal auch Streitigkeiten oder Ähnliches in den Hintergrund treten. Man muss viel für den Erfolg geben. Aber ich glaube fest daran: Wenn man von einer Sache wirklich überzeugt ist, dann schafft man es auch.
WOCHENBLATT: Vielen Dank für das Gespräch.
• Infos: http://www.overmeyer-landbaukultur.de.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

Panorama
Fieberambulanzen könnte eine Anlaufstelle für Grippe- und Corona-Verdachtsfälle sein

Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn
Fieberambulanzen gegen Corona und Grippe

(tk). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlug angesichts der beginnenden Grippewelle und der weiter bestehenden Gefahr einer Ausbreitung von Corona vor, dass es Fieberambulanzen geben sollte. In diesen Praxen werden vor allem diejenigen behandelt, die mit klassischen Atemwegserkrankungen zum Arzt wollen und wo noch unklar ist, ob es eine Erkältung, ein fieberhafter Infekt oder doch das neuartige COVID-19-Virus ist. Fieberambulanzen sollen nach Spahns Meinung dabei helfen, dass...

Politik
Oliver Grundmann (2.v.re.) erhielt deutlich mehr Stimmen als Katharina Merklein (re.)

Stader setzt sich deutlich gegen Kontrahentin durch
Oliver Grundmann als CDU-Direktkandidat für die Bundestagswahl 2021 nominiert

jd. Stade. Oliver Grundmann wird im kommenden Jahr erneut Direktkandidat der CDU für die Bundestagswahl sein. Am Donnerstagabend wurde der Jurist aus Stade mit großer Mehrheit für die im Herbst stattfindende Wahl nominiert. Grundmann tritt damit nach 2013 und 2017 zum dritten Mal im Wahlkreis Stade I / Rotenburg II an. Auf der Nominierungsversammlung im Stadeum setzte sich Grundmann mit 174 zu 55 Stimmen gegen seine Gegenkandidatin Katharina Merklein aus Zeven durch. Auf Grundmann entfielen...

Panorama
Vorläufiges Konzept: Ähnlich wie in diesem Entwurf stellt sich die "Calluna-Bike"-Gemeinschaft der Zweirad-Freunde die Mountainbike-Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden rund um den Paaschberg vor
3 Bilder

Initiative hat spektakuläre Pläne
Mekka für Mountainbiker in Salzhausen?

ce. Salzhausen. Mit dem "Projekt Bergrettung" befassen sich derzeit die Kommunalpolitiker in Salzhausen. Was zunächst irreführend klingt wie eine Kooperation zwischen Salzhäusern und Schweizern bei einer Hilfsaktion in den Alpen, ist tatsächlich ein spektakuläres Vorhaben in hiesigen Gefilden: Mehrere Fahrradfreunde haben sich zusammengeschlossen, um den Salzhäuser Paaschberg als "Ort der Freizeitgestaltung und Lernort" zu einem Besuchermagneten zu machen. Auf dem von einem Wald dicht...

Panorama
"Hier sind alle sehr wachsam": (v. li.) Dr. Werner Raut (Chefarzt Medizinische Klinik), Astrid Schwemin (leitende Amtsärztin Landkreis Harburg) und Norbert Böttcher (Geschäftsführer Krankenhäuser Buchholz und Winsen)

Zwei Ärzte und zwei Pflegekräfte betroffen / Gesundheitsamt und Geschäftsführung beruhigen
Vier Corona-Fälle im Krankenhaus Buchholz

os. Buchholz. Im Buchholzer Krankenhaus sind vier Corona-Fälle aufgetreten. Betroffen seien zwei Ärzte und zwei Pflegepersonen, erklärten Astrid Schwemin, leitende Amtsärztin des Landkreises Harburg, und Dr. Werner Raut, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Krankenhaus Buchholz, im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Man habe die "klassischen Maßnahmen" ergriffen, erklärt Schwemin. Die Betroffenen wurden in Quarantäne geschickt, und zwar für zunächst zehn Tage, wie es bei unkomplizierten Verläufen...

Blaulicht
Die Zahl der Autodiebstähle steigt im Landkreis Harburg rasant an. Der Schaden liegt innerhalb weniger Wochen bei mehr als 750.000 Euro (Szene gestellt)   Foto: polizei-beratung.de
2 Bilder

750.000 Euro Schaden in drei Monaten
Landkreis Harburg: Eine Hochburg für Autodiebe

thl. Winsen. Die Zahl der Autodiebstähle im Landkreis Harburg nimmt immer weiter zu - und stellt die Ermittler der Polizei vor nahezu unlösbare Aufgaben. Denn die Täter hinterlassen so gut wie keine Spuren. "Im August wurden im Landkreis Harburg drei Komplettentwendungen von Pkw angezeigt, im September waren es bis heute vier", bestätigt Polizeisprecher Jan Krüger auf Nachfrage. "In insgesamt vier weiteren Fällen blieb es beim Versuch, entsprechende Spuren waren an betroffenen Fahrzeugen zu...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen