CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann unterwegs im Pendlerverkehr

"Ihr Zug hat zehn Minuten Verspätung": Kai Seefried (v. li.), Helmut 
Dammann-Tamke, Heiner Schönecke, Bernd Althusmann und André Bock am Bahnsteig in Buxtehude
  • "Ihr Zug hat zehn Minuten Verspätung": Kai Seefried (v. li.), Helmut
    Dammann-Tamke, Heiner Schönecke, Bernd Althusmann und André Bock am Bahnsteig in Buxtehude
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Pendleralltag: Auch Althusmann und seine CDU-Kollegen müssen auf den Zug warten

kb. Landkreis. Überfüllte Züge, Verspätungen, Störungen, Zugausfälle - Pendler, aber auch Reisende in der Region, kennen das zu Genüge. Seit Jahren steigen die Fahrgastzahlen, die Kapazitäten im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sind ausgeschöpft. "In der Hauptverkehrszeit werden später zusteigende Fahrgäste bald kaum noch eine Chance auf einen Sitzplatz haben, weil die Züge in Richtung Hamburg schon voll besetzt sind", prophezeit Klaus Steinfatt, Sprecher des Fahrgastbeirates im Landkreis Harburg.
Schon seit über zehn Jahren fordert der Fahrgastbeirat einen zusätzlichen Bahnsteig am Hamburger Hauptbahnhof für Metronom-Züge. Passiert ist nichts. Auch längere Züge konnten bisher nicht eingesetzt werden. "Dafür fehlen Gleise und Bahnsteigkanten", weiß Steinfatt. Er fordert eine engere Abstimmung zwischen Hamburg und Niedersachsen, um die notwendigen Ausbaumaßnahmen so schnell wie möglich umzusetzen.
Ein Wunsch, den CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann umsetzen könnte - wenn er denn Niedersachsens neuer Ministerpräsident wird. Gemeinsam mit Parteikollegen aus den Landkreisen Harburg und Stade und dem WOCHENBLATT war Althusmann jetzt frühmorgens im SPNV der Region unterwegs - Wahlkampf am Bahnsteig. Einer seiner Vorschläge, um die Situation in Stoßzeiten zu verbessern: "Beim Gestalten der Fahrpläne muss als erste Maßnahme 'Vorfahrt für Pendlerzüge' greifen." Außerdem müsse das Ziel in direktem Gesprächen mit der Deutschen Bahn eine Verlängerung der Bahnsteige sein. "Es darf nicht zu 'indischen Verhältnissen' auf unseren Strecken nach Hamburg kommen", so Althusmann.

Vorfahrt für Pendlerzüge - der Vorschlag von CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann klingt gut. Ebenso wie eine Verlängerung der Bahnsteige, um den Einsatz längerer Züge zu ermöglichen. Ob diese Vorschläge umsetzbar sind, steht auf einem anderen Blatt Papier. Immerhin - viele Pendler wird es freuen, dass sich Althusmann und seine CDU-Kollegen Heiner Schönecke, André Bock, Kai Seefried und Helmut Dammann-Tamke zumindest im Wahlkampf in aller Frühe in die Pendlerzüge begeben haben, um sich einen eigenen Eindruck von der Situation zumachen. Auch wenn der wegen der Herbstferien derzeit etwas trügt, machen sich die Politiker keine Illusionen. "Die Züge sind oft so voll, da passt kaum noch jemand hinein", so Schönecke. Besonders schlimm ist es auf den Strecken im Landkreis Harburg Richtung Hamburg.
Beim Treffen auf dem Bahnhof in Buxtehude werden die Landtagsabgeordneten sofort mit dem Pendleralltag konfrontiert: Ihre S-Bahn Richtung Harburg hat Verspätung. Kann man die Eisenbahngesellschaften zu mehr Verlässlichkeit verpflichten, die Fahrgastrechte stärken? Bernd Althusmann ist da zurückhaltend. "Ich glaube, dass noch Jahre vergehen werden, bis man im ÖPNV ähnliche Maßstäbe wie im Flugverkehr erwarten kann. Das wird ein schwieriger Prozess." Althusmann verweist auf den Fahrgastbeirat. "Damit haben die Pendler eine wichtige Stimme. Man sollte diese Institution stärker einbinden."

Neben den lästigen Verspätungen, sind auch Zugausfälle keine Ausnahme. Vielen scheint es, als ob schon ein mittelschwerer Sturm reicht, um den Zugverkehr durch Schäden an den Oberleitungen oder umgestürzte Bäume zum Erliegen zu bringen. "Die Deutsche Bahn hat aufgrund ihrer Verkehrssicherheitspflicht die gesetzliche Aufgabe, die Strecken jederzeit befahrbar zu halten. Gefahren müssen minimiert werden", macht Althusmann deutlich. Und weiter: "Ich werde gemeinsam mit Staatssekretär Enak Ferlemann dafür sorgen, das die Bahn ihrer Pflicht nachkommt." Ein Versprechen, das sich Bahnnutzer merken sollten.
Die CDU-Vertreter plädieren weiter dafür, die Züge der Heidebahn (erixx) über Jesteburg und Maschen bis Harburg und idealerweise weiter bis zum Hamburger Hauptbahnhof durchzubinden. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: "83 Prozent der Fahrgäste in der Heidebahn wollen nach Harburg oder Hamburg fahren, das hat die Landesnahverkehrsgesellschaft festgestellt", bestätigt Klaus Steinfatt, Sprecher des Fahrgastbeirats. Sein Schluss: "Züge müssen dahin fahren, wo die Menschen hin wollen. Sonst macht ÖPNV keinen Sinn." Für Althusmann eine machbare Erweiterung. "Die Strecke wurde bereits von der rot-grünen Landesregierung geprüft und hat eine sehr hohe Bewertung erhalten."

Wie anfällig der Zugverkehr für Störungen ist, wurde am Donnerstagnachmittag, nur wenige Stunden nach dem Vor-Ort-Termin der CDU-Politiker, deutlich: Sturmtief "Xavier" legte den gesamten Schienenpersonenverkehr in der Region lahm. "Liebe Fahrgäste, wir fahren wieder! Yippie Yeah!" Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, löste am Donnerstagmorgen bei einem Metronom-Mitarbeiter regelrechte Euphorie aus. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon mittelschwer genervt. Nach dem Termin mit Bernd Althusmann und seinen CDU-Kollegen startete meine S-Bahn in Neu Wulmstorf bereits mit zehn Minuten Verspätung.


Moment mal

Endlich an Lösungen arbeiten

Der Anschlusszug Richtung Buchholz in Harburg war weg - eine halbe Stunde Wartezeit die Folge. Als es dann endlich weiterging, stoppte der Zug nach wenigen Kilometern. Wegen einer technischen Störung. Anstatt um 8.04 Uhr in Buchholz zu sein, kam ich schließlich etwa 50 Minuten später an. Für mich kaum vorstellbar, ständig mit solchen Zeitverlusten umgehen zu müssen. Für Berufspendler nerviger Alltag und schwer zu kalkulierendes Problem.
Derartige Verspätungen, dazu übervolle Züge, fehlende Pendler-Parkplätze, ungerechte HVV-Tarife und marode Bahnhöfe - wer immer künftig in Niedersachsen das Sagen hat, sollte sich mit Hochdruck um Lösungen bemühen. Katja Bendig

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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