Eine Sanierung der Decatur-Brücke ist möglich

Die 780 Meter lange Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen
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Technisch sei eine zusätzliche Nutzungszeit von 20 Jahren machbar, sagt der von der Gemeinde Seevetal beauftragte Experte Prof. Dr. Reinhard Maurer / Unklar ist, was das kosten würde

ts. Maschen. Die gesperrte Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof in Maschen kann saniert werden. Das von der Gemeinde Seevetal beauftragte Expertenbüro König und Heunisch Planungsgesellschaft hat das Zwischenergebnis seiner Berechnungen aus dem Dezember 2018 bestätigt. Das geht aus der Vorlage der Gemeindeverwaltung für den Wegeausschuss des Gemeinderates hervor.
Der Brückenexperte Prof. Dr. Reinhard Maurer geht davon aus, dass die Decatur-Brücke nach einer baulichen Sanierung 20 zusätzliche Jahre genutzt werden könne. Das 780 Meter lange Bauwerk, eine der längsten Brücken in Niedersachsen, ist Anfang der 1970er-Jahren gebaut worden.
Die Antworten auf die wichtigsten Fragen stehen aber nach wie vor aus: Offen bleibt, was eine Sanierung kosten würde. Damit ist weiterhin unklar, ob das gewaltige Brückenbauwerk tatsächlich jemals wieder in den Betrieb gehen wird.
Die Gemeinde Seevetal als Straßenbaulastträger hat im Jahr 2016 die Brücke für den Verkehr wegen Einsturzgefahr gesperrt. Zurzeit dürfen nur Dienstfahrzeuge der Deutschen Bahn mit einer Ausnahmegenehmigung die Brücke befahren.
Das Land Niedersachsen hat zwar zugesagt, im Falle einer Sanierung bis zu drei Viertel der Kosten zu übernehmen. Ohne eine Kostenschätzung lässt sich aber nicht beurteilen, ob eine Sanierung mit dem Ziel einer Betriebsdauer von 20 Jahren wirtschaftlich sinnvoll ist.
Zurzeit gilt unverändert der Beschluss des Gemeinderates aus dem Jahr 2017, die Brücke abzureißen.
Die Brücke muss an den beiden Stellen saniert werden, an denen die Rampen, die auf das Bahngelände führen, mit der Hauptbrücke verbunden sind, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Prof. Dr. Reinhard Maurer schlägt vor, diese Verbindung mit "Schubnadeln und Zugbändern" zu verstärken. Der Experte wird das erläutern müssen. Den Mitarbeitern der Bauabteilung jedenfalls sei diese Form der Konstruktion nicht bekannt, sagt Gemeindepressesprecher Andreas Schmidt.
Um eine verlässliche Aussage zur Sanierung der Decatur-Brücke fällen zu können, muss das Gewicht der Brücke berechnet werden. Dazu wird die Gemeinde einen Laser-Scan in Auftrag geben. Zu dem vorgeschriebenen Verfahren gehört auch, dass ein zusätzlicher Experte das Ergebnis bestätigt.
Die Deutsche Bahn indes fordert in einem Schreiben die Gemeinde Seevetal auf, umgehend zehn Maßnahmen zu kurzfristigen Reparaturen der Brücke vorzunehmen, damit sich der Bauwerkszustand nicht so weit verschlechtere, dass eine grundlegende Sanierung unmöglich werde. Die Kosten belaufen sich laut der Deutschen Bahn auf 272.000 Euro.
Die Decatur-Brücke ist am Mittwoch, 27. Februar, 17 Uhr, im Seevetaler Rathaus in Hittfeld Thema im Wegeausschuss der Gemeinde Seevetal.

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