(ts). Der Landkreis Harburg soll über sein bisheriges Engagement hinaus zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um die Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus in der Schülerbeförderung zu verringern. Dazu soll die Kreisverwaltung auch in Gespräche mit den Schulleitungen treten mit dem Ziel, dass mehr Schulen als bisher den Unterricht später, also ab der dritten Stunde, beginnen. Auf diese Weise ließen sich die 11.100 Schüler mit Anspruch auf kostenlosen Transport auf die 160 eingesetzten Schulbusse besser verteilen, damit sie mit Abstand zueinander sitzen können. Das hat der Kreistag am Mittwoch einstimmig in einem interfraktionellen Antrag beschlossen.
75 Minuten lang hat die Diskussion um eine Corona-konforme Schülerbeförderung gedauert - das Thema bewegte im Kreistag am meisten. Ein Elternvertreter der Integrierten Gesamtschule Seevetal machte auf einen täglich "total überfüllten" Schulbaus auf der Strecke von Ramelsloh nach Hittfeld aufmerksam. Bekannt ist bereits: Dicht gedrängt ohne Chance auf Abstand stehen und sitzen Schüler auf einigen Fahrten im Raum Buchholz, in Richtung Hollenstedt und Neu Wulmstorf.
Wie genau Schüler mit ausreichend Abstand zur Schule gelangen sollen, blieb offen. Die Kreisverwaltung soll zusätzliche Maßnahmen entwickeln und berichten, so der Tenor im Kreistag.
Zusätzliche Schulbusse auf besonders stark frequentierten Schulwegen (sogenannte "Verstärkerbusse") setze der Landkreis nach Beschwerden von Eltern bereits ein, sagte Friedhelm Stradtmann, im Landkreis Harburg zuständig für den Schulbusverkehr. Unmöglich sei es aber, alle 11.100 Schüler mit 1,50 Meter Abstand im Bus zur Schule zu befördern. Deshalb sei das Hygienekonzept in den Schulbussen die Einhaltung der Mund-Nasen-Bedeckung, erklärte Stradtmann.
160 Schulbusse, Gelenkbusse und Standardbusse, setzt der Landkreis Harburg ein. 445 Gelenkbusse seien nötig, um alle Schüler in Corona-konformem Abstand zu befördern, hat Maximilian Leroux (CDU) ausgerechnet. Das hielt er dem Vorschlag der Grünen entgegen, der Landkreis solle zusätzliche Busse von privaten Transportunternehmen mieten.
Der Landkreis Harburg soll Schüler motivieren, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Das ist ein Baustein des interfraktionellen Antrags, den die Grünen durchgesetzt haben. Dazu soll die Kreisverwaltung die Anzahl der Radabstellplätze an den kreiseigenen Schulen prüfen und bei Bedarf zusätzliche Fahrradparkplätze schaffen.
Die Kreisverwaltung sieht offenbar die beste Lösung zu einer Corona-konformen Schülerbeförderung in der Entzerrung der Unterrichtsanfangszeiten. Landrat Rainer Rempe appellierte an Schulleitungen, damit deutlich mehr Schulen als bisher ab der dritten Stunde mit dem Unterricht beginnen. "Die Mehrheit hat nicht von der Regelung Gebrauch gemacht", sagte er. Die Kreisverwaltung könne das nicht anordnen, lediglich in Gesprächen Einfluss auf die Schulen nehmen.
Dr. Jörn Lüttjohann (CDU) hat noch eine andere Idee, das Schüleraufkommen zu entzerren. "Schule hätte ja auch die Möglichkeit, samstags zu arbeiten." Die übrigen Politiker äußerten sich nicht dazu.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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