Sigmar Gabriel lobt Abkehr von Hartz IV

WOCHENBLATT-Geschäftsführer Stephan Schrader (re.) mit Sigmar Gabriel (2. v. li.), der Bundestagsabgeordneten Svenja Stadler und Superintendent Dirk Jäger in Hittfeld
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Exklusives Gespräch in Hittfeld: Wie der frühere SPD-Parteivorsitzende sich geschickt für ein hohes Amt in Position bringt und was ihn eng mit dem Landkreis Harburg verbindet

ts. Hittfeld. Dass der Amtssitz des Superintendenten in Hittfeld Schauplatz eines Gesprächs mit WOCHENBLATT-Geschäftsführer Stephan Schrader, der Bundestagsabgeordneten Svenja Stadler (SPD) und dem Gastgeber Dirk Jäger ist, nimmt der frühere SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel zum Anlass für einen Scherz: "Wenigstens bei der Kirche erhalten wir noch Unterschlupf", sagt er.
Der mittlerweile chronisch gewordene Rückgang der Wählerschaft macht den Sozialdemokraten zu schaffen. Mit einer Reform des Sozialstaats und der Abkehr von Hartz IV will die Partei verloren gegangene Stammwähler zurückgewinnen.
Dafür lobt Sigmar Gabriel sogar seine Rivalin Andrea Nahles. Was die jetzige Parteichefin vorschlage, sei "absolut richtig", sagt er. Dieser versöhnliche Ton überrascht, denn Gabriel und Nahles gelten nicht als Freunde.
Will Sigmar Gabriel, 59 Jahre alt, zurück in ein hohes Parteiamt oder gar in die Bundesregierung? Als Außenminister genoss er hohe Sympathien, bei der SPD-Parteibasis ist er nach wie vor beliebt. "Ich bin nicht freiwillig aus dem Amt gegangen. Aber ich halte nichts davon, auf das Geschehene zurückzuschauen", antwortet er auf die Frage zu seinen Ambitionen. So bringt sich ein Diplomat geschickt in Position.
Derweil geht Sigmar Gabriel auf die Stammwählerschaft zu, den Facharbeiter. Er lässt gerade an seinem Haus einen Anbau erreichten - und hat sich die Lohnabrechnungen der Arbeiter zeigen lassen. Zu viele Abgaben müssten sie zahlen, sagt er. "Ich bin kein Fan von Steuererhöhungen", fügt er hinzu.
Bei dem Besuch in Hittfeld, Anlass ist eine Rede im Veranstaltungszentrum Burg Seevetal im Europa-Wahlkampf, fährt der frühere Außenminister seinen Pkw selbst. Normalerweise halte es seine Frau für sinnvoller, wenn sie fahre, scherzt er. Aber die Polizei sei sein Zeuge: Er habe sauber eingeparkt.
Zwei Freundschaften verbinden Sigmar Gabriel eng mit dem Landkreis Harburg. Hier leben die frühere Landtagsabgeordnete Silva Seeler, eine alte Weggefährtin, und der erfolgreiche Tee- und Nahrungsmittelproduzent Laurens Spethmann. Den Unternehmer nennt er das "freundlichste Gesicht", das er je in Deutschland kennengelernt habe. Das zeigt, wie tief die beiden freundschaftlich verbunden sind.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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