Wird feuriger Liebhaber zum Brandstifter?
Kurzes amouröses Abenteuer endet vor dem Schöffengericht in Stade

Wer steckte nachts zwei Autos in Brand? Dem Angeklagten lässt sich die Tat nicht nachweisen Symbolfoto: Adobe Stock/shangarey
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Blaulicht
Konstantin Keuneke (40) übernahm vor zwei Jahren die Leitung der damals neu geschaffenen Abteilung für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Harburg

Auf den Ernstfall vorbereitet
Konstantin Keuneke leitet seit zwei Jahren die Abteilung Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Harburg

(nw/tw). Manchmal ist das Leben schneller, als man Pläne schmieden kann. Als Konstantin Keuneke (40) vor zwei Jahren die Leitung der damals neu geschaffenen Abteilung für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz übernommen hatte, stand eines ganz oben auf der To-do-Liste: zu prüfen, in welchen Bereichen und durch welche Projekte Rettungsdienste, Brand- und Katastrophenschutz weiter gestärkt werden können. „Dabei kam auch der Gedanke auf, den bestehenden Pandemie-Plan zu erneuern“, erinnert...

Politik
Nimmt den Prüfbericht gelassen: Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme
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In Hollenstedt
Verstößt Bürgermeister gegen geltendes Recht?

bim. Hollenstedt. Der Tagesordnungspunkt "Jahresabschluss" in einer Ratssitzung ist eigentlich eine Regularie, die per Handzeichen abgenickt und in der Öffentlichkeit nicht wirklich wahrgenommen wird. Zumal es sich in der Regel um länger zurückliegende Jahresabschlüsse handelt. Die für die Jahre 2015 und 2016 sorgt in der Gemeinde Hollenstedt für einigen Zündstoff - und Kritik an Bürgermeister Jürgen Böhme durch die Wählergemeinschaft Hollenstedt (WGH). Hintergrund sind u.a. vom...

Politik
Rettungshubschrauber können das Elbe Klinikum in Buxtehude nicht anfliegen. Sie landen daher im Jahnstadion

Elbe Klinikum Buxtehude wird nicht angeflogen
Stadt soll Helikopterlandeplatz schaffen

tk. Buxtehude. Die Stadt Buxtehude soll eine befestigte Landefläche für Helikopter ausweisen, die von allen Rettungsdiensten mit ihren Fahrzeugen gut angefahren werden kann. Diesen Antrag stellt Janet Hüsgen (Grüne). Die Ratsfrau, die seit der Wahl im Buxtehuder Stadtparlament sitzt, weiß, worüber sie redet. Sie ist nämlich auch Feuerwehrfrau im Zug II der Freiwilligen Feuerwehren Buxtehude. Ende 2021 sollte ein Patient vom Elbe Klinikum mit dem Rettungshubschrauber in ein anderes Krankenhaus...

Service

Zahl der Infektionen steigt weiter
Alle Landkreise im Elbe-Weser-Dreieck haben jetzt Inzidenzen über 500

jd. Stade. Jetzt ist die 500er-Marke übersprungen: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Stade ist am Mittwoch, 19. Januar, auf 519,1 angestiegen. Im gesamten Elbe-Weser-Dreieck ist jetzt die Schwelle von 500 überschritten. In allen Landkreisen der Region entwickelt sich ein dynamisches Infektionsgeschehen. Aktuell sind im Landkreis 1.559 Personen mit dem Coronavirus infiziert (positiver Corona-Test). Innerhalb von 24 Stunden wurden 250 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der seit...

Wirtschaft
Die Tiefbauarbeiten für den Autohof an der A7-Anschlussstelle Evendorf sind bereits abgeschlossen. Auf 15 Hektar sollen ein "Auto Reise Center" und ein Gewerbegebiet entstehen
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Hotel, Restaurants und Raststätte
Evendorf: Autohof der Zukunft soll Anfang 2023 fertig sein

as. Evendorf. Das Fundament liegt bereits: Die Arbeiten am Autohof an der A7-Abfahrt Evendorf schreiten voran. Laut Thorsten Neumann, Projektentwickler der Nanz-Gruppe, sollen Hotel, Restaurants und Rastanlage im Frühjahr 2023 eröffnet werden. Nach Workshops mit Bürgern, Politik, Verwaltung und Investor wurde im vergangenen Jahr die Änderung des Bebauungsplanes „Thaneberg, Döhle/Evendorf“ beschlossen. Wie berichtet, investiert die Nanz-Gruppe rund 20 Millionen Euro, um auf rund 15 Hektar unter...

Politik
Rednerin Dörte Schnell (rote Jacke) rief dazu auf, den Auftritt rechter Gruppierungen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen nicht zu tolerieren
Video 8 Bilder

Protest-Aktion gegen Corona-Leugner
"Omas gegen Rechts" demonstrieren in Stade gegen Querdenker

jd. Stade. "Impfen statt schimpfen", "Mehr denken statt querdenken", "Eure Freiheit ist Egoismus": Mit Transparenten dieser Art wurde am Montagabend in Stade gegen Impfgegner, Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker protestiert. Rund 140 Menschen fanden sich auf dem Platz Am Sande ein, um darauf hinzuweisen, welche Gefahr für die Demokratie und die freiheitliche Gesellschaft von den sogenannten "Montagsspaziergängen" ausgehen kann. Der Platz in der Stader City war an diesem Abend auch...

Blaulicht
Der Pkw wurde bei dem Unfall völlig zerstört

Zeugen gesucht
Lebensgefahr nach Unfall auf der A1 bei Hollenstedt

thl. Hollenstedt. Bei einem Verkehrsunfall auf der Hansalinie A1 ist am Montagnachmittag ein 23-jähriger Rotenburger lebensgefährlich verletzt worden. Der junge Mann war gegen 15 Uhr mit seinem BMW auf dem linken Überholfahrstreifen laut Zeugen mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Hamburg unterwegs. Bei einem Bremsmanöver verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte über alle drei Fahrstreifen nach rechts in einen Lärmschutzwall. Dann überschlug sich der Pkw mehrfach und kam...

Panorama
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Corona-Zahlen am 19. Januar
Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Harburg nur noch knapp unter 1.000

(lm). Der Inzidenzwert im Landkreis Harburg ist am heutigen Mittwoch, 19. Januar, von 898,0 am Vortag auf 976,9 gestiegen und liegt damit nur noch knapp unter einem Wert von 1.000. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 516,8. 402 neue Corona-Fälle wurden heute übermittelt, in den vergangenen sieben Tagen wurden 2.501 Fälle registriert (+202 im Vergleich zum Vortag).  Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz ist von 5,2 auf 5,6 gestiegen, die Intensivbettenbelegung verzeichnet einen...

jd. Stade. Die kurze Liebe ist erkaltet - und statt glühender Leidenschaft stehen plötzlich die Autos der Verflossenen in Flammen. Was sich in jener Herbstnacht mitten im idyllischen Kehdingen zugetragen hat, klingt zunächst nach einem Racheakt eines verschmähten Liebhabers: Vor dem Schöffengericht Stade musste sich jetzt ein 66-jähriger Berliner wegen vorsätzlicher Brandstiftung verantworten. Er war angeklagt, im Oktober 2020 zwei Pkw vor dem Grundstück seiner ehemaligen Kurzzeit-Liebschaft in einem Kehdinger Dorf in Brand gesteckt zu haben.

Der Angeklagte G. leugnete nicht, zur mutmaßlichen Tatzeit nachts um kurz nach zwei in Kehdingen gewesen zu sein. Sein Handy war zum fraglichen Zeitpunkt bei einem nahegelegenen Mobilfunkmast eingebucht. Er bestritt aber, direkt am Tatort gewesen zu sein. Dafür präsentierte G. eine abenteuerliche Geschichte, warum er mitten in der Nacht die rund fünfstündige Autofahrt von Berlin nach Kehdingen unternommen hatte: Als Fischliebhaber decke er sich regelmäßig in Cuxhaven mit größeren Mengen Kabeljau ein. Der Fisch sei dort viel frischer und vor allem nicht so "sauteuer" wie in der Großstadt.

Rätselhafter Fall am Amtsgericht Stade: Das Mysterium der geklauten EC-Karte

Diesmal sei er nachts unterwegs gewesen, um einen polnischen Kumpel zu einer bestimmten Uhrzeit in Stade abzusetzen. "Ich hatte dann noch reichlich Zeit, bis morgens der Fischladen öffnet", so der Angeklagte. Daher sei er auf die Idee gekommen, seiner "Ex" einen spontanen Besuch abzustatten, um bei ihr zurückgelassene Gegenstände einzufordern.

Eine kleine Rückblende: Mit der 54-jährigen Kehdingerin war G. im Frühjahr 2020 kurzzeitig liiert, war sogar mit Sack und Pack zu ihr gezogen, ließ für die neue Liebe die kranke Ehefrau in Berlin zurück. Doch nach einer Woche habe er festgestellt: "Das läuft nicht." G. beschloss: "Ich mache wieder die Flocke nach Berlin."
Monatelang herrschte Funkstille. Bis G. im September 2020 - rund zwei Wochen vor der Brandnacht - frühmorgens bei seiner einstigen Flamme auftauchte, sich zu der Schlafenden ans Bett setzte und ihr die Wange streichelte. Diese war gar nicht entzückt von den unaufgeforderten Liebkosungen des Eindringlings und komplimentierte G. nach eigener Aussage - sie war neben ihrer Tochter als Zeugin geladen - flugs hinaus.

Junge Frau aus Stade landete vor Gericht statt vor dem Traualtar

Zurück zur Tatnacht: Ist der Angeklagte nun rund 14 Tage nach diesem Rauswurf als zündelnder Rächer zurückgekehrt, um den Firmenwagen sowie den Privat-Pkw der Kehdingerin anzuzünden? "Nein", sagt G. Aus dem nächtlichen Besuch sei nichts geworden. Er habe es nicht bis zum Haus seiner Ex geschafft. Ein entgegenkommendes Auto habe ihn von der schmalen Straße abgedrängt. Eine halbe Stunde habe er gebraucht, das festgefahrene Auto aus dem Matsch freizubekommen. Danach sei er frustriert nach Cuxhaven weitergefahren. Als Beleg legt G. einen Bußgeldbescheid vor: In der fraglichen Nacht wurde er um 2.59 Uhr in Otterndorf geblitzt.

Sowohl die Ex als auch deren Tochter können mit ihren Aussagen nichts Erhellendes zu den Tatumständen beisteuern. Ominöse Drohbriefe, in denen die beiden Frauen als Huren tituliert und aufgefordert werden, die Finger von den Männern im Ort zu lassen, machen die Sache noch rätselhafter. Und es gab einen weiteren Tatverdächtigen. Gegen den seien die Ermittlungen aber eingestellt worden, so der Polizist, der als Zeuge geladen war. Der Beamte hatte sich letztlich auf G. fokussiert: "Der Angeklagte war exakt zur Brandzeit im Ort. Das ist mir dann doch ein zu großer Zufall", begründete der Ermittler seinen Verdacht.

Quietschende Reifen, dröhnende Motoren: Wurde in Stade ein illegales Autorennen ausgetragen?

Dem Gericht waren dieser Verdacht und die vorliegenden Indizien aber zu dünn. Es folgte dem Antrag von Staatsanwältin und Verteidiger, G. freizusprechen. Die Aussagen des Angeklagten seien zwar wenig glaubhaft, so die Richterin: "Eine unglaubhafte Einlassung ist aber kein Beweis für eine Tat." Die Angaben von G. seien nicht zu widerlegen. Daher gelte der alte Rechtsgrundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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