Zelt-Premiere mit Startschwierigkeiten
Richter bricht Verhandlung im Zelt am Landgericht Stade ab

Die Angeklagten wurden über den Seiteneingang des Zeltes in den "Saal" geführt | Foto: jab
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Unfall auf B75
Traktor kippt bei Wistedt auf die Seite – Fahrer im Krankenhaus

Glück im Unglück hatte ein 54-jähriger Treckerfahrer am Sonntagvormittag, 11. Oktober, bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 75 in Höhe Wistedt. Sein Traktor kippte während eines Abbiegevorgangs auf die Seite. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt. Der Unfall ereignete sich gegen 9.45 Uhr, als der 54-Jährige mit seinem Trecker samt Anhänger von der B75 in die Straße Am Hermannhof abbiegen wollte. Aus bislang ungeklärter Ursache verlor der Traktor während des Abbiegevorgangs die...

Blaulicht

Streit in Stade-Bützfleth eskaliert
Polizeihund beißt 40-Jährigen

Schon wieder ist ein Streit in Stade eskaliert: Nachdem es erst am vergangenen Freitagabend eine große Schlägerei mit 50 Beteiligten und mehreren Verletzten gegeben hat, ist es am Dienstagnachmittag zwischen zwei Familien in Stade-Bützfleth zu einem Streit gekommen. Die Polizei rückte mit sechs Streifenwagen zu einer Auseinandersetzung aus, an der zunächst rund 15 Menschen beteiligt waren. Als ein 40-Jähriger trotz mehrfacher Warnungen versuchte, an den Beamten vorbeizukommen, wurde ein...

Blaulicht
Der Landkreis hatte am 1. Oktober zunächst einen Blitzer-Anhänger in Höhe des Friedhofs in Richtung Heidekreis aufgestellt | Foto: bim
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Welle
Nach tödlichem Unfall auf B3 - Behörden planen erste Verkehrssicherheitsmaßnahmen

Nach dem tödlichen Unfall am 18. September an der B3 in Welle gab es am Freitag, 9. Oktober 2026, einen Ortstermin mit Vertretern der Verkehrsbehörde des Landkreises Harburg, des Straßenbaulastträgers (Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Lüneburg) und der Polizei. "Wir haben uns ein umfassendes Bild der Lage vor Ort verschafft und insbesondere auch die Forderungen der Gemeinde Welle sowie der Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigt", teilt der Landkreis mit.  Dabei wurden sofortige und...

Blaulicht

Schwerer Verkehrsunfall
Transporter prallt bei Tönnhausen gegen Baum – Fahrer verletzt

Auf der Kreisstraße 2 bei Tönnhausen hat sich am Dienstagmorgen gegen 6 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Am Ortsausgang in Richtung Hunden streifte der Fahrer eines Mercedes-Benz Sprinters aus bislang ungeklärter Ursache einen Baum. Anschließend kam der Transporter am Fahrbahnrand zum Stehen. Da zunächst vermutet wurde, dass der Fahrer in seinem Fahrzeug eingeklemmt sei, wurden neben dem Rettungsdienst die Feuerwehr Tönnhausen sowie das Hilfeleistungslöschfahrzeug und der Rüstwagen der...

Blaulicht

Feuerwehr-Nachwuchs in Oldendorf-Himmelpforten
29 Einsatzkräfte bestehen QS1-Prüfung

Erfolgreicher Abschluss der Feuerwehr-Grundausbildung: 29 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner aus der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten haben den Kompetenznachweis der Qualifikationsstufe Einsatzfähigkeit (QS1) bestanden. Damit haben sie einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur voll ausgebildeten Feuerwehreinsatzkraft geschafft. Große Freude bei den Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten: Nach einer mehrwöchigen Ausbildung und einem abschließenden Prüfungstag haben...

Blaulicht
Der Wagen des 50-jährigen Buxtehuders überschlug sich | Foto: Polizeiinspektion Stade
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Sekundenschlaf am Steuer
Auto überschlägt sich in Sauensiek, Fahrer schwer verletzt

Sekundenschlaf mit schweren Folgen: Ein 50-jähriger Autofahrer aus Buxtehude ist am Mittwochnachmittag in Sauensiek gegen eine Ampelanlage geprallt und hat sich mit seinem Nissan überschlagen. Der Wagen blieb auf der Fahrerseite liegen. Der schwer verletzte Mann konnte sich nicht selbst befreien. Gegen 16.15 Uhr war der Buxtehuder mit seinem Nissan Qashqai auf der Hauptstraße aus Richtung Beckdorf unterwegs. Nach Angaben der Polizei schlief er offenbar für einen kurzen Moment am Steuer ein und...

Blaulicht

Schläge mit Schlagstöcken und Holzlatten
Neue Erkenntnisse zur Massenschlägerei in Stade

(pau/jd). Blutüberströmte Männer hinter einer Sporthalle, brutale Schläger und ein Großeinsatz der Polizei: An der Berufsbildenden Schule III geriet am vergangenen Wochenende ein Streit beim Freizeitfußball völlig außer Kontrolle. Am Ende gab es mindestens sechs Verletzte, vier von ihnen mussten ins Krankenhaus. Und Stade steht erneut vor der Frage: Warum eskalieren Konflikte in der Hansestadt immer wieder derart heftig? Kurz vor 22 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Polizei ein. Zeugen...

Blaulicht
Alle vier Räder wurden entwendet | Foto: Polizeiinspektion Harburg
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Dreister Diebstahl
Räder von Porsche abmontiert: Polizei sucht Zeugen in Toppenstedt

Dreister Diebstahl in Toppenstedt: Bislang unbekannte Täter haben auf einem Betriebsgelände im Quarrendorfer Weg alle vier Räder eines geparkten Porsche gestohlen. Der entstandene Schaden wird auf rund 8.000 Euro geschätzt. Die Tat ereignete sich zwischen Freitag, 9. Oktober, 18 Uhr, und Sonntag, 11. Oktober, 9.40 Uhr. Der Eigentümer hatte seinen Porsche am Freitagabend berechtigt auf dem Parkplatz eines Betriebes abgestellt. Als er zwei Tage später zu seinem Fahrzeug zurückkehrte, stellte er...

Blaulicht
Der Rettungskräfte ließ die eingeschlossenen Personen aus dem Fahrstuhl | Foto: Feuerwehr Buchholz
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Buchholz
Aufwändige Rettung aus Aufzug am Bahnhof Buchholz

Am frühen Donnerstagabend, 15. Oktober,  wurden zuerst die Werkfeuerwehr der Deutschen Bahn und darauffolgend auch die Feuerwehr Buchholz und der Rettungsdienst zum Bahnhof in Buchholz alarmiert. In einem der Aufzüge die Reisende zu den Bahnsteigen befördern sollen, kam es zu einem technischen Defekt. Der Aufzug steckte mit sieben Personen zwischen den Etagen fest und ließ sich durch die Feuerwehr nicht mehr bewegen. Auch ein hinzugerufener Techniker konnte den Aufzug nicht in eine korrekte...

Blaulicht
Eine verletzte Person wird zur medizinischen Versorgung gebracht | Foto: DLRG
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Von der Autobergung bis zur Personensuche
Großeinsatz im Alten Land: 115 Retter proben den Katastrophenfall

Vermisste Menschen auf der Elbinsel Lühesand, versunkene Container nach einem Starkregen, eine Evakuierung über die Lühe und ein schwerer Unfall an einem Baggersee: Was nach einer ganzen Serie dramatischer Ereignisse klingt, war glücklicherweise nur eine Übung. Bei der groß angelegten Katastrophenschutzübung stellten 115 ehrenamtliche Einsatzkräfte aus dem Landkreis Stade ihr Können an verschiedenen Schauplätzen im Alten Land unter Beweis. Beteiligt waren der DLRG-Wasserrettungszug aus dem...

jab. Stade. Hier hat nicht einmal warm anziehen etwas genützt: Der erste Verhandlungstag im Zelt des Landgerichts Stade fand ein vorzeitiges Ende. Bereits nach der dritten Verhandlung am Montag war Schluss. Der Grund: zu laut und zu kalt. Die Premiere der Übergangslösung während der Corona-Pandemie im Innenhof des Justizgebäudes war ein regelrechter Reinfall.

Geduldig warteten die Prozessbeteiligten vor dem Saal 7, in dem die Verhandlung gegen zwei Männer wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung fortgesetzt wurde (das WOCHENBLATT berichtete). Dabei handelte es sich aber nicht um einen Raum, sondern um ein Zelt, das dem Gericht einen Verhandlungsort für einen großen Strafprozess bereiten sollte. Bis kurz vor Beginn der Sitzung blieben die Beteiligten auch im Warmen, denn die Außentemperatur betrug lediglich vier Grad. Um dagegen anzuarbeiten, ratterten vor dem Zelt die Generatoren der Heizung, wodurch der Lärmpegel unwahrscheinlich hoch war. Dennoch: Kaum ein Prozessbeteiligter legte vor Beginn der Verhandlung seine Jacke ab. Und wer es doch tat, bereute es schnell wieder.

Gleich zu Beginn teilte der Vorsitzende Richter, Rolf Armbrecht, mit, dass bereits zwei Verhandlungen hier stattgefunden hätten. Allerdings sei es lediglich um Formalien gegangen und nicht um eine Zeugenbefragung. "Sollten wir feststellen, dass die Geräuschkulisse stört oder es zu kalt wird, brechen wir ab", kündigte er vorausschauend an.

Trotz Heißluft kroch die Kälte durch die dünnen Planen und offenen "Türen". Die Generatoren, die im Wechsel an und wieder aus gingen, machten es schwer, die Prozessbeteiligten zu verstehen - trotz Mikrofon. Die Heizung wurde letztendlich abgeschaltet.

Sofort sank die Temperatur im Zelt merklich. Schließlich musste die Verhandlung nach rund 30 Minuten unterbrochen werden, da es schlichtweg zu kalt war. Die Heizungen wurden wieder angeschmissen, die Menschen wärmten sich im Justizgebäude auf. Die Kammer versuchte, einen anderen Raum zu organisieren.

Kaum wurde der Prozess wieder aufgenommen, teilte der Vorsitzende Richter auch schon das Ende mit: "Es ist zu kalt und zu laut." Zudem sorgte er sich um die Gesundheit aller Beteiligten. Er bedankte sich sogar, dass alle so lange ausgehalten hätten.

"Das können wir nicht schönreden", sagt Pressesprecherin und Richterin am Landgericht Petra Linzer. Es sei schlichtweg unerträglich, dass ein Opfer bei seiner Aussage brüllen müsse. Inzwischen seien elektronische Heizungen installiert worden. "Es ist warm und die Akustik ist in Ordnung", so die Sprecherin.

Die Zeltidee sei nur entstanden, da es derzeit ein großes Strafverfahren gebe, bei dem Fristen eingehalten werden müssten. Der Schwurgerichtssaal habe dafür nicht ausgereicht. Daher sei das Gericht im vergangenen Jahr auf das Stadeum, später auf eine Veranstaltungshalle in Cuxhaven ausgewichen. Beide Orte stünden nicht mehr zur Verfügung: In Cuxhaven sei ein Impfzentrum eingerichtet worden und das Stadeum sei in erster Linie eine Kultur- und Veranstaltungsstätte. "Das geht nicht parallel zum Strafverfahren", sagt Linzer. Eine feste Zusage hätte es hier auch nur bis Ende Januar gegeben. Auf eine Ausschreibung habe niemand geantwortet.

Warum wurde aber kein winterfestes Zelt im Innenhof aufgestellt? Linzer: "Die dicken schweren Zeltteile hätten per Kran aufgestellt werden müssen. Das geht im Innenhof nicht. Hier kann nur ein Zelt entstehen, dass mit Manpower aufgebaut werden kann." Dass die Generatoren der Heizung so laut sind, wurde im Praxistest zuvor nicht deutlich.

"Wir klammern uns an dieser Lösung nicht fest", sagt Linzer. Wenn es im Zelt jetzt immer noch nicht geht oder sich eine bessere Möglichkeit findet, dann würde die Verwaltung ausweichen. "Wir wollen nur das Strafverfahren vernünftig zu Ende bringen."

Die Angeklagten wurden über den Seiteneingang des Zeltes in den "Saal" geführt | Foto: jab
Wer hier an einer Verhandlung teilnimmt, sollte sich besonders warm anziehen | Foto: jab
Redakteur:

Jaana Bollmann aus Stade

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