Ihr Schicksal macht Mut
Bauingenieurin aus Afghanistan gründet Verein

Sie hat es geschafft: Farshed Djobel aus Afghanistan erhielt nach elf Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit
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  • hochgeladen von Susanne Laudien

sla. Stade. Farshed Djobel war einst in Afghanistan Bauingenieurin. Heute lebt die 55-Jährige in Stade-Wiepenkathen und möchte jetzt einen Verein gründen, um anderen Frauen bei der Integration in Deutschland zu helfen. Die Satzung für ihre "Community für die Unterstützung von Frauen e.V." hat sie bereits erarbeitet. Momentan sucht sie noch Mitstreiterinnen für die Vereinsgründung.
Aus eigener Erfahrung weiß die gebürtige Afghanin, wie wichtig es sein kann, versierte Unterstützung zu erhalten, wenn man aus der Heimat flüchten und in einem fremden Land völlig neu anfangen muss. Als sie vor 22 Jahren mit ihren drei kleinen Kindern aus Afghanistan nach Deutschland flüchtete, war Farshed Djobel 33 Jahre alt. "Ich kam ohne afghanischen Pass und Schlepper halfen mir bei der Flucht aus meiner Heimat", erzählt sie im WOCHENBLATT-Gespräch. "Ich hatte anfangs große Angst, denn jeden Moment hätte ich und Deutschland wieder abgeschoben werden können", erinnert sie sich. Nach mehreren Jahren in ständiger Ungewissheit fand sie schließlich kompetente Hilfe. Ein Anwalt kümmerte sich um ihre Rechtslage und erreichte, dass sie nach § 53, Absatz 6, als Frau aus humanitären Gründen nicht abgeschoben werden durfte, weil in ihrer Heimat und Nachbarländern Lebensgefahr für sie bestand. Nach neun langen Jahren erhielt sie endlich die ersehnte Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. Sie besuchte Sprach- und Integrationskurse, erreichte den B2-Status - und schließlich nach elf Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit. Djobel arbeitete als Bürokraft, ihre Kinder gingen in die Schule und machten Abitur. Im Alter von 44 Jahren begann die Staderin erneut ein Studium für Bauingenieurwesen, fing mit 50 als Bauingenieurin bei der Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende an. Mit 51 Jahren machte sie ihren Führerschein. "Anfangs bin ich oft verzweifelt gewesen. Die deutsche Sprache war schwierig und ich musste mich um meine drei kleinen Kinder kümmern", erinnert sich Djobel. Sie sei eine Kämpferin und habe die Hoffnung nie aufgegeben. Zudem hätten ihr Arbeitskolleginnen Mut gemacht. Daher möchte sie jetzt anderen Frauen mit ihrem Verein bei der Integration in Deutschland helfen. Kontakt: f.djobel@gmx.de, Telefon: 0157-86257186.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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