Umfangreiches Material
Datenbank zu NS-Opfern an Stadt Stade überreicht

Michael Quelle (links) überreicht Bürgermeister Sönke Hartlef die digitale Datenbank
  • Michael Quelle (links) überreicht Bürgermeister Sönke Hartlef die digitale Datenbank
  • Foto: Hansestadt Stade
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jab. Stade. "Erinnern, um nicht zu vergessen", so fasste Stades Bürgermeister Sönke Hartlef die Arbeit von Hobbyhistoriker Michael Quelle zusammen. Im Rahmen seiner Forschung zu den Opfern des Nationalsozialismus, die einen Bezug zur Hansestadt Stade hatten, erstellte Quelle eine umfangreiche Datenbank. Einen Tag vor dem Gedenktag für die Opfer des Holocaust überreichte er sein Material in digitaler Form an die Stadt.

559 Personen umfasst die Datenbank mit 1.800 Seiten mit Dokumenten, Fotos und Zeitungsartikeln, die künftig für die Öffentlichkeit, beispielsweise für private oder schulische Recherche, zugänglich sein wird. „Das ist mir äußerst wichtig“, sagt Quelle.

Hartlef zeigte sich beeindruckt von der Akribie und dem Engagement Quelles: „ Auch wenn Sie ehrenamtlich tätig sind, haben Sie das schwierige Thema unheimlich wissenschaftlich aufgearbeitet.“ Dem schloss sich Dr. Andreas Schäfer, Leiter der Stabsstelle für Kultur und Archäologie, an: „Michael Quelle ist bekannt als jemand, der sich sehr intensiv mit dem Nationalsozialismus und dessen Opfern auseinandersetzt. Mich beeindruckt, mit welcher Tiefe er sich dem Thema genähert hat. Diese Arbeit ist nicht mit Gold aufzuwiegen.“

Zusammenarbeit machte es möglich

Michael Quelle selbst hob im Rahmen der Datenbank-Übergabe die vielfältige Unterstützung und Mitarbeit hervor: „Sonst wäre das nicht möglich gewesen.“ So habe er beispielsweise in Kontakt zu verschiedenen Arbeitskreisen, dem "International Center on Nazi Persecution" in Bad Arolsen, der Gedenkstätte Lager Sandbostel (Landkreis Rotenburg), der Euthanasie-Gedenkstätte Lüneburg sowie der Mahn- und Gedenkstätten Neuengamme und Ravensbrück gestanden. Außerdem habe eine Arbeitsgruppe seine Recherchen nochmals überprüft.

Die Veröffentlichung der umfangreichen Datensammlung im Stadtarchiv Stade ergänzt die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, die vielfach in der Hansestadt sichtbar ist. Vor wenigen Monaten wurden die zwei Gedenkstelen aufgestellt, die das bisherige Mahnmal vor der St. Wilhadi-Kirche ergänzen. Sie zeigen die Namen derjenigen Menschen, über die Michael Quelle forschte.

"Schreckliche Zeit weiterhin aufarbeiten"

Außerdem wird die Hansestadt noch in diesem Jahr eine über mehrere Jahre angelegte wissenschaftliche Arbeit über Stade während der NS-Zeit in Auftrag geben. „Mir ist sehr wichtig, dass wir hier in Stade diese schreckliche Zeit auch weiterhin aufarbeiten“, sagt Hartlef.

Gedenkstelen für NS-Opfer an Stader St. Wilhadi-Kirche aufgestellt
Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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