Serie der Elbe Kliniken
Die Lebensretter im Hintergrund
- Leitende MTL Siegried Keusemann (re.) und MTL Anja Ehlers entnehmen eine Blutkonserve aus der Blutbank am Elbe Klinikum Buxtehude
- Foto: Elbe Kliniken / Kati Meyer-Thiedig
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Jedes Jahr versorgen die Elbe Kliniken etwa 45.000 stationäre und 85.000 ambulante Patientinnen und Patienten in Stade und Buxtehude. Rund 3.000 Mitarbeitende kümmern sich alleine im Landkreis Stade um die Gesundheitsversorgung in den beiden Krankenhäusern. Und das nicht nur in medizinischen Bereichen. Neben Ärzten und Pflegekräften beschäftigen die Kliniken zahlreiche IT-Fachkräfte, Techniker, Köche, Verwaltungskräfte, Lehrer, Gärtner, Bauplaner und vieles mehr. Grund genug, um hinter die Kulissen des größten Arbeitgebers in der Region zu blicken. Heute mit Teil 24 der Serie, dem Institut für Labordiagnostik, Mikrobiologie und Transfusionsmedizin (kurz: ILMT).
- Dr. Alexander von Thomsen, Leitender Oberarzt, begutachtet eine Blutprobe nach dem Zentrifugieren
- Foto: Elbe Kliniken / Kati Meyer-Thiedig
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Ob Herzinfarkt, Diabetes, Infektion oder Organfunktionsstörung: Rund 70 Prozent aller medizinischen Diagnosen basieren maßgeblich oder überwiegend auf Laborbefunden. Täglich werden im Institut für Labordiagnostik, Mikrobiologie und Transfusionsmedizin (kurz: ILMT) Blut, Urin, Gewebe, Abstriche und andere Körperproben analysiert – mehr als 1.000 Proben pro Tag, rund um die Uhr, im 24/7-Schichtbetrieb.
Möglich macht das ein interprofessionelles Team aus drei Ärztinnen und Ärzten, 24 MTLs in Stade und 14 MTLs in Buxtehude. Die Medizinischen Technologen für Laboratoriumsanalytik (MTL) tragen dabei die Hauptlast der technischen Diagnostik – mit einer Verantwortung, die weit über das Analysieren von Proben hinausgeht.
Präzision im Akkord – ohne Kompromisse bei der Qualität
Vor rund 50 Jahren waren es noch wenige Dutzend Analysen täglich, hHeute übernehmen vollautomatisierte, hochspezialisierte Systeme die Diagnostik im Akkord. Doch trotz modernster Technik bleibt der Faktor Mensch entscheidend. „Spätestens alle zwölf Stunden führen wir Qualitätskontrollen an unseren Analysegeräten durch“, erklärt Nina Polzin, leitende MTL in Stade. „Bei Auffälligkeiten, wie unplausiblen Messwerten, werden Proben erneut getestet oder neu angefordert.“
- Institutsleiter und Chefarzt Dr. Steffen Friedewald untersucht eine Probe unter dem am Mikroskop
- Foto: Elbe Kliniken / Kati Meyer-Thiedig
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Ein besonderer Fokus liegt auf der Präanalytik, also allem, was vor der Messung passiert. Häufigste Fehlerquelle: Patienten- oder Probenverwechslungen. Durch systematische Kontrollen, Plausibilitätsprüfungen und Nachtests können diese jedoch glücklicherweise meist rechtzeitig erkannt werden. Anschließend werden Proben bis zu 72 Stunden gelagert, um Nachforderungen zu ermöglichen, bevor sie nach strengen Vorgaben vernichtet werden.
Lebenswichtige Entscheidungen im Nachtdienst
„Unsere MTLs treffen im Nachtdienst unter Zeitdruck Entscheidungen mit unmittelbarer klinischer Konsequenz: Blutkonserve für den OP-Notfall oder Troponin-Diagnostik bei Herzinfarkt-Verdacht? Diese Priorisierungen retten im Ernstfall Leben – und werden oft von einer einzelnen Person im Nachtdienst verantwortet", beschreibt Institutsleiter und Chefarzt Dr. Steffen Friedewald die nächtliche Realität im Labor.
Die Blutbank – Miniorganspende auf Abruf
Zum ILMT gehört auch die klinikeigene Blutbank, geleitet von der Oberärztin und Transfusionsverantwortlichen Annette Hell. Am Standort Stade lagern permanent etwa 100 Blutkonserven – für geplante Eingriffe und akute Notfälle. Ein etwas kleineres Blutdepot befindet sich am Klinikum Buxtehude. „Eine Bluttransfusion ist wie eine Miniorganspende – sie kann Leben retten“, betont Annette Hell. Gerade im Sommer und rund um Weihnachten sinkt die Spendenbereitschaft, während der Bedarf steigt. Daher der klare Appell des Instituts: „Bitte gehen Sie Blut spenden!“
Mikrobiologie am Krankenbett
Den dritten Fachbereich bildet die Mikrobiologie unter der Leitung von Oberarzt Dr. Alexander von Thomsen. Hier werden Infektionserreger aller Arten diagnostiziert – Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Dr. von Thomsen ist zudem klinisch sehr präsent: regelmäßige infektiologische Beratung, Konsile und Begleitung von Visiten auf den Intensivstationen. Gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten, Apothekern und den Hygienefachkräften werden patientenindividuelle Therapien direkt am Krankenbett erarbeitet.
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