Elbmarschenschule Drochtersen: Anti-Mobbing-Koffer im Gepäck

Mit dem Zauberkoffer für eine Schule ohne Ausgrenzung: Sozialarbeiterin Marie Tauchen
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Früh eingreifen bei Ausgrenzung: Marie Tauchen geht neue Wege in der Schulsozialarbeit


tp. Drochtersen.
Auf dem platten Land ist die Gesellschaft inzwischen fast so multikulturell wie in Großstädten - das spiegelt sich auch in der immer stärker durchmischten Schülerschaft an der Elbmarschenschule in Drochtersen wider. Unter den rund 1.000 Schülern - vom Hauptschüler bis zum Abiturienten - ist ein großer Anteil von Flüchtlingen aus Krisenregionen, weitere Kinder stammen aus Problemfamilien aus der Metropole Hamburg, die im Land Kehdingen in Pflegefamilien leben. Der soziale Mix birgt Mobbing-Gefahr auf dem Schulhof und in den Klassenzimmern. Schulsozialarbeiterin Marie Tauchen (39) geht jetzt neue Wege in der Prävention: In Kürze rückt sie mit dem Anti-Mobbing-Koffer an, der eine Vielzahl pädagogischer Werkzeuge gegen Ausgrenzung, psychische und physische Gehalt enthält.

Seit sieben Jahren ist die aus Thüringen stammende Diplom-Sozialpädagogin an der Elbmarschenschule als Schulsozialarbeiterin tätig. Umgang mit Jugendlichen unterschiedlichen Alters und verschiedener Interessen ist sie von zu Hause gewohnt: Gemeinsam mit ihrer Tochter (15), ihrem Lebensgefährten (40), dessen Sohn (18) und dem frechen Jack-Russel-Rüden "Theo" (4) lebt sie in einer bunten Patchworkfamilie. Privat wie beruflich pflegt sie einen verbindlichen und kameradschaftlichen Umgangston. Marie Tauchen und ihr Kollege, Jugend-Sozialarbeiter Fabian Loewe, lassen sich von den Schülern duzen.

Das Besondere an der Elbmarschenschule: Die Präventionsarbeit beginnt bereits vor dem Eintritt im fünften Jahrgang. Im Rahmen einer Kooperation mit der Grundschule lernen sich Lehrer, Sozialarbeiter und Kinder bereits in der vierten Klasse kennen. Und: Marie Tauchen hat ihre Schützlinge von morgens um 7.30 Uhr bis abends um 19 Uhr im Blick. Denn nach dem Ganztagsschulbetrieb nutzen viele Schüler das Freizeitangebot im benachbarten Jugendzentrum "Jugend-Café", in dem Marie Tauchen regelmäßig präsent ist. "Manche ehemalige Chaoten sind jetzt verantwortungsvolle junge Familienväter und besuchen noch immer das Café", sagt Marie Tauchen mit Stolz. Weiterer Bestandteil der engmaschigen Betreuung ist das Ferienspaßprogramm der Gemeinde.

Ein absolutes Novum ist der schneeweiße Anti-Mobbing-Koffer, mit dessen Hilfe die auf Mediation, Täter-Opfer-Ausgleichsgesprächen und dem Prinzip "No-Blame-Approach" ("Es gibt keinen Schuldigen") basierende Präventionsarbeit jetzt bereits bei den Fünftklässlern beginnen soll. Zusammengestellt von der Techniker-Krankenkasse, enthält der Koffer neben Flyern, Anti-Mobbing-Spickzetteln und Filmmaterial u.a. das Konzept für eine Anti-Mobbing-Projektwoche. Projekttage soll es schon bald auch an der Elbmarschenschule geben.

Tauchen und ihre Kollegen haben zur Vorbereitung eine halbjährige Ausbildung zum "Mobbing-Interventions-Team" bei der Landesschulbehörde absolviert. Ziel der früh beginnenden Gruppenarbeit, die schrittweise an die Stelle der Einzellfallbetreuung trete, sei "eine bessere Klassengemeinschaft", sagt Marie Tauchen: "Hier an der Schule verbringen die Kinder und Jugendlichen schließlich die meiste Zeit."

Wenn Marie Tauchen mal Abstand vom Berufsalltag mit Konfliktgesprächen oder Eins-zu-Eins-Betreuung von Schulverweigerern hat, treibt sie gerne Sport, liest Krimis oder genießt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten die Freizeit beim Bootssport auf der Elbe.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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