Er war 30 Jahre lang Betriebsratsvorsitzender
Ende einer Ära an den Elbe Kliniken: Kai Holm tritt nicht wieder an
- Kai Holm ist seit 30 Jahren Betriebsratsvorsitzender bei den Elbe Kliniken. Nun kandidiert er nicht wieder, da er am 1. Juni in den Vorruhestand geht
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An den Elbe Kliniken geht eine Ära zu Ende: Bei den Betriebsratswahlen am heutigen Donnerstag (16. April) steht ein Name erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr auf dem Stimmzettel. Der bisherige (Gesamt-)Betriebsratsvorsitzende Kai Holm kandidiert nicht wieder.
„Ich trete nach 34 Jahren nicht mehr zur Betriebsratswahl an und überlasse das gut bestellte Feld vielen hoffentlich engagierten Nachfolgenden“, erklärt der 62-Jährige, der seit 1985 im Stader Krankenhaus beschäftigt ist. Nicht ohne Stolz fügt er hinzu: „Es freut mich ungemein, ohne jegliche Wahlniederlage oder Abwahl selbst den Zeitpunkt des Rückzuges zu gestalten.“
Rund 750 Betriebsratssitzungen
Was heute endet, begann Anfang der 1990er-Jahre: 1992 wurde Holm erstmals in den damaligen Personalrat gewählt, vier Jahre später übernahm er den Vorsitz. Damals noch im Städtischen Krankenhaus Stade – eine andere Zeit, eine andere Struktur. 1999 erfolgte dann die Umwandlung in eine GmbH. Entsprechend wurde aus dem Personalrat ein Betriebsrat. Seit der Fusion der Kliniken Stade und Buxtehude im Jahr 2001 führte Holm durchgehend auch den Gesamtbetriebsrat.
- Kai Holm in den 1980er Jahren. Seit 1985 war er im Stader Krankenhaus beschäftigt
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Insgesamt kommt Holm in seiner Tätigkeit als Betriebsratsvorsitzender auf etwa 750 geleitete Sitzungen. Mehr als 3.000 Beschäftigte in Stade und Buxtehude hatten damit über Jahrzehnte hinweg einen konstanten Ansprechpartner an der Spitze. Er selbst beschreibt diese Zeit mit norddeutscher Gelassenheit: „Seitdem ist ‚viel Wasser die Elbe hinuntergeflossen‘, so mancher Sturm über die Elbekliniken hinweggezogen und viel in Bewegung gekommen.“
Liste ohne Gewerkschaftsbindung
Ganz konkret wurde der Abschied bereits am gestrigen Mittwoch: Da leitete Holm seine letzte Betriebsratssitzung. Am 1. Juni folgt der nächste Schritt – dann verlässt er die Elbe Kliniken und geht in den Vorruhestand. Untrennbar mit Holms Namen verbunden ist die „Gemeinsame Liste Stade“. Holms Liste stellte stets die Mehrheit im Betriebsrat – ein ungewöhnliches Erfolgsmodell, das bewusst ohne feste gewerkschaftliche Bindung auskam. Holm setzte darauf, auch Kolleginnen und Kollegen einzubinden, die Gewerkschaften eher distanziert gegenüberstehen.
Mit Holms Rückzug ist auch diese Liste Geschichte. Bei der heutigen Wahl tritt unter anderem ver.di erstmals mit einer eigenen Liste an. Insgesamt treten drei Listen an. Dass Holm zur Gewerkschaft ein differenziertes Verhältnis hat, verschweigt er nicht. In zwei „schicksalshaften Momenten“ rund um die Elbe Kliniken habe er sich von ihr im Stich gelassen gefühlt, sagt er rückblickend.
Positiver Blick auf die Elbe Kliniken
Sein Wunsch an die Belegschaft und den neuen Betriebsrat ist klar formuliert: „Mir bleibt nur alle darum zu bitten, auch künftig gut auf unsere Kliniken aufzupassen“, so Holm. Dass er die Entwicklung der Elbe Kliniken trotz aller Herausforderungen positiv bewertet, klingt ebenfalls durch: Es sei sicher nicht alles optimal gelaufen - vieles aber deutlich besser, "als so manche Schwarzmalende es darstell(t)en". Was in den Elbe Kliniken geleistet werde, "soll und kann niemand kaputtmachen oder schlechtreden".
Abschied auch aus der Politik
Kai Holm wird sich in diesem Jahr auch aus seinen politischen Ämtern verabschieden. Der Sozialdemokrat ist seit Jahrzehnten in der Kommunalpolitik aktiv, führt die SPD-Ratsfraktion in Stade und sitzt im Kreistag. Beide Mandate enden mit der Ablauf der aktuellen Wahlperiode am 31. Oktober. Bei den Kommunalwahlen am 13. September tritt Holm nicht wieder an.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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