Jugendliche engagieren sich
Friedensarbeit im Fokus: Volksbund-Forum in Stader Kreishaus
- Landrat Kai Seefried (2.v.re.) im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern des Stader Vincent-Lübeck-Gymnasiums
- Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
- hochgeladen von Jörg Dammann
Die Welt ist in diesen Tagen von einem friedlichen Zusammenleben aller Nationen weit entfernt. Um die Bedeutung des Friedens ging es jetzt beim Volksbund-Forum im Stader Kreishaus. Die Veranstaltung stellte die Bildungsarbeit für den Frieden in den Mittelpunkt und zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Erinnerungskultur gerade in diesen Zeiten bleibt.
„Das Kostbarste, das wir haben, ist der Frieden“ – mit dieser Botschaft eröffnete Landrat Kai Seefried das Forum und machte zugleich deutlich, wie fragil diese Errungenschaft ist. Deutschland erlebe seit dem Zweiten Weltkrieg die längste Friedensphase seiner Geschichte, doch Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stünden zunehmend unter Druck. Es sei daher eine gemeinsame Aufgabe, diese Werte aktiv zu verteidigen und zu bewahren. Seefried ist Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Pflege von 2,7 Mio. Kriegsgräbern
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit des Volksbundes ist die Pflege von 832 Gedenkstätten in 46 Ländern mit insgesamt rund 2,7 Millionen Kriegsgräbern. Diese Orte sind nicht nur Erinnerungsstätten, sondern auch wichtige Anlaufpunkte für Angehörige, die Gewissheit über das Schicksal vermisster Familienmitglieder suchen. Gleichzeitig erinnerte Seefried daran, dass durch aktuelle Konflikte weiterhin neue Gräber entstehen – ein mahnender Hinweis auf die anhaltende Bedeutung der Friedensarbeit.
Erinnerung an die Kapitulation
Das Forum bot den Teilnehmenden zudem ein vielseitiges Programm mit historischen und pädagogischen Perspektiven. So beleuchtete Bezirksgeschäftsführer Jan Effinger die Teilkapitulation der deutschen Truppen in Norddeutschland auf dem Timeloberg bei Lüneburg, die am 4. Mai 1945 das Ende des Zweiten Weltkriegs in der Region einleitete. Der Vortrag rückte einen oft übersehenen Erinnerungsort in den Fokus und verdeutlichte die regionale Bedeutung historischer Ereignisse.
Bildungsarbeit in den Schulen
Besonders im Fokus stand die Bildungsarbeit mit jungen Menschen. Volksbund-Bildungsreferent Karl-Friedrich Boese stellte Projekte vor, bei denen Schülerinnen und Schüler aktiv an der Gestaltung von Gedenk- und Erinnerungskultur beteiligt werden. Ob im Unterricht, bei der Pflege von Kriegsgräberstätten oder durch kreative Projekte wie der Erstellung von Namensziegeln für die Kriegsopfer – die Jugendlichen setzen sich intensiv mit Geschichte auseinander und leisten einen Beitrag zur Bewahrung des Andenkens.
Exkursion zur Gedenkstätte
Wie nachhaltig diese Erfahrungen wirken können, schilderte Lehrerin Carola Bardenhagen von der Jobelmannschule Stade. Exkursionen zu Gedenkstätten wie dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager Sandbostel (Landkreis Rotenburg) hinterließen bei den Jugendlichen bleibende Eindrücke. Dabei gehe es nicht nur um das Erinnern, sondern auch um die Förderung von Empathie, Urteilsvermögen und Zivilcourage – wichtige Grundlagen für ein friedliches Miteinander.
Zum Abschluss würdigte Landrat Seefried das Engagement zahlreicher Schülerinnen und Schüler aus der Region, die sich sowohl bei Gedenkveranstaltungen als auch bei Sammlungsaktionen des Volksbundes eingebracht haben. Ihr Einsatz zeige, dass die Friedensarbeit auch in der jungen Generation fest verankert ist.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
|
| Webseite von Jörg Dammann | |
| Jörg Dammann auf Facebook | |
| Jörg Dammann auf Instagram | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.