Top Thema – Banner + Teaser

Fahrbahnsanierung

Auffahrt zur A1 Richtung Hamburg bis Freitag gesperrt

Jetzt lesen

"Sanfte Rausschmeißer"
Hügel an Hügel: Gibt es wieder mehr Maulwürfe?

Nur wenige Menschen freuen sich über diese Gast in ihrem Garten: der Maulwurf | Foto: AdobeStock / Petr Bonek
5Bilder
  • Nur wenige Menschen freuen sich über diese Gast in ihrem Garten: der Maulwurf
  • Foto: AdobeStock / Petr Bonek
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

Er sieht sooo niedlich aus, aber über seine Hinterlassenschaften ärgert sich nahezu jeder: Die Rede ist hier nicht von einem entzückenden Hundewelpen, sondern – vom Maulwurf. Die pelzigen Tiere sind eifrige Erdarbeiter und ihre unterirdischen Gänge sind von oben aufgrund der Erdhügel gut zu verfolgen. Jetzt im Winter, wenn das Gras niedrig ist, sind die Haufen schon von Weitem zu sehen. In der kalten Jahreszeit sind sie aber auch besonders groß, verrät Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums in Leiferde bei Gifhorn. "Die sogenannten Winterburgen dienen dem Tier als frostgeschützte Schlafkammern", erklärt die Diplom-Biologin. Zudem muss der Maulwurf im Winter in tieferen Bodenschichten nach seiner bevorzugten Nahrung, dem Regenwurm, suchen. Dadurch ist der Erd-auswurf höher.

Dem Betrachter fallen in diesen Wochen jedoch nicht nur besonders hohe, sondern auch besonders viele Maulwurfshügel auf. Auf einigen Wiesen stehen sie dicht an dicht – hier scheint sich der Maulwurf besonders wohl zu fühlen. Die hohe Anzahl an Hügeln bedeutet allerdings nicht, dass sich die Population erholt hat. "Nach wie vor ist der Maulwurf als besonders geschützte Art gelistet", sagt Daniel Beneke, Sprecher des Landkreises Stade sowie der dortigen Naturschutzbehörde. Das bestätigt auch Bärbel Rogoschik. "Ihr Lebensraum wird immer weiter eingeschränkt", sagt sie. Verdichteter Boden, Straßen und Wege sowie unterirdische Maulwurfsperren aus Folie, die nicht nur auf Sportplätzen, sondern auch in vielen Neubaugebieten verlegt werden, schränken seine Bewegungsfreiheit stark ein. Problem: Maulwürfe sind Einzelgänger, das Revier eines einzelnen Tieres umfasst rund 2.000 Quadratmeter. Auch in der Paarungszeit treffen Männchen und Weibchen nur kurz aufeinander und kehren anschließend sofort in ihr Habitat zurück. Fazit: Ein Maulwurf braucht Platz.

Der Maulwurf und die Klimaerwärmung

Gute Voraussetzungen für den pelzigen Gräber sind lockere, fruchtbare und frostsichere Böden. Hier spielt die Klimaerwärmung den Maulwürfen in die Karten, denn milde Winter sind für sie von Vorteil. "Allerdings können durch extreme Regenfälle, die mit der Klimaerwärmung einhergehen, die Böden für die Tunnelsysteme unbewohnbar werden", so Beneke.

Bärbel Rogoschik nennt einige gute Gründe, sich über einen Maulwurf im Garten zu freuen, anstatt sich zu ärgern. "Durch das Graben wird der Boden gut durchlüftet und vermischt, das ist wie Vertikutieren von unten", sagt sie. Die Erde, die der Maulwurf hochwirft, ist zudem torffrei und ideal für das Befüllen und Bepflanzen von Blumenkästen. Sie appelliert ausdrücklich, vom Aufstellen von Fallen Abstand zu nehmen. Diese sind nicht nur verboten, sondern quälen auch andere Kleintiere in den Gärten, indem sie zum Beispiel Igeln die Nase abschlagen.
Als Tipp, Maulwürfe zu vergrämen, nennt sie die Pflanze Kaiserkrone. Der starke Geruch ihrer Zwiebel nach Knoblauch oder faulem Fleisch soll die geruchsempfindlichen Maulwürfe vertreiben können. Daniel Beneke nennt noch einen anderen Trick: "Wer ein Mittel gegen Maulwürfe ausprobieren möchte, kann es mit Holzpfählen versuchen. Diese sollen in den Erdhaufen geschlagen und regelmäßig dagegen geklopft werden. Die Erschütterungen beeinträchtigen den Maulwurf so sehr, dass er angeblich sein Tunnelsystem verlassen soll."

Nur wenige Menschen freuen sich über diese Gast in ihrem Garten: der Maulwurf | Foto: AdobeStock / Petr Bonek
Einige Maulwurfshügel erreichen eine stattliche Höhe | Foto: sb
In diesem Vordergarten fühlt sich der Maulwurf anscheinend besonders wohl | Foto: sb
In diesem Vordergarten fühlt sich der Maulwurf anscheinend besonders wohl | Foto: sb
Die Kaiserkrone soll Maulwürfe vom Beet fernhalten | Foto: AdobeStock / alfotokunst
Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

Webseite von Stephanie Bargmann
Stephanie Bargmann auf Facebook
Stephanie Bargmann auf Instagram
Stephanie Bargmann auf YouTube

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.