"Sanfte Rausschmeißer"
Hügel an Hügel: Gibt es wieder mehr Maulwürfe?
- Nur wenige Menschen freuen sich über diese Gast in ihrem Garten: der Maulwurf
- Foto: AdobeStock / Petr Bonek
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Er sieht sooo niedlich aus, aber über seine Hinterlassenschaften ärgert sich nahezu jeder: Die Rede ist hier nicht von einem entzückenden Hundewelpen, sondern – vom Maulwurf. Die pelzigen Tiere sind eifrige Erdarbeiter und ihre unterirdischen Gänge sind von oben aufgrund der Erdhügel gut zu verfolgen. Jetzt im Winter, wenn das Gras niedrig ist, sind die Haufen schon von Weitem zu sehen. In der kalten Jahreszeit sind sie aber auch besonders groß, verrät Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums in Leiferde bei Gifhorn. "Die sogenannten Winterburgen dienen dem Tier als frostgeschützte Schlafkammern", erklärt die Diplom-Biologin. Zudem muss der Maulwurf im Winter in tieferen Bodenschichten nach seiner bevorzugten Nahrung, dem Regenwurm, suchen. Dadurch ist der Erd-auswurf höher.
Dem Betrachter fallen in diesen Wochen jedoch nicht nur besonders hohe, sondern auch besonders viele Maulwurfshügel auf. Auf einigen Wiesen stehen sie dicht an dicht – hier scheint sich der Maulwurf besonders wohl zu fühlen. Die hohe Anzahl an Hügeln bedeutet allerdings nicht, dass sich die Population erholt hat. "Nach wie vor ist der Maulwurf als besonders geschützte Art gelistet", sagt Daniel Beneke, Sprecher des Landkreises Stade sowie der dortigen Naturschutzbehörde. Das bestätigt auch Bärbel Rogoschik. "Ihr Lebensraum wird immer weiter eingeschränkt", sagt sie. Verdichteter Boden, Straßen und Wege sowie unterirdische Maulwurfsperren aus Folie, die nicht nur auf Sportplätzen, sondern auch in vielen Neubaugebieten verlegt werden, schränken seine Bewegungsfreiheit stark ein. Problem: Maulwürfe sind Einzelgänger, das Revier eines einzelnen Tieres umfasst rund 2.000 Quadratmeter. Auch in der Paarungszeit treffen Männchen und Weibchen nur kurz aufeinander und kehren anschließend sofort in ihr Habitat zurück. Fazit: Ein Maulwurf braucht Platz.
Der Maulwurf und die Klimaerwärmung
Gute Voraussetzungen für den pelzigen Gräber sind lockere, fruchtbare und frostsichere Böden. Hier spielt die Klimaerwärmung den Maulwürfen in die Karten, denn milde Winter sind für sie von Vorteil. "Allerdings können durch extreme Regenfälle, die mit der Klimaerwärmung einhergehen, die Böden für die Tunnelsysteme unbewohnbar werden", so Beneke.
Bärbel Rogoschik nennt einige gute Gründe, sich über einen Maulwurf im Garten zu freuen, anstatt sich zu ärgern. "Durch das Graben wird der Boden gut durchlüftet und vermischt, das ist wie Vertikutieren von unten", sagt sie. Die Erde, die der Maulwurf hochwirft, ist zudem torffrei und ideal für das Befüllen und Bepflanzen von Blumenkästen. Sie appelliert ausdrücklich, vom Aufstellen von Fallen Abstand zu nehmen. Diese sind nicht nur verboten, sondern quälen auch andere Kleintiere in den Gärten, indem sie zum Beispiel Igeln die Nase abschlagen.
Als Tipp, Maulwürfe zu vergrämen, nennt sie die Pflanze Kaiserkrone. Der starke Geruch ihrer Zwiebel nach Knoblauch oder faulem Fleisch soll die geruchsempfindlichen Maulwürfe vertreiben können. Daniel Beneke nennt noch einen anderen Trick: "Wer ein Mittel gegen Maulwürfe ausprobieren möchte, kann es mit Holzpfählen versuchen. Diese sollen in den Erdhaufen geschlagen und regelmäßig dagegen geklopft werden. Die Erschütterungen beeinträchtigen den Maulwurf so sehr, dass er angeblich sein Tunnelsystem verlassen soll."
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