Von Appelsnuut bis Sabbelmoors
Plattdeutsche Kunstaktion in der Stader Altstadt

Jens Huth (v.li.), Omid Mohammadi und Larissa Schmidseder hängten die Banner in der Altstadt auf
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  • Jens Huth (v.li.), Omid Mohammadi und Larissa Schmidseder hängten die Banner in der Altstadt auf
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jab. Stade. "Mien appelsnuut", "mien sabbelmoors" und "mien dusseldassel" - diese plattdeutschen Bezeichnungen hängen seit einigen Tagen in der Stader Altstadt über den Köpfen der Passanten. So manch einer wird sich gewundert haben, was es mit den verschiedenfarbigen Bannern in den Gassen auf sich hat. Die Installation ist eine Wort-Kunst-Kampagne mit dem Titel "mien tuttelduuv", die sich der Kieler Künstler und Dichter Arne Rautenberg für die Hansestadt ausgedacht hat.

Mit einer Hebebühne werden die Banner angebracht
  • Mit einer Hebebühne werden die Banner angebracht
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Plattdeutsch als Teil hanseatischer Geschichte

An 23 ausgewählten Plätzen wurden die Banner durch die Werbetechniker angebracht. Die Kampagne soll dabei nicht nur optische Akzente setzen, sondern auch zum Nachdenken im Umgang mit der plattdeutschen Sprache anregen. "Die ist tief in der hanseatischen Geschichte von Stade und im Wesenskern der Stadt verankert", erklärt Rautenberg. Daher möchte er mit seiner Kunst einen Teil dazu beitragen, dass die Sprache nicht in Vergessenheit gerät.

In seinen Augen birgt das Plattdeutsche viele Begriffe und witzige Aussprüche, die ihren speziellen fröhlich-hintergründigen Charme erst mit der Zeit offenbaren. Als besonders ergiebig erwiesen sich für Rautenberg "warm angehauchte Schimpfworte, denen man allesamt ein großes Herz attestieren muss". "Pennschieter" etwa bedeutet Pfennigfuchser und Geizkragen, in Verbindung mit dem Possessivpronomen „mien“ wirkt es dagegen wie ein neckisches Kosewort. So entfalten die Banner ihren Wortwitz, regen zum Betrachten an und bereichern das Stadtbild der Hansestadt auch atmosphärisch.

Flaggen hängen bis zum Sommer

Rautenberg ist für das Projekt in die plattdeutsche Sprache eingetaucht. Er arbeitet mit großflächigen Schriftinstallationen auch im Ausland und wurde 2017 in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung gewählt. Der ausgezeichnete Kunstsammler und Kunsthändler Rik Reinik ist Kurator der besonderen Ausstellung. Die ungewöhnliche Kunstkampagne entwickelte der 53-jährige Künstler gemeinsam mit Kurator und dem Geschäftsführer der Stade Marketing und Tourismus GmbH, Dr. Andreas Schäfer. „Wir wollten einen neuen, etwas spielerischen Ansatz wählen, um uns mit der eigenen Geschichte und Kultur auseinanderzusetzen und sie in die Gegenwart zu transportieren“, erläutern Reinking und Schäfer. Die Flaggen gibt bis in den Sommer hinein in der Altstadt zu entdecken.

Über den Köpfen der Passanten hängen die Banner bis in den Sommer in den Gassen der Stader Altstadt
  • Über den Köpfen der Passanten hängen die Banner bis in den Sommer in den Gassen der Stader Altstadt
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Eine Erklärung der Worte sowie die Standorte der Banner gibt es in der Holzstraße. Dort wurden die Informationen zur Kampagne in einem Schaufenster aufgehängt.

"Plattdeutsch gehört zu unserer Heimat"
Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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