Poetry Slam: Erster Dichterwettstreit in Horneburg

Lena Ohm slammt selbst für ihr Leben gern und schreibt
 hauptsächlich über ernste Themen
  • Lena Ohm slammt selbst für ihr Leben gern und schreibt
    hauptsächlich über ernste Themen
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  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Horneburg. Ein Wettstreit der besonderen Art wird bald in der Oberschule Horneburg ausgetragen. Auf Initiative von Jugendrotkreuzlerin Lena Ohm (22) und mit Unterstützung von Horneburgs Veranstaltungsmanagerin Vanessa Heider findet der erste "Poetry Slam" in der Samtgemeinde statt. Unter dem Motto: "Wortgeflüster Textgeschrei!" tragen die Teilnehmer bei dem modernen Dichterwettstreit ihre selbst geschriebenen Texte dem Publikum vor - maximal sechs Minuten Zeit haben sie dafür.
"Im Mittelpunkt steht die Vortragsweise des Textes sowie der Text an sich", sagt Lena Ohm. Die Fachinformatikerin (Richtung Anwendungsentwicklung) hat vor vier Jahren angefangen, regelmäßig zu "slammen", am liebsten in Hamburg in der Mathilde Bar. Beim "liberalen Poetry Slam" in Stade gewann sie im vergangenen Jahr den 1. Preis.
Ernste Themen liegen ihr dabei mehr als Lustiges. "Ich schreibe gern über Dinge, über die sich die Menschen meiner Meinung nach mehr Gedanken machen sollten", sagt Lena Ohm. Zum Beispiel darüber, dass man heute nicht mehr man selbst sein darf, sondern in bestimmte Rollenbilder hinein gepresst werde, über die Frauenquote oder über Kinder mit Bewegungsdrang, bei denen häufig ADHS diagnostiziert werde.
In ihren Texten verarbeitet Lena Ohm auch psychische Probleme, die sie in der Vergangenheit hatte. Um das zu verstehen, müsse man aber genau hinhören und zwischen den Zeilen lesen können. "Ich schreibe immer durch die Blume", sagt die Slammerin, die schon als Teenager gern Gedichte von Rainer Maria Rilke las und ihre Gefühle und Gedanken sowohl in selbst verfasster Prosa als auch in Form von selbst geschriebenen Liedern zum Ausdruck bringt.
Beim Poetry Slam in Horneburg wird Lena Ohm außer Konkurrenz antreten und den Eröffnungstext vortragen. Die Teilnehmer, die dann gegeneinander slammen, können sicher sein, dass sie nicht ausgebuht werden und alle einen Applaus bekommen. Wie bei allen Slams gilt auch hier: "Respect the poem".
Wer am Ende gewinnt, liegt an den Zuhörern. Jeder bekommt eine Murmel, jeder Slammer ein Glas. Wer am meisten Murmeln hat, kommt eine Runde weiter und darf im "Speedslam-Finale" einen weiteren Text zum Besten geben.
Der literarische Wettstreit in der Oberschule eignet sich insbesondere für Einsteiger hervorragend, sagt Lena Ohm. Mitmachen darf jeder, der mindestens zwei längere Texte und einen kürzeren Text (Speedslam) in petto hat. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht. Bedingung zur Teilnahme ist, dass die Texte selbst geschrieben und weder rassistisch noch beleidigend sind. Nicht erlaubt sind Instrumente oder Kostüme auf der Bühne und es darf nicht gesungen werden.
Absolut erlaubt ist dagegen Lampenfieber, betont Lena Ohm. Sie sei vor ihren Auftritten auch immer schrecklich nervös und zittrig. Sobald aber das erste Wort ausgesprochen sei, werde es besser. Wenn sich der Text richtig anfühle und man sich selbst glaube, könne nichts schief gehen.
• Der Poetry Slam findet statt am Freitag, 18. Mai, um 19 Uhr in der Oberschuke Horneburg. Der Eintritt ist frei. Anmeldung und weitere Infos bei Vanessa Heider unter Tel.: 04163 - 807913 oder per Mail an heider@horneburg.de. Kurzentschlossene können sich auch 30 Minuten vor Beginn noch zum Slammen anmelden.

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