Lauter Knall am Freitagmittag
Wahrzeichen verschwindet: Abluftkamin des Stader AKW wird gesprengt
- Das AKW Stade aus der Luft. Die Aufnahme entstand Ende Juli
- Foto: Martin Elsen/nord-luftbilder.de
- hochgeladen von Jörg Dammann
Wer am Freitagmittag, 4. September, im Raum Stade einen lauten Knall hört und anschließend eine Staubwolke am ehemaligen Kernkraftwerk sieht, muss sich nicht wundern: Ab 13 Uhr soll der weithin sichtbare Abluftkamin des Atomkraftwerk Stade kontrolliert gesprengt werden. Damit verschwindet ein weiteres markantes Bauwerk aus dem Stader Landschaftsbild.
Die Sprengung wird nach Angaben des Betreibers PreussenElektra zunächst durch ein akustisches Signal angekündigt. Danach folgt der eigentliche Knall der Explosion, der mit einem Donnerschlag vergleichbar sein soll. Direkt nach der Sprengung ist eine sichtbare Staubentwicklung zu erwarten. Anschließend ertönt ein weiteres Signal. Die Arbeiten übernimmt ein spezialisiertes Fachunternehmen. PreussenElektra betont, dass umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für Beschäftigte, Bevölkerung und Umwelt vorgesehen sind.
Ein vertrauter Anblick verschwindet
Für viele Stader dürfte die Sprengung ein besonderer Moment werden. Der Abluftkamin gehört zu den letzten weithin sichtbaren Bauwerken des früheren Kernkraftwerks am Elbufer. Mit seinem Verschwinden wird der jahrzehntelange Rückbau auch von außen immer deutlicher sichtbar. Die Sprengung des Abluftkamins erfolgt in der abschließenden Phase des konventionellen Rückbaus des Atomkraftwerks Stade. Nachdem zwischen 2023 und 2024 bereits 17 Gebäude zurückgebaut wurden, begannen 2025 die Vorbereitungen für den Abbruch des Reaktorgebäudes und des Sicherheitsbehälters.
Mit der Demontage des äußeren Hubgerüsts wurde im März 2026 die letzte Phase des Gebäuderückbaus eingeleitet. Der vollständige Rückbau des Reaktorgebäudes soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Die Entlassung des Standorts aus der atomrechtlichen Überwachung wird weiterhin für Herbst 2027 angestrebt. Bereits im Herbst 2025 verabschiedete sich das KKS mit einer Bild- und Klanginstallation im Reaktorgebäude von der Region.
Kraftwerk war mehr als 30 Jahre in Betrieb
Das Atomkraftwerk Stade wurde von 1972 bis 2003 betrieben. Am 14. November 2003 wurde der Druckwasserreaktor aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt und befindet sich aktuell in der letzten Rückbauphase. Das Kraftwerk gehörte zu den ersten kommerziell genutzten Kernkraftwerken in Deutschland und hatte eine elektrische Leistung von 672 MW brutto. Derzeit sind am Standort circa 30 Mitarbeiter beschäftigt.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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